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Energiepreisindex

Energiepreise steigen im April überraschend an

| Redakteur: Robert Horn

Die Energiepreise im April sind leicht gestiegen, in der zweiten Monatshälfte kam es allerdings zu plötzlichen Kurssprüngen.
Die Energiepreise im April sind leicht gestiegen, in der zweiten Monatshälfte kam es allerdings zu plötzlichen Kurssprüngen. (Bild: Unsplash.com/Master Wen)

Die Großhandelspreise für Strom und Gas steigen. Beim Stromeinkauf hatte das im April unmittelbare Auswirkungen auf die Einkaufspreise für Unternehmen. Der Gaspreisindex sank zwar im April im Vergleich zum Vormonat, aber auch hier erwarten die Ispex-Experten steigende Preise. Das ist das Ergebnis der Analyse des Ispex-Energiepreisindexes für den Monat April.

Die Entwicklung der Großhandelspreise für Strom und Gas verlief im April zunächst erwartungsgemäß. Bei den Strompreisen war ein leichter Anstieg zu beobachten, wohingegen bei den Gaspreisen ein leichter Abwärtstrend zu verzeichnen war. In der zweiten Hälfe des Monats kam es plötzlich zu Kurssprüngen, die die Preise für Strom und Gas erheblich steigen ließen. Die von den Unternehmen erzielten Gaspreise wurden allerdings stärker vom Preisniveau Anfang des Monats bestimmt.

Die Strompreise an den Energiebörsen verzeichnen erheblichen Anstieg

Im April stiegen die Strompreise zunächst kontinuierlich an, bevor in der zweiten Monatshälfte ein unerwartet starker Anstieg an den Großhandelsmärkten verzeichnet wurde. Zum Start in den Mai gab der Strompreis jedoch bereits wieder deutlich nach. Der Grund für diesen Aufwärtstrend sind die steigenden Notierungen von Rohöl und Kohle. Die wiederum sind auf die Gespräche der erdölproduzierenden Länder zurückzuführen, in denen eine Deckelung bzw. das Einfrieren der Fördermenge beschlossen werden soll, um den Rohölpreis zu stabilisieren bzw. anzuheben. Steigt der Ölpreis weiter, wird dieser Anstieg jedoch anderweitig gebremst werden.

„Sobald der Ölpreis wieder eine Marke erreicht, die eine Förderung von Öl mittels Fracking, vor allem in den USA, lohnenswert erscheinen lässt, werden neue Mengen auf die gleichbleibende Nachfrage treffen und den Aufwärtstrend verlangsamen“, erläutert Stefan Arnold, Vorstandsvorsitzender der Ispex AG, diese Entwicklung.

Der unerwartete, deutliche Anstieg des Strompreises Ende April ist in seiner Intensität nur schwer erklärbar und liegt teilweise an der Eigendynamik des Börsenmarktes. Den eigentlichen Grund für das Steigen der Strompreise sieht Arnold jedoch in dem plötzlichen Kälteeinbruch Ende April. Da in einigen Ländern Europas mit Strom geheizt wird, stieg die Nachfrage kurzfristig und wurde aufgrund von Ausfällen einiger Kernkraftwerke nochmals deutlich verstärkt. Allgemein wird jedoch erwartet, dass sich die Preise wieder einpendeln und sich der leichte Aufwärtstrend fortsetzt.

Strompreise für Unternehmen steigen

Durch den Anstieg des Börsenpreisniveaus mussten auch die Unternehmen beim Abschluss von Stromlieferverträgen tiefer in die Tasche greifen. Für durchschnittlich 2,71 Cent kauften Gewerbe- und Industriekunden im April die Kilowattstunde Strom ein. Im Vormonat waren es noch 2,54 Cent je Kilowattstunde.

