Studie Erstes deutliches Wachstumsjahr für die weltweite Maschinenbaubranche seit fünf Jahren

Redakteur: Melanie Krauß

Ende der Stagnation: Die Digitalisierung, die bislang solide Entwicklung der globalen Wirtschaft sowie neuausgerichtete Geschäftsmodelle haben der weltweiten Maschinenbauindustrie laut Industriegüterstudie 2018 eine Sonderkonjunktur beschert.

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Die Industriegüterstudie 2018 basiert auf einer weltweiten Stichprobe von 1.184 Maschinenbauunternehmen mit einem Umsatz von 100 Mio. Euro oder höher. Zudem wurden öffentlich zugängliche Quellen genutzt, beispielsweise von Branchenverbänden wie dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Diese wurden ergänzt durch eigene Analysen und Auswertungen, Projekterfahrungen aus der Beratung von Maschinenbauunternehmen und ausführliche Gespräche mit Managern und Brancheninsidern.
Die Industriegüterstudie 2018 basiert auf einer weltweiten Stichprobe von 1.184 Maschinenbauunternehmen mit einem Umsatz von 100 Mio. Euro oder höher. Zudem wurden öffentlich zugängliche Quellen genutzt, beispielsweise von Branchenverbänden wie dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Diese wurden ergänzt durch eigene Analysen und Auswertungen, Projekterfahrungen aus der Beratung von Maschinenbauunternehmen und ausführliche Gespräche mit Managern und Brancheninsidern.
(Bild: gemeinfrei (Pixabay, wir_sind_klein) / CC0 )

Die Umsätze auf dem globalen Maschinenbaumarkt sind laut „Industriegüterstudie 2018“ der Beratung Alixpartners 2017 auf insgesamt rund 2,7 Billionen Euro gestiegen. Dies entspricht einem Plus von 5,7 %. Spitzenreiter ist weiter China mit etwas mehr als 1 Billion Euro, die USA haben sich vom Einbruch 2016 erholt. Auch in Deutschland beschleunigt sich die Entwicklung merklich.

Währungsschwankungen und Inflation herausgerechnet, war 2017 das erste deutliche Wachstumsjahr für die weltweite Branche nach einer fünf Jahre andauernden Stagnation. In Verbindung mit einem anhaltend guten, überwiegend stabilen Konjunkturumfeld, so die Einschätzung der Studienautoren, könnte sich der globale Maschinenbaumarkt weiter robust vorwärtsentwickeln.

„Die tendenzielle Seitwärtsbewegung der weltweiten Maschinenbauindustrie ist vorüber“, kommentiert der Manufacturing-Experte Manuel Backhaus, Managing Director bei Alixpartners. „In einem guten Investitionsklima können viele Unternehmen von der angelaufenen Digitalisierung profitieren und auf weiter gute Erträge hoffen, sollten aber an bisher vernachlässigten Stellen noch kräftig investieren.“

Das Anschieben in der Marktentwicklung ist laut Studie auf nahezu alle Regionen und Segmente verteilt. In Deutschland konnten die Bereiche Elektrogroßmaschinen (Umsätze + 5 %), Baumaschinen und -anlagen (+ 4 %), Bauprodukte (+ 3 %) sowie Industriemaschinen (+ 2 %) zulegen. „Das Wachstum in Deutschland setzt sich durch die zunehmende Internationalisierung und das gestiegene Angebot an Zusatzdiensten rund um After­sales sowie Wartung und Service kontinuierlich fort“, sagt Stefan Ohl, Managing Director bei Alixpartners und Experte für Industriegüterunternehmen.

Bereits jetzt zeigt sich laut Studie, dass die digitale Transformation zur Kostensenkung in den Unternehmen beiträgt und neue Absatzchancen eröffnet. So berichten mehr als 80 % der europäischen Firmen von positiven Effekten und einer verbesserten strategischen Positionierung; mehr als die Hälfte sieht konkrete Verbesserungen beim Umsatz und bei der Produktivität. Innovationsseitig seien die meisten schon auf einem erfolgreichen Weg.

Die Implementierungsgeschwindigkeit könne aber noch erhöht werden – beispielsweise durch den stärkeren Einsatz kollaborativer Ansätze und durch eine Funktion wie die eines Chief Digital Officers, der die Ziele der Transformation definiert und Maßnahmen gebündelt vorantreibt. „Die Anstrengungen der digitalen Transformation wirken bislang nur punktuell und tangieren vor allem Geschäftsmodell und Produkte. Um nicht den Anschluss zu verlieren, könnten Maschinenbauunternehmen hierzulande einen zusätzlichen Schwerpunkt auf das Engineering und die Fertigung legen“, rät Christian Leber, Director bei Alixpartners und Spezialist für Transformationsprozesse.

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