Kantenbearbeitung Entgrat- und Verrundungsmaschinen sorgen für mehr Effizienz

Autor / Redakteur: Benjamin Kretschmann / M.A. Frauke Finus

Vielseitige Entlastung bei hochpräzisen Ergebnissen – das liefern die Blechentgrat- und Verrundungsmaschinen von Löwer, in die Jens Fritzsch Blech und Metall investiert hat. Bei seiner Investition wurde das Unternehmen von TM Systeme + Maschinen beraten.

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Bei diesen Stahlteilen wurden die Oxidschichten entfernt, anschließend wurden sie entgratet. Alles mit der Disc Master 4TD.
Bei diesen Stahlteilen wurden die Oxidschichten entfernt, anschließend wurden sie entgratet. Alles mit der Disc Master 4TD.
(Bild: Löwer)

1997 ging die Maschinenfabrik Ravensburg in die Insolvenz. Bis dahin war Metallbaumeister Jens Fritzsch dort beschäftigt und für das Schneiden und Biegen aller Bleche für die Drehmaschinen verantwortlich. Aus der Not heraus wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit: In einer der Hallen und mit nur zwei Maschinen seines ehemaligen Arbeitgebers gründete er seinen Blechbearbeitungsbetrieb – der Rest ist eine Erfolgsgeschichte. Seine sechs Mitarbeiter und er beliefern mittlerweile die gesamte umliegende Industrie aus den Bereichen Automobilwirtschaft, Anlagen- und Maschinenbau sowie verschiedene Schlossereien mit Kleinteilen wie Abdeckungen, Einhausungen, Winkel und Rutschen aus allen metallischen Materialien. Die Kompetenzen von Jens Fritzsch liegen beim Laser- und Wasserstrahlschneiden, CNC-Abkanten und dank den beiden neuen Löwer-Maschinen auch im Bereich Schnittkantenentgraten, Oxidschichtentfernen und Kantenverrunden. Nach zehn Monaten Bauzeit zog das erfolgreiche Unternehmen im Mai 2016 schließlich mit Mann und Maschine aus der alten Maschinenhalle in das neue, energieeffiziente Büro- und Produktionsgebäude mit seiner großzügigen Glasfassade.

Flexibilität bei höchster Prozesssicherheit

Das architektonisch moderne Gebäude spiegelt auch die zeitgemäße Produktion mit dem hohen Automatisierungsgrad wider: „Wir haben einen sehr hohen Qualitätsanspruch und meine Mitarbeiter sind einfach zu teuer und zu gut qualifiziert, um jeden Tag Handentgratungsarbeiten zu erledigen“, erklärt Geschäftsführer Jens Fritzsch. Nach langer Suche hat er seinen Maschinenpark dann endlich um die optimale Anlagenlösung erweitern können: Die Entgrat- und Verrundungsmaschinen Disc Master 4TD und Belt Master K-4TD von Löwer stehen seit Dezember 2016 in der Produktionshalle. Der Disc Master 4TD ist mit vier rotierenden Discs ausgestattet, welche über die gesamte Transportbreite oszillieren. Diese Technologie ermöglicht das kostengünstige Entgraten und Verrunden von Stanz-, Laser- und Plasmateilen. Der BeltMaster K4TD verfügt über ein Breitbandschleifaggregat und zwei Discstationen – jeweils mit zwei großen Discaggregaten. Sie oszillieren ebenfalls über die gesamte Transportbandbreite. Die Verbindung aus Breitbandaggregat und dem 4TD-Disc-Konzept macht diese Anlage zu einer vielseitigen Lösung zum Schleifen, Entgraten, Verrunden oder Oxidschichtentfernen mit einer Maschine.

