VDMA Power Systems Energietechnikanbieter üben weitere Kritik an EEG-Reform

Redakteur: Stéphane Itasse

Die Richtung stimmt grundsätzlich, aber in Einzelfragen gibt es noch viel zu klären – so äußerten sich Vertreter des VDMA-Fachverbands Power Systems bei ihrer Pressekonferenz am Montag auf der Hannover-Messe 2014.

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Dr. René Umlauft (links) und Dr. Markus Tacke sehen für den VDMA Power Systems die EEG-REform grundsätzlich auf dem richtigen Weg.
Dr. René Umlauft (links) und Dr. Markus Tacke sehen für den VDMA Power Systems die EEG-REform grundsätzlich auf dem richtigen Weg.
(Bild: Itasse)

„Die Lasten müssen auf mehr Schultern verteilt werden“, gesteht Dr. René Umlauft, Vorstandsvorsitzender des Fachverbands und CEO der MAN Diesel & Turbo SE, ein. Positiv sei auch, dass der Kabinettsentwurf einen Bestandsschutz vorsehe und dass die erneuerbaren Energien an die Nachfrage herangeführt würden. Allerdings bereiten ihm drei Punkte sorgen: „Die Energiespeicher kommen im Entwurf überhaupt nicht vor und es gibt keinen Preis für die Stromflexibilität, also kein Marktmodell. Unser Hauptsorgenkind ist aber die Eigenstromerzeugung.“

50 % Mindest-EEG-Umlage auf Eigenstromerzeugung gefährdet KWK

Für Umlauft sei eine EEG-Mindestumlage von 20 % auf die Eigenstromerzeugung, wie sie für industrielle Anlagen vorgesehen ist, machbar. „Die 50 % für Handel und Gewerbe tun uns allerdings weh“, sagt er. Dadurch würde der Ausbau einer flexiblen und energieeffizienten KWK-Eigenstromerzeugung in diesen Branchen gefährdet. Die vorgesehenen Bagatellgrenzen seien für die Photovoltaik, aber nicht für andere Erzeugungsarten geeignet.

Erleichtert zeigte sich der VDMA-Fachverband auch über die Änderungen beim Windkraftzubau, offshore wie onshore. Allerdings hat Dr. Markus Tacke, Vorstandsmitglied des VDMA Power Systems und CEO Siemens Wind Power, durchaus noch Kritikpunkte: „Unbeantwortet ist noch die Frage der im Koalitionsvertrag angekündigten entschädigungsfreien Abregelung der Windenergieanlagen von bis zu 5 %.“ Um Investitionssicherheit zu schaffen, müsse diese Frage schnell geklärt werden. „Auch die geplante Länderhoheit für die Festlegung von Mindestabständen zwischen Windenergieanlagen und baulicher Nutzung eröffnet der regionalen Willkür Tür und Tor“, sagt Tacke weiter.

Rahmenbedingungen für Energiespeicher noch völlig unsicher

Einig waren sich Umlauft und Tacke darin, dass die Politik dringend mehr Sicherheit beim Thema Energiespeicher schaffen müsse. „Wir müssen die Pilotanlagen – ob Batteriespeicher oder Power to Gas – vorantreiben, um die Kosten zu senken“, fordert Umlauft. „Die Industrie versucht, Technologien für Speicher zu entwickeln, aber die Rahmenbedingungen fehlen, so dass man nicht weiß, in welche Richtung man optimieren soll“, ergänzt Tacke.

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) auf der Hannover-Messe 2014: Halle 8, Stand D14

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