Polyurethan Ergonomisch gestaltete Gehäuse für Werkzeugvoreinstellgeräte

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Polyurethan ermöglicht eine hohe Designfreiheit. Das gab den Ausschlag, Gehäuse für Werkzeugvoreinstellgeräte aus Polyurethan herzustellen, berichtet Bayer Materialscience. Dadurch wurde eine ergonomisch optimierte Gestellung erreicht. Weitere Vorteile lagen in der schnellen Herstellung von Gehäuseteilen und in der Verwendung kostengünstiger Aluminium-Werkzeugen.

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Ein wesentlicher Grund für das ergonomische Gehäusedesign dieses Werkzeugvoreinstellgeräts liegt im Werkstoff Polyurethan.
Ein wesentlicher Grund für das ergonomische Gehäusedesign dieses Werkzeugvoreinstellgeräts liegt im Werkstoff Polyurethan.
( Archiv: Vogel Business Media )

Kunststoff oder Metall? Für den schweizerischen Gehäusehersteller Emaform, Gontenschwil, ist die Antwort eindeutig Kunststoff. Anhand von Gehäusen aus Polyurethan-Kunststoffen (PUR) für Werkzeugvoreinstellgeräte macht er das deutlich. In diesem Anwendungsfall haben Polyurethan-Formteile Metallbleche ersetzt. Als Grund dafür wird vor allem die größere Designfreiheit und die Möglichkeit zur besseren ergonomischen Gestaltung angegeben.

Der Polyurethanverarbeiter Emaform baut die Gehäuse für die Werkzeuvoreinstellgeräte EZ-Set 400 und EZ-Set 60. Gerätehersteller ist die EZ-Set GmbH, Freiberg am Neckar. Mit diesen Geräten werden Werkzeuge vor dem Einsatz in CNC-Maschinen vermessen, auf Toleranzen geprüft und nachgestellt. Das sei eine wichtige Voraussetzung, damit eine computergestützte Regelungstechnik (CNC) zu einer Rationalisierung der Produktion aufgrund von erheblich schnelleren und trotzdem sehr genau gesteuerten Bewegungen der Achsen und Werkzeuge führe, heißt es.

Für die Gehäuse werden aus den Polyurethantypen Baydur 60 und 110 des Kunststofferzeugers Bayer Materialscience, Leverkusen, verwendet. Aufgrund der größeren Desingfreiheit im Vergleich zu den verbauten Blechverschalungen hebt sich das Gehäuse den Angaben zufolge von den Vorgängerversionen ästhetisch deutlich ab. So ist eine freie 3D-Formgebung möglich.

Gute Gleiteigenschaften als Pluspunkt

Außerdem haben die Polyurethan-Kunststoffe gute Gleiteigenschaften, was eine wichtige Voraussetzung für ein geräuschlose Balgführung ist. Darüber hinaus ist es gelungen, mit diesen Werkstoffen eine schnelle und kostengünstige Herstellung der Verschalungen zu erreichen. Dadurch lasse sich ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen, so Peter Hunke, Betriebsleiter bei EZ-Set.

Bei der Herstellung der zweiteiligen Elektronikfront der Gehäuse sind große Wanddickenunterschiede umzusetzen. Für diesen Gehäusebereich wird das Polyurethan Baydur 60 verwendet, das sich laut Bayer Materialscience für die Konstruktion komplexer Formteilgeometrien mit variablen Wanddicken eignet und aufgrund der Sandwichstruktur eine hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht bewirkt.

Verschiedene Werkstoffe je nach Wanddicke

Für die Herstellung der jeweils zweiteiligen Verschalung der X- und Z-Achse sind großflächigere Formteile erforderlich. Zur Formteilherstellung kommt der mikrozellulare RIM-Werkstoff Baydur 110 zur Anwendung. Laut Bayer Materialsciene gewährleistet dieser Werkstoff eine hohe Steifigkeit und Festigkeit auch bei geringen Wandicken. Außerdem sei aufgrund der guten Oberflächenqualität eine anspruchsvolle Lackierung möglich. Die Gewindebuchsen aus Messing werden bei der Fertigung bereits mit eingeformt.

Für die Realisierung massiver Hinterschnitte in der Verschalung der X-Achse wird ein innovatives Formkonzept angewendet. Wesentlicher Bestandteil ist ein Aluminium-Werkzeug, das laut Emaform eine besonders wirtschaftliche Produktion ermöglicht. Ähnliches gelte auch für die kurze und lange Ausführung der Verschalung der Z-Achse, für die der Polyurethanverarbeiter ein Kombinationswerkzeug verwende.

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