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Kuka Erweiterung des Industrie-4.0-Standards

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Ein echtzeitfähiger Kommunikationsstandard ist wichtig, um alle Anforderungen von Industrie 4.0 zu erfüllen. Ein erweiterter Kommunikationsstandard OPC-UA verspricht dazu eine gute Basis zu sein. Roboterhersteller Kuka setzte sich deshalb für den Standard IEEE 802.1 TSN (Time Sensitive Networks) ein.

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Eine wichtige Voraussetzung für Industrie 4.0 ist die Echtzeitkommunikation. Das Roboter- und Automatisierungsunternehmen Kuka fordert dazu bereits seit längerem einen neuen, leistungