Erstes „Innovationsforum Zerspanwerkzeuge“

Autor / Redakteur: Andreas Gebhardt und Thomas Götz / Peter Königsreuther

Neue Technologien und Herausforderungen in puncto Zukunft der Zerspanungswerkzeuge standen im Fokus des im Rahmen der AMB 2018 abgehaltenen Events, das vom Fraunhofer IPA organisiert wurde.

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Dr.-Ing. Marco Schneider, Bereichsleiter Fertigungs- und Prozesstechnik des Fraunhofer IPA, begrüßt die über 70 Gäste des ersten „Innovationsforum Zerspanwerkzeuge – Neue Technologien für neue Herausforderungen“, im Internationalen Congresscenter Stuttgart.
Dr.-Ing. Marco Schneider, Bereichsleiter Fertigungs- und Prozesstechnik des Fraunhofer IPA, begrüßt die über 70 Gäste des ersten „Innovationsforum Zerspanwerkzeuge – Neue Technologien für neue Herausforderungen“, im Internationalen Congresscenter Stuttgart.
(Bild: Fraunhofer IPA)

Am Rande der diesjährigen AMB der Messe Stuttgart fand am 17. und 18. September 2018 im Internationalen Congresscenter Stuttgart das erste „Innovationsforum Zerspanwerkzeuge – Neue Technologien für neue Herausforderungen“ statt. Mehr als 70 Teilnehmer aus Forschung und Wissenschaft, von Verbänden, Hersteller von Zerspanungswerkzeugen und Zulieferer kamen zu der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten und vom Fraunhofer IPA koordinierten Veranstaltung. Vor Ort hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich über neue Trends in der Zerspanung und der Zerspanungswerkzeugherstellung zu informieren und neue Herausforderungen zu diskutieren, denen sich die Branche im internationalen Wettbewerb stellen muss, will sie ihre Position als Weltmarktführer behaupten. Hier bietet insbesondere die Einbindung bisher branchenfremder Technologien wie der Lasertechnik, der Additiven Fertigung, sowie der Klebtechnik große Potenziale für weitere Innovationen.

Quo vadis Zerspanungswerkzeug?

Das Programm der Veranstaltung bildete die Fülle an Zukunftsthemen ab, die für die weitere Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Zerspanungswerkzeughersteller von entscheidender Bedeutung sind. Die Schwerpunkte für die Planung und Organisation des Forums wurden auf Basis von Expertengesprächen mit Verbänden und Zerspanungswerkzeugherstellern sowie einer ausführlichen Branchenanalyse seitens des IPA identifiziert und adressierten neue Fertigungstechnologien für Zerspanungswerkzeuge, deren Einbindung in eine digitale Produktion sowie aktuelle Trends und Entwicklungen der spanenden Fertigungsindustrie.

Nach Begrüßung der Teilnehmer durch Dr.-Ing. Marco Schneider, dem Bereichsleiter Fertigungs- und Prozesstechnik des Fraunhofer IPA sowie Brigitte Pottkämper als Repräsentantin des Projektträgers DLR wurden am ersten Tagungstag Impulsreferate zu den Themenschwerpunkten angeboten. Referenten aus Forschung und Wissenschaft, von Verbänden sowie der Zulieferindustrie thematisierten in ihren Vorträgen ein breites Spektrum neuer Anwendungen in der Zerspanungsbranche.

Dank Laserlicht präziser zerspanen

So zeigte Harry Fuhrmann von der Laserpluss AG am Beispiel des Ray Cutters Vorteile von Laserbearbeitungsanlagen in der industriellen Fertigung auf, die für die wirtschaftliche und ressourcensparende Herstellung von Zerspanungswerkzeugen mit extrem harten Schneidstoffen eingesetzt werden können. Schneiden und Präzisionsabtrag mit Mikrometergenauigkeit ermöglichen sowohl bei kleinen Losgrößen als auch in der vollautomatisierten Serienfertigung eine hohe Ergebnisqualität und beweisen die Innovationskraft und die Potenziale der neuen Fertigungstechnologien für die Hersteller von Zerspanungswerkzeugen.