Vorteilhaft in so einer Situation sind Rahmenverträge mit der Möglichkeit, kurzfristig Teilmengen zu ordern, denn diese ermöglichen die Schließung einzelner Positionen zu im Vorhinein definierten Preisformeln mit der Kopplung bestimmter Börsenprodukte. „So kann mit nur einem Anruf eine Teilmenge beschafft und schnell auf Kurssprünge reagiert werden“, erklärt Energieexperte Stefan Arnold. Diese Tranchenverträge können mit Hilfe von Online-Tools, mit denen man gleichzeitig auch die betreffenden Energiemärkte beobachten kann, bewirtschaftet werden.

Für den Mai erwartet Arnold weiterhin steigende Strompreise sowie die Weitergabe der Preisentwicklung an den Großhandelsmärkten von den Lieferanten an die Kunden. Er schätzt, dass die im Mai erzielbaren Preise auf dem Preisniveau der Verträge liegen, die zum Jahreswechsel abgeschlossen wurden.

Unerwarteter Kurssprung auch bei den Gaspreisen im Großhandel

Ähnlich wie bei den Strompreisen gab es auch bei den Gaspreisen zunächst keine Überraschungen. Die Gaspreise fielen wie erwartet leicht. Am Monatsende stiegen die Preise jedoch unerwartet um über zwei Euro je Megawattstunde über alle Lieferjahre hinweg.

Die Umkehr der Abwärtsbewegung ist durch den kontinuierlichen Anstieg der Rohölpreise erklärbar. „In deren Bugwelle steigen erfahrungsgemäß alle Energieträger, wenngleich keine Anzeichen für einen dauerhaften Nachfrageüberhang erkennbar sind“, wie Stefan Arnold weiß. Hauptsächlich wurde der unerwartete Kurssprung vom Spotmarkt gestützt, denn dort stiegen die Gaspreise aufgrund des plötzlichen Kälteeinbruchs deutlich. Auch am Gasmarkt normalisierten sich die Preise Anfang Mai wieder und entsprechen derzeit in etwa dem Preisniveau um den Jahreswechsel.

Der Aufwärtstrend bei den Gaspreisen wird mittelfristig durch verschiedene Faktoren behindert. Sowohl das Überangebot an Erdgas auf dem Weltmarkt sowie die Speichersituation werden einen Preisanstieg eindämmen. So liegen beispielsweise die Speicherstände in Deutschland weit über denen im Mai des letzten Jahres. Hinzu kommt, dass die Ausweitung der Speicherkapazität in Großbritannien nicht vor der nächsten Speichersaison beabsichtigt ist. Darüber hinaus greift, ähnlich wie beim Rohöl, der Fracking-Effekt, denn mit steigendem Preis wird die Förderung von Shale-Gas wieder attraktiver, was zu zusätzlichem Angebot auf dem Weltmarkt führt.

Ispex-Energiepreisindex: Im Mai sind höhere Gaspreise zu erwarten

Viele Unternehmen schlossen aufgrund der fallenden Gaspreise Lieferverträge für mehrere Jahre ab. Ispex hat den Durchschnittspreis der bei den Ausschreibungen und Auktionen eingegangenen Angebote ermittelt, der mit 1,53 Cent je Kilowattstunde nochmals um 0,04 Cent unter den Wert im Vormonat sank.

Aufgrund des Preisanstiegs an Börsen und Großhandelsplätzen im April werden die Unternehmen im Mai mit höheren Gaspreisen rechnen müssen. Maßgebend wird hier sein, ob und wie schnell sich die Preise im Großhandel wieder normalisieren. Viele Unternehmen, die den Gaseinkauf angesichts der Preissprünge Ende April kurzfristig aufgeschoben hatten, werden ihre Beschaffungspläne bei wieder fallenden Preisen voraussichtlich umsetzen.

Bei aller Aufregung um die Kurssprünge an den Großhandelsmärkten sollte nicht übersehen werden, dass die aktuellen Preise noch immer deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen. Auch der für Mai vermutete Preisanstieg für Gaslieferungen im Vergleich zum April wird daran nichts ändern.

Inhalt des Artikels:

  • Seite 1: Energiepreise steigen im April überraschend an
  • Seite 2: Zur Methodik

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