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Speicher für Ökostrom Energiewende macht rentable Speicher zwingend erforderlich

| Autor/ Redakteur: Christa Friedl / Claudia Otto

Damit Solarenergie weiter auf der Erfolgswelle reiten kann, braucht Deutschland leistungsfähige Speicher für Ökostrom. Die Intersolar 2013 präsentiert erstmals einen eigenen Ausstellungsbereich Energiespeicher – genau zur rechten Zeit: Die ersten Technologien sind dabei, sich auf dem Markt zu etablieren.

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2012 speisten mehr als 1,2 Mio. Photovoltaik-Anlagen bundesweit über 28.000 GWh Strom ein.
2012 speisten mehr als 1,2 Mio. Photovoltaik-Anlagen bundesweit über 28.000 GWh Strom ein.
(Bild: Intersolar)

Wenn in Deutschland die Sonne brennt und der Wind kräftig auffrischt, treibt das Energieversorgern und Netzbetreibern selbst in perfekt klimatisierten Büros den Schweiß auf die Stirn. Dann ist es vorbei mit der Ruhe im Netz. Während einer einzigen heißen Mittagsstunde erzeugen die deutschen Solaranlagen soviel Strom wie alle Atomkraftwerke zusammengenommen.

2012 speisten mehr als 1,2 Mio. Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) bundesweit über 28.000 GWh Strom ein, 80 % davon in die fein verzweigten Niederspannungs- und Verteilnetze. Das Problem: Solarstrom fluktuiert. Als Folge zucken die Leistungskurven der Netze im Tagesverlauf wie das EKG eines Herzkranken.

Situation spitzt sich weiter zu

Die Situation wird sich weiter zuspitzen. Trotz sinkender Einspeisevergütungen ist der Solarboom ungebrochen. 2012 wurden rund 2,4 GW neue PV-Anlagen installiert, in diesem Jahr rechnet das Bundesumweltministerium mit zusätzlich 3 bis 4 GW, für 2014 sogar mit 5 GW neuer Leistung. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen schätzt den Überschuss an Ökostrom bis 2022 auf 16 bis 26 GW. „Dass wir mit dem fortschreitenden Ausbau der fluktuierenden Energien leistungsfähige Speicher brauchen, daran zweifelt keiner mehr“, konstatiert Prof. Eike Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme.

Speicher ja – nur welche? Und bis wann? In welcher Zahl und Dimension? Energiespeicher können zentral wie dezentral für ganz unterschiedliche Anwendungen genutzt werden: für die Erzeugung von Regelleistung und die Stabilisierung der Netze, für die Flexibilisierung konventioneller Kraftwerke und für industriellen Lastspitzenausgleich, aber auch zur Ausnutzung von Preisunterschieden im Strommarkt und als kleine stationäre Speicher im Keller von Privathäusern oder Gewerbe, um die Netze zu entlasten.

In Deutschland ist die Speicher-Infrastruktur bisher recht übersichtlich

In Deutschland ist die Speicher-Infrastruktur bisher recht übersichtlich. Den Löwenanteil der derzeitigen Kapazität tragen Pumpspeicherkraftwerke, ergänzt durch wenige Batterien. Für viele andere Länder der Welt gilt das ganz ähnlich. Marktforscher der Boston Consulting Group (BCG) glauben, dass sich das Bild mittelfristig deutlich ändern wird.

Denn fluktuierende Energien boomen weltweit. 2012 wurden allein bei PV rund 30 GW neue Leistung installiert, gleichzeitig sind die Netze nahezu überall auf der Welt auf so große Mengen fluktuierenden Ökostrom nicht ausgelegt. Laut BCG wird sich daher die Speicherkapazität von rund 105 GW weltweit bis 2030 vervierfachen. Die dafür nötigen Investitionen von 280 Mrd. Euro fließen zur Hälfte in Batterietechnologien, prognostizieren die Marktforscher, den Rest teilen sich Pumpspeicherkraftwerke und Druckluftspeicher.

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