Suchen

Speicher für Ökostrom

Energiewende macht rentable Speicher zwingend erforderlich

Seite: 2/4

Firmen zum Thema

Zahlen dieser Art bestätigen zwar, was nahezu alle Experten derzeit beschwören: Ohne Speicher werden weder die Energiewende in Deutschland noch der Aufbau einer tragfähigen Energieversorgung in Schwellen- und Entwicklungsländern gelingen. Gleichzeitig aber sind Zahlen zu Speichertechniken und –markt nicht mehr als ein Blick in die Kristallkugel. Wie schnell sich Technologien entwickeln und Kosten marktfähig werden, weiß derzeit keiner zu sagen. Dr. K. Peter Röttgen, Leiter des E.On Innovation Center Energy Storage, stellt klar: „Die Industrie wird nur in Speicher investieren, die sich auch rechnen und die man wirklich braucht.“

Förderung und Forschung für moderne Energiespeicher wurde lange vernachlässigt

Und was sich rechnet, hängt von vielen Faktoren ab. Nicht nur von der technischen Entwicklung einzelner Speichertypen, sondern auch vom Fortschritt des Netzausbaus, der Verbreitung von Last- und Einspeisemanagement und nicht zuletzt davon, wie viel Fördermittel die Politik für Speicherforschung zur Verfügung stellt. Außerdem: Bei hohen Einspeisevergütungen gibt es für Kraftwerksbetreiber keinen Anreiz, teure Speicher zu bauen. Zugleich aber kann die Speicherung von fluktuierenden Energien den nötigen und kostspieligen Netzausbau reduzieren. Röttgen: „Niemand weiß im Moment, wo der Mittelweg zwischen Netzausbau und Speichertechnik genau liegt.“

Bildergalerie

Bildergalerie mit 5 Bildern

Förderung und Forschung für moderne Energiespeicher wurde lange vernachlässigt. „Viele haben geglaubt, dass man erst dann Speicher braucht, wenn wir unseren Strom zu mindestens 50 % aus Erneuerbaren herstellen“, betonte Bundesumweltminister Peter Altmaier Mitte März auf einer Fachtagung in Düsseldorf. Ein Irrtum. Heute sorgt bereits ein Ökostrom-Anteil von rund 25 % dafür, dass die Ruhe im Netz und im Energiesystem dahin ist.

Dass sowohl Politik als auch Energiewirtschaft die Bedeutung von Speichertechnologien erkannt haben, ist eine gute Nachricht für die deutsche Industrie. „Zentrale und große Speicherkraftwerke eröffnen Chancen für den deutschen Anlagenbau, seine hervorragende Stellung im Kraftwerksbau zu halten“, konstatierte das Bundeswirtschaftsministerium bereits 2009 in einer Studie. Bei der Batterietechnik allerdings müsse sich die deutsche Industrie sputen, um auf international konkurrenzfähiges Niveau zu kommen, mahnt das Ministerium. Hier haben vor allem asiatische Hersteller die Nase vorn.

Batterien steht ein Boom ins Haus

Dabei steht gerade Batterien ein Boom ins Haus. Sie sind ideale Kurzzeitspeicher und lassen sich einfach skalieren. Außerdem können verschiedene Typen kombiniert werden, so dass der Speicher sowohl hohe Leistung als auch eine relativ lange Überbrückungszeit ermöglicht. Zu den modernen Varianten zählen Lithium-Ionen-Batterien, die weltweit eigentlich für Elektrofahrzeuge entwickelt wurden, außerdem Redox-Flow-Batterien, bei denen der Elektrolyt außerhalb der Zelle in Tanks gelagert wird, so dass die gespeicherte Energiemenge nicht von der Zellengröße abhängt.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 39495240)