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Für Jens Fritzsch war der Weg dorthin nicht einfach: „Ich habe lange nach den richtigen Maschinen gesucht und verschiedene Hersteller auf den einschlägigen Messen abgegrast. Man trifft diese Entscheidungen nicht mal eben schnell aus dem Bauch raus, denn solche Maschinen sind Großinvestitionen. Zudem erhält man die Angebote oftmals ohne die erforderlichen Absauganlagen“, berichtet Fritzsch. Im September 2016 stieß er auf der Stuttgarter AMB-Messe schließlich auf die Firma Löwer aus dem nordhessischen Homberg. Die hatte die passenden Maschinen im Portfolio, die auch direkt vor Ort getestet werden konnten. Mit TM Systeme + Maschinen erhielt Jens Fritzsch zudem einen regionalen Ansprechpartner, der ihm während der Entscheidungs- und Investitionsphase immer persönlich beratend zur Seite stand: „Thomas Maier von TM Systeme + Maschinen, hat mich stets top beraten, denn er hat mein Anliegen und meinen Qualitätsanspruch sofort verstanden und in eine für uns absolut passende Lösung umgesetzt – bei bestem Preis-Leistungsverhältnis.“ Alle, für die Anforderungen von Jens Fritzsch Blech und Metall, relevanten Eigenschaften der Maschinen, die Bedienbarkeit und der flexible Betrieb wurden präzise dargestellt und auch die spätere Lieferzeit beider Maschinen ist erstaunlich kurz gewesen, erinnert sich Jens Fritzsch. „Wir verstehen uns nicht als reinen Absatzmittler unserer Lieferwerke, sondern vor allem als kompetenter und zuverlässiger Berater unserer Kunden, wo individuelle Anforderungen in die Entscheidungsfindung einfließen und die Leistung nicht mit der Lieferung der Maschinen endet“, sagt Thomas Maier, Geschäftsführer von TM Systeme + Maschinen.

Enorme Zeiterspanis von Tagen auf Stunden

Beide Anlagen sind tagtäglich mehrere Stunden in Betrieb. Durch die Automatisierung können nun ganze Serien in kürzester Zeit geschliffen und entgratet, die Oxidschichten entfernt und Kanten verrundet werden. Vor dieser Investition haben diese Prozesse tagelang gedauert und die Fachkräfte fehlten durch die langwierigen Handentgratungsarbeiten an anderer Stelle. Genau das war ein Problem für den kleinen Betrieb mit den vollen Auftragsbüchern. „Wofür wir früher drei Tage brauchten, schaffen wir nun in nur drei Stunden“, resümiert Jens Fritzsch die ersten Monate nach der Maschinenanschaffung und betont, dass er mit der Automatisierung nicht nur sehr viel Zeit einspart, sondern auch ein hohes Maß an Prozesssicherheit gewinnt. Der Unternehmer legt höchsten Wert auf Materialtrennung in Bezug auf die Verarbeitung von Alu-, Edelstahl- sowie Stahlteilen, denn nur so kann er Qualitätsverluste vermeiden und die Kundenzufriedenheit sicherstellen. Das war auch der Grund, warum er gleich in zwei Löwer-Anlagen investiert hat. Thomas Maier erklärt: „Werden die Materialien bei der Verarbeitung nicht sauber voneinander getrennt, geht Herr Fritzsch einen hohes Qualitäts- und damit Geschäftsrisiko ein. Er bearbeitet verschiedene Materialien für unterschiedliche Kunden und hier darf kein Fauxpas durch Materialmix passieren.“

Die beiden Anlagen sind zudem vom Bearbeitungsprozess unterschiedlich: mit der Disc-Master-Maschine werden Stahlteile entgratet, Kanten verrundet und Oxidschichten entfernt. Mit der Belt Master K 4TD lassen sich Edelstahlteile – und dank des Nassentstaubers auch Aluteile – schleifen und entgraten. Zudem kann man damit eine sehr hochwertige Kantenverrundung erzielen. Aufgrund der Schleifdisc-Scheiben und Bürsten können auf der Disc Master 4TD außerdem Kleinstteile mit der Größe einer 1-Euro-Münze bis hin zu Langteilen mit einer Arbeitsbreite von 1.500 Millimeter entgratet und verrundet werden. Wird beim Belt Master das Schleifbandaggregat aus dem Arbeitsbereich gefahren, können auch hier ebenso kleine Teile bis hin zu Teilen mit einer maximalen Blechbreite von 1.350 Millimeter bearbeitet werden. Genau diese Flexibilität benötigt ein Lohnfertiger wie Jens Fritzsch, der heute nicht weiß, welche Kundenanforderung morgen auf ihn zukommt. So kann er schnell auf neue Aufgaben reagieren, seine Kunden zeitnah bei bester Qualität beliefern und sich so Wettbewerbsvorteile sichern.

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