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Profibus International Energieeffizienz im Fokus der Profibus-Konferenz

| Redakteur: Udo Schnell

Über 250 Teilnehmer besuchten die 2. Konferenz von Profibus International (PI) in Karlsruhe, die unter dem Motto „Automatisierung und Energieeffizienz“ stand. „Mit 35,6 Millionen Profibus-Knoten und drei Millionen Profinet-Knoten stehen die Zeichen weiter auf Wachstum, insbesondere Profinet gewinnt derzeit gigantisch an Dynamik“, unterstrich PI-Vorsitzender Jörg Freitag die Wachstumsaussichten.

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Jörg Freitag, Vorsitzender Profibus International: „Mit 35,6 Millionen Profibus-Knoten und drei Millionen Profinet-Knoten stehen die Zeichen weiter auf Wachstum.“ (Bild: Mühlenkamp)
Jörg Freitag, Vorsitzender Profibus International: „Mit 35,6 Millionen Profibus-Knoten und drei Millionen Profinet-Knoten stehen die Zeichen weiter auf Wachstum.“ (Bild: Mühlenkamp)

Darüber hinaus leiste die Kommunikationstechnik auch einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienz. Schließlich sei das Thema Energiesparen aktueller denn je, betonte Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Gründungsdirektor des Instituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit (IASS) in Potsdam, bei der Konferenzeröffnung. Für jede Art Entwicklung werde Energie benötigt, die in Zukunft jedoch teurer werde. Dabei sind neue Lösungen gefragt.

Profibus treibt Energiesparen in Produktionspausen voran

Profienergy, das Applikationsprofil für Profibus, mit dem Anlagen und Anlagenteile gezielt in Pausen abgeschaltet werden, ist ein Baustein auf dem Weg zur Energieeinsparung in den Anlagen. Die Initiative für dessen Entwicklung ging von der Automobilindustrie aus. „Wir wollten damals keine unkoordinierten Aktionen lostreten, damit nicht jeder Komponentenhersteller eine eigene Idee entwickelt. Das gemeinsame Vorgehen hat sich bewährt“, so Jürgen Kübler, Daimler AG, in der Produktionsplanung bei Mercedes Benz Cars zuständig für innovative Steuerungskonzepte. Erste Pilotanlagen, in denen Profienergy implementiert wird, laufen derzeit an.

Das genaue Potenzial wurde in einer Studie an der FH Köln, Institut für Automation & Industrial IT, die ebenfalls auf der Konferenz vorgestellt wurde, untersucht. Dafür wurde ein Anlagenstrang je bei VW Nutzfahrzeuge und Daimler mit den entsprechenden Messstellen ausgerüstet.

Pausen und Leerlaufzeiten bieten Energieeinsparpotenzial von 50%

Das Ergebnis: Es wird ein erhebliches Einsparpotenzial in Pausen und Leerlaufphasen von bis zu 50% bestätigt. So entsprach der durchschnittliche Energieverbrauch in Pausenzeiten in einem Anlagestrang dem Stromverbrauch von 44 Haushalten. Dementsprechend hoch ist das Kosteneinsparpotenzial.

Die Forderung an die Gerätehersteller lautete daher, Profienergy so schnell wie möglich zu implementieren. „Andere Branchen sind ebenfalls interessant, so schätzt man die Stand-by-Verluste bei CNC-Maschinen auf 70%“, erklärte Volker Bibelhausen, Leiter Business Unit Automation Systems bei Phoenix Contact, für den Energieeffizienz auch zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird.

Profibus International plant weitere Konferenz für 2013

Weitere Themen auf der Konferenz waren die Geräteschnittstelle FDI (Field Device Integration) und Ethernet in der Prozessautomatisierung, erfolgreiche Applikationen von IO-Link und der Einsatz von Wireless und Diagnosemöglichkeiten in den Kommunikationstechniken. Aufgrund des diesjährigen Erfolgs will Profibus International im Jahr 2013 eine weitere Konferenz veranstalten.

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