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Speicher für Ökostrom

Energiewende macht rentable Speicher zwingend erforderlich

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Erste Kombispeicher sind im Einsatz: Auf der Azoreninsel Graciosa installierte die Berliner Younicos AG einen MW-Hybrid aus Lithium-Ionen und Natrium-Schwefelbatterie. Er versorgt die 4000 Einwohner des Eilands zu 70 % mit Ökostrom. Auf der Nordseeinsel Pellworm wird künftig ein Kombispeicher aus Redox-Flow- und Lithium-Ionen-Batterie überschüssigen Ökostrom aus einem E.on-Kraftwerk aufnehmen und Stromerzeugung und –verbrauch besser in Einklang bringen.

Auch kleine Ökostromerzeuger beginnen sich für Batterien zu interessieren. Eine Mehrzahl der Kunden, die 2012 eine PV-Anlage installiert haben, erwägt die Installation eines Stromspeichers. Das ergab eine Umfrage des Bonner Marktforschungsinstituts EUPD Research. Dabei lassen sich viele Stromverbraucher scheinbar weder von hohen Kosten (rund 3000 Euro für eine 5 bis 7-kWh-Lithium-Ionen-Batterie) noch der geringen Rendite von etwa nur 2,5 % abschrecken. Wichtiger scheint derzeit den meisten PV-Nutzern die Unabhängigkeit von Energieversorger und steigenden Stromkosten zu sein, betont EUPD.

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Können moderne Batterien das Tor zum Speichermarkt aufstoßen?

Hersteller wie Voltwerk Electronics und Saft Batterien haben erste Lithium-Systeme für Haushalte im Test. Reicht das Tageslicht für den Betrieb der Solarzellen aus, wird nicht benötigte Energie in der Batterie gespeichert und bei vollem Akku überschüssiger Strom ins Netz eingespeist. Abends oder bei unzureichenden Lichtverhältnissen versorgt die Batterie dann den Haushalt mit Strom. „Der Anstieg des Eigenstromverbrauchs verringert die Stromflüsse im Niederspannungsnetz, die Belastung der Anlagen im Netz sowie die Leistungsverluste“, erläutert Röttgen.

Moderne Batterien könnten das Tor zum Speichermarkt aufstoßen, glauben viele in der Branche. Denn die technischen Anforderungen an stationäre Systeme sind geringer als an mobile. Außerdem könnten die Preise schneller fallen als erwartet. Zum einen dank optimierter und günstigerer Materialien. Aber auch durch die Preispolitik der Hersteller, die nach neuen Anwendungen für ihre Lithiumbatterien suchen, da die Zahl der Elektroautos viel langsamer wächst als erhofft. Mancher in der Branche glaubt sogar, dass die gute alte Blei-Säure-Batterie als günstige Variante für stationäre Speicherung eine Renaissance erleben wird.

Neuartige Groß- und Langzeitspeicher stehen erst nach 2025 zur Verfügung

Während sich ein Markt für kleinere Speicher zu formen beginnt, werden neuartige Groß- und Langzeitspeicher voraussichtlich erst nach 2025 zur Verfügung stehen. Erst wenige Anlagen sind weltweit in Erprobung, über Investitions- und Betriebskosten lässt sich derzeit noch wenig Konkretes sagen. Nur soviel: Sie sind noch viel zu teuer, um wirtschaftlich zu sein. Zu den viel versprechenden Technologien zählen Druckluftspeicher, bei denen ein mit Ökostrom betriebener Kompressor Luft in unterirdische Salzkavernen presst.

Beim Entladen treibt die Druckluft eine Gasturbine. Wird der unterirdische Druckspeicher mit einem oberirdischen Wärmespeicher gekoppelt, steigen Wirkungsgrad und Wärmebilanz beträchtlich. Etwa die hundertfache Energiemenge könnte in Kavernen gespeichert werden, wenn die Druckluft durch Wasserstoff ersetzt wird.

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