Werkzeuge mit dicht gestricktem Lebenslauf

Michael Kohnle, der das Familienunternehmen Kohnle GmbH Hartmetall-Werkzeug-Fabrik in dritter Generation führt, zeigte in seinem Beitrag auf, wie auch in kleinen Unternehmen Industrie 4.0 eingesetzt werden kann. Seine Ausgründung, die iBlade GmbH bietet Werkzeugherstellern ein umfassendes Paket aus RFID-Komponenten, Vermessungstechnik und Software, mit dem die Werkzeuge vollautomatisiert verwaltet und gewartet werden können. Damit ermöglicht iBlade eine lückenlose Dokumentation der Standzeit und Reparaturdaten über den kompletten Lebenszyklus eines Werkzeugs. Hieraus ergeben sich völlig neue Geschäftsmodelle, wie beispielsweise auf individuelle Kundenbedürfnisse zugeschnittene Serviceleistungen wie etwa das Nachschleifen oder das Leasen von Zerspanungswerkzeugen.

Hilfestellung für KMUs aus der Zerspanungswelt

Neben neuen Anwendungen in der Fertigung und der Digitalisierung sind weitere Umbrüche im Bereich der Mobilität erkennbar. Alexander Raßmann als Vertreter des VDMA referierte über den „Antrieb im Wandel“. Raßmann zeigte auf, dass die Elektrifizierung des Antriebstrangs von Fahrzeugen zu einer Reduzierung der Zerspanungshauptzeiten führen wird und in Zukunft eine Neuausrichtung der auf Automotive fokussierte Unternehmen der Zerspanungsbranche erforderlich macht.

Vorrangiges Ziel der Veranstaltung war es, den zumeist mittelständisch geprägten Unternehmen der Zerspanungswerkzeug-Hersteller Hilfestellung zu bieten, um die richtigen Trends zu erkennen und darauf zu reagieren. Das Innovationsforum dient damit zum Aufbau regionaler Netzwerke, die den interdisziplinären Austausch der Netzwerkpartner ermöglichen. Angesichts des sich verschärfenden internationalen Wettbewerbs und steigender Rohstoffpreise gilt es, Lösungen für die Branchenprobleme zu entwickeln. Weitere wertvolle Einblicke in die Leistungsfähigkeit deutscher Zerspanungswerkzeug-Hersteller und Zulieferer konnten die Teilnehmer auf einem Messerundgang am zweiten Veranstaltungstag gewinnen.

Auf dem Laufenden bleiben...

Dieser bot erneut die Gelegenheit, mit Vertretern der Branche ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Um die vielversprechenden Ansätze des Innovationsforums zu verstetigen ist eine Anschlussveranstaltung für das Jahr 2020 geplant, auf der das Vorhaben einer nachhaltigen Netzwerkbildung zu validieren sein wird. Des Weiteren ist für dieses Jahr eine Berichtsreihe zu den Themenschwerpunkten des Innovationsforums geplant. Dazu werden im Fachmedium MM MaschinenMarkt der Vogel Communications Group sowohl Online- als Printbeiträge zu neuen Fertigungstechnologien für Zerspanungswerkzeuge und deren Einbindung in eine digitale Produktion sowie zu aktuellen Trends und Entwicklungen der spanenden Fertigungsindustrie veröffentlicht.

Danksagung

Das „Innovationsforum „Zerspanwerkzeuge – Neue Technologien für neue Herausforderungen“ des Fraunhofer IPA wurde im Rahmen der „Innovationsforen Mittelstand“ mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Autoren danken dem BMBF für die gewährte Förderung und allen beteiligten Unternehmen und Referenten für die Unterstützung. MM

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