World Energy Dialogue treibt die Industrie Energieeffizienz in Industrie und Wirtschaft ist Leitthema der Hannover-Messe

Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Jürgen Schreier

Für Global Player und mittelständische Unternehmen bieten sich gleich zweierlei Chancen: Sie können nicht nur ihren Produktionsprozess verschlanken und damit bares Geld sparen. Das

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Für Global Player und mittelständische Unternehmen bieten sich gleich zweierlei Chancen: Sie können nicht nur ihren Produktionsprozess verschlanken und damit bares Geld sparen. Das Gütesiegel „Umwelttechnologie made in Germany“ kurbelt auch den Export an und wird so zum wettbewerbskritischen Faktor. Reichlich Gelegenheit zum fachlichen Austausch über die dazu vorhandenen konkreten Lösungsansätze bietet die Hannover-Messe.

Anlässlich einer Pressekonferenz in Berlin präsentierten die Initiatoren unter dem Vorsitz von Professor Klaus Töpfer die Leitlinie zum World Energy Dialogue: „Wir benötigen eine energieeffiziente Schlankheitskur auf allen Ebenen“, sagte Töpfer. Nur punktuelle und isolierte Maßnahmen seien nicht ausreichend. Längst habe diese Erkenntnis aber auch die Industrie erreicht.

Denn unzählige bereits verfügbare hocheffiziente Spitzentechnologien stehen in nahezu allen Berei-chen von Industrie und Handel bereit. Diese könnten sowohl bei privaten Verbrauchern, als auch der Industrie und kommunalen Wirtschaft dazu beitragen, den hochgesteckten Klimaschutzzielen im Sinne der Vorgaben aus der Europäischen Union näher zu kommen.

Klaus Töpfer stellt Drei-Säulen-Modell vor

Die Lösung der Problematik fußt nach Auffassung von Professor Klaus Töpfer auf einer kombinierten Lösungsformel „dreimal zwanzig Prozent einsparen bis 2020“. Das Drei-Säulen Modell umfasse einen deutlich reduzierten Primärenergieverbrauch, eine bessere Förderung der erneuerbaren Energien sowie umfassende Maßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen.

„Da sich der Primärenergieverbrauch um bis zu 20 Prozent reduzieren lässt, ist es sinnvoll damit zu beginnen“, sagte Töpfer. Auch solle Deutschland auf globaler Ebene sein „Flaggschiff“, die erneuerbaren Energien, zum Wohle der deutschen Wirtschaft einsetzen.

Einen Königsweg ins umweltoptimierte Industriezeitalter gibt es indes nicht. Denkbare technische Lösungsansätze skizzierte deshalb Christian Urbanke, Mitglied des Bereichsvorstandes bei der Siemens AG – Power Transmission & Distribution (PTD): „Wir werden auch Maßnahmen ergreifen müssen, die etwas kosten“, dämpfte er allzu hochgesteckte Erwartungen.

Insbesondere in der Elektroindustrie sei ein Potenzial zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes um ein Viertel vorhanden. So seien etwa Elektromotoren durch geregelte Antriebe ersetzbar. Im Mittelpunkt beim Siemens-Konzern stehe aber die Verbesserung des Wirkungsgrades bei Kohlekraftwerken sowie inno-vative Kraftwerkskonzepte wie kombinierte Gas- und Dampfturbinen.

Deutsche Energie-Agentur plädiert für Efizenzfahrplan

Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutsche Energie-Agentur GmbH (DENA), regte einen Effizienzfahrplan für die Aussteller der Hannovermesse an: „Es gibt bereits einen breiten Konsens, nur fällt die Umsetzung schwer“, so seine Begründung. Die Unternehmen sollten konkrete energieeffiziente In-strumente definieren, um die Maßnahmen fortlaufend prüfen zu können.

Denn noch sei das Thema einer höheren Prozesseffizienz sowohl im Verbrauch als auch in der Produktentwicklung in den meisten Betrieben nicht so richtig angekommen, gab Kohler zu bedenken. Der Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Messe, Sepp Heckmann, sekundierte: Für die rund 6000 Aussteller, die Hälfte davon aus dem Ausland, gelte es einen dementsprechenden Evaluierungsprozess einzuleiten.

Energy Efficiency Award soll für Öffentlichkeit sorgen

Um die Thematik stärker in die Öffentlichkeit zu rücken, wird die DENA auf der Messe einen Preis – den Energy Efficiency Award - für das beste unternehmerische Umweltkonzept überreichen. Rund 40 Teilnehmer aus aller Welt haben sich an der mit 20000 Euro dotierten Ausschreibung beteiligt.

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