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Transfluid

Erste Serienanlage für inkrementelle Rohrumformung

| Autor / Redakteur: Stefanie Flaeper / Frauke Finus

„Herkömmliche Umformverfahren sind bei den meisten hochfesten Werkstoffen überfordert“, erklärt Gerd Nöker, Geschäftsführer der Transfluid GmbH. „Unsere Maschine kann Rohre aus solchem Material rotationssymmetrisch partiell umformen, um sie für nachfolgende Prozesse vorzubereiten.“

Solch ein nachfolgender Prozess ist zum Beispiel das Hydroformen. Hierfür wird dann mittels der inkrementellen Umformung ein Rohr mit verschiedenen Durchmessern und unterschiedlichem Wandstärkenverlauf vorgeformt. Besonders wichtig für das Hydroformen: Im lokal reduzierten Rohrbereich gibt es keine Veränderung der Wandstärke. Weitere Vorteile sind:

1. Hochfeste Werkstoffe können kalt umgeformt werden.

2. Biegeradien und Freiformradien können ohne jegliche Rückfederung mit höchster Genauigkeit im laufenden Prozess geformt werden.

3. Eine geringe Ovalität des Bogens kann bei minimaler Wandstärkenschwächung erzielt werden.

Es können bedarfsgerecht hergestellte Rohre (tailor tubes) bis zu einem Durchmesser von 90 mm bearbeitet werden.

Inkrementelle Rohrumformung ermöglicht Gewichtsreduzierung

Zusätzlich erlaubt der rollierende Prozess auch eine definierte Einstellung der Oberfläche und unter Umständen verbessern sich sogar die Werkstoffeigenschaften. Die Rohrumformmaschine von Transfluid ist mit einer einfachen Biegevorrichtung ausgestattet. Mit dieser wird das umgeformte Rohr einfach und mit geringem Kraftaufwand gebogen. Der Werkstoff wird durch die rotatorische Umformung plastifiziert. So können Rohre gleichzeitig mit relativ engen Radien ohne Dorn gebogen werden. Weil das Rohr aufgrund des überlagerten Prozesses nur gering zurückfedert, ist der erreichte Biegewinkel annähernd identisch mit dem geschalteten Winkel der Biegemaschine.

Dank der Serienanlage kann inkrementelle Rohrumformung jetzt beispielsweise auch in der Automobilindustrie eingesetzt werden. Das Verfahren bietet sich hier deshalb an, weil hochfeste Werkstoffe umgeformt werden können, was bisher nur schwierig möglich war. So kann Gewicht von verschiedenen Bauteilen, bei welchen solche Rohre im Einsatz sind, reduziert werden. Diese Bauteile sind beispielsweise in Stabilisatoren, beim Aufprallschutz und in Fahrwerksteilen zu finden.

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