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Erneuerbare Energien stellen Stromnetz vor neue Anforderungen

07.04.2011 | Autor / Redakteur: Udo Schnell / Udo Schnell

Anke Hüneburg, ZVEI-Bereichsleiterin Energie: „Bei der Einführung von Smart Meters im Zusammenspiel mit Smart Grids ist mehr Schwung nötig.“ Bild: ZVEI
Anke Hüneburg, ZVEI-Bereichsleiterin Energie: „Bei der Einführung von Smart Meters im Zusammenspiel mit Smart Grids ist mehr Schwung nötig.“ Bild: ZVEI

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Ein Eckpfeiler der Hannover-Messe 2011 ist die Leitmesse Energy. Der ZVEI ist seit vielen Jahren dabei, zum Beispiel mit dem Forum „Life Needs Power“. In diesem Jahr ist Smart Grid in aller Munde. Anke Hüneburg, ZVEI-Bereichsleiterin Energie und Geschäftsführerin Fachverband Energietechnik, sieht im Smart Grid Chance und Herausforderung zugleich.

Frau Hüneburg, der ZVEI macht sich seit langem für das Smart Grid und für den Smart Meter stark. Jetzt scheint das Thema alle zu interessieren. Was hat sich verändert?

Hüneburg: Ja, Smart Grid ist eines der Kernthemen für diese Hannover-Messe. Offensichtlich hat sich durchgesetzt, dass die hohen Ziele der EU und der Bundesregierung nach einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien mit dem historisch gewachsenen Stromverteilnetz nicht realisierbar sind. In Deutschland produzieren schon heute mehr als 300.000 Photovoltaikanlagen und mehr als 20.000 Windkraftanlagen Strom.

Noch mehr dezentrale Energieerzeugung auf der einen und künftig Elektromobilität mit Zigtausend Stromtankstellen auf der anderen Seite mit entsprechendem Steuerungs- und Abrechnungsbedarf stellen immer höhere Anforderungen an Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit der Netze. Das setzt ein intelligentes und erweitertes Stromnetz voraus. Das wissen aber nicht nur die Techniker, sondern die Politik hat das mittlerweile auch erkannt.

Sind sie also zufrieden mit der Politik?

Hüneburg: Die Politik geht in die richtige Richtung, aber zu zaghaft. Zwar hat die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept vieles angestoßen, aber konkrete Maßnahmen zum Ausbau und zum Umbau als Smart Grid kommen viel zu kurz. So hält die Deutsche Energieagentur dena den Bau von über 4000 km neuer Hochspannungsleitungen in Deutschland bis 2025 für notwendig – das ist die Entfernung von Moskau bis Lissabon. In den vergangenen fünf Jahren konnten von dem in der Dena-1-Studie ermittelten aktuellen Netzausbaubedarf von 850 km gerade einmal 90 km realisiert werden – 18 km pro Jahr.

Bewegen wir uns in diesem Schneckentempo weiter voran, erreichen wir die Ziele nicht. Dann ist auch die hohe Versorgungssicherheit – ein wichtiger Vorteil für die deutsche Industrie – ernsthaft gefährdet. Auch bei der Einführung von Smart Meters im Zusammenspiel mit Smart Grids ist mehr Schwung notwendig. Andere Länder gehen da deutlich zielstrebiger vor.

Welchen Beitrag kann der ZVEI leisten?

Hüneburg: Die Industrie hat die erforderlichen Technologien entwickelt. Was man braucht, ist aber auch der politische Wille und ein kalkulierbares „return of investment“ für die Netzeigner.

Unsere vielfältigen Aktivitäten in den technischen Arbeitskreisen, der Öffentlichkeitsarbeit und verschiedenen anderen Initiativen setzen hier an. Dazu gehört das gemeinsam mit BDEW und VDE veranstaltete Forum „Life Needs Power“ in Halle 12. Es ist eine Plattform, auf der die Politik auf Sachverstand aus Wissenschaft, Industrie, Energiewirtschaft trifft. In Vorträgen und Diskussionen wird der aktuelle Stand vorgestellt und diskutiert – von der Energieerzeugung über die Verteilung bis hin zur Speicherung.

ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektonikindustrie e.V. auf der Hannover-Messe 2011: Halle 11, Stand D34

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