Energieeffizienz Energieeffizienzmotoren und Frequenzumrichter können enorm Energie einsparen

Frankfurt /M. (rs) – Durch Energieeffizienzmotoren der Klasse 1 in neuen Anlagen sowie Frequenzumrichter in bestehenden Prozess- und Fertigungsanlagen lassen sich laut Dr. Peter Zwanziger, Siemens Automation and Drives, Erlangen, alleine in Europa 43 TWh Strom einsparen. Das entspricht Stromkosten von 3020 Mio. Euro oder so viel Energie, wie 19 fossile Kraftwerksblöcke erzeugen.

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Man könne es aber auch ganz anders ausdrücken: Man könnte damit 17 Millionen Kühe retten, die in letzter Zeit als Umweltsünder ausgemacht wurden. Denn die Menge an eingespartem, umweltschädlichem CO2 sei vergleichbar mit dem Schädigungspotenzial des 24 Mal schädlicheren Methangases, das 17 Millionen Kühe ausstoßen.

Wie Dr. Zwanziger auf einer Pressekonferenz des ZVEI in Frankfurt weiter ausführte, „sind durch den Einsatz sparsamerer Motoren 3,0 Mio. t CO2 und durch optimierte Antriebe in Bestandsanlagen, beispielsweise durch den Einbau von Frequenzumrichtern, jährlich 15,8 Mio. t CO2 einzusparen“.

Überdimensionierte Anlagen arbeiten nicht energieeffizient

Schuld an der Misere seien Überdimensionierungen aus Vorsicht oder aus Gründen der Planungssicherheit. Die Folge sei, dass bei voller Last unerwünschte Sekundäreffekte auftreten (Kavitation, Gasförderung, Druckbelastung), die man dann durch Reduktion der Leistung wieder vermeiden möchte. Bei Pumpen werden etwa das Zusetzen von Filtern und Sieben oder der Laufradverschleiß (Spaltverluste) sowie die Ablagerungen in Rohrleitungen, das Durchspülen von Leitungen, Sieben und die Wasserversorgung mit eingeplant. Deshalb wird die Pumpe im Normalbetrieb mit reduzierter Leistung betrieben.

Besonders kritisch sei es, wenn eine geplante Erweiterung – etwa in 10 Jahren – bereits mit eingerechnet werde. Die Pumpe läuft bis dahin nur im unwirtschaftlichen Teillastbetrieb. Werde mit einem mechanischen Ventil die Leistung gedrosselt, so sei dies so, als ob man ein Auto mit Vollgas fahre und die Geschwindigkeit durch gleichzeitiges Bremsen reduziere.

Aber viele Anlagen arbeiten laut Zwanziger noch immer so. Diese gelte es auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu untersuchen. Jedes Unternehmen sei gefordert. Und das Unglaubliche: Die Amortisationszeit liegt laut Dr. Zwanziger meist bei unter zwei Jahren.

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