Fahrerloses Auto

Entspannt auf der Straße dank autonomer Fahrzeuge

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Hochautomatisiertes und eines Tages autonomes Fahren soll dabei helfen, die Straßen sicherer zu machen und Unfälle zu vermeiden. Zudem wird das Autofahren komfortabler: Eines Tages könnten sich selbst Personen ohne Führerschein zum Bummel in die Stadt chauffieren lassen und dabei ein Buch lesen. Doch bisher funktioniert hochautomatisiertes Fahren nur bei Teilmanövern und auf bekannten Strecken. Das sieht auch der große Zulieferer Bosch so, kürzlich war auf dem Twitterkanal von Bosch-Presse zu lesen: „Nur mit hochpräzisem Kartenmaterial wird autonomes Fahren auf Straßen möglich sein.“ Besonders im anspruchsvollen innerstädtischen Verkehr, in dem sich Fußgänger, Radfahrer und Autos auf engem Raum bewegen, ist allerhand Technik nötig: Sieben Radare, fünf Kameras und einen Laserscanner haben die Forscher im neuen Testfahrzeug verbaut – und dabei weitestgehend auf Seriensensorik zurückgegriffen. Diese Sensoren senden ständig Daten an drei im Fahrzeug integrierte Rechner, die die Situation bewerten, sinnvolle Handlungen planen und schließlich Gaspedal, Bremse und Lenkung ansteuern.

Psychologie des Autofahrens

Künftig soll die Handlungsplanung auch in Abstimmung mit anderen Fahrzeugen geschehen. Dazu tauschen die Autos beispielsweise Daten zu Position, Geschwindigkeit und Handlungsplanung über Funkmodule aus. Außerdem erforschen die Ingenieure, wie Absichten und Wünsche anderer Verkehrsteilnehmer durch Sensoren und verarbeitende Algorithmen erkannt und bei der Handlungsplanung der Versuchsfahrzeuge berücksichtigt werden können. „Durch kooperatives hochautomatisiertes Fahren könnten zum Beispiel Verdeckungssituationen aufgelöst oder das Reißverschlusssystem ganz ohne Fahrer perfektioniert werden“, erklärt Dietmayer.

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An der Vision vom autonomen Fahren arbeiten Ulmer Teams aus Ingenieuren, Informatikern und Technikern seit 15 Jahren. In Zukunft sollen die Autos typische Handlungsweisen ihrer Besitzer in ihr Fahrverhalten und die Planung integrieren und noch besser mit weiteren Verkehrsteilnehmern und der Infrastruktur interagieren. Wie viel Kontrolle möchte der Fahrer an sein Auto abgeben? Und wann fühlt er sich bevormundet? Diese und andere Fragen der „Psychologie des Autofahrens“ werden ebenfalls in Ulm untersucht. In den hochautomatisierten Testautos kann der Fahrer schon jetzt jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug erlangen – durch Knopfdruck oder die Betätigung des Bremspedals. Bis das autonome Fahrzeug, das vollkommen selbstständig durch den innerstädtischen Verkehr steuert, aber serienreif ist, muss noch viel geforscht werden. Anwendungsmöglichkeiten wären in jedem Fall vielfältig: So könnten Teile des öffentlichen Nahverkehrs durch autonome Fahrzeuge ersetzt werden, Menschen, die nicht fahrtüchtig sind oder keine Fahrerlaubnis haben, könnten befördert werden oder für autonome Fahrzeuge reservierte Straßen könnten ein staufreies Ankommen sicherstellen.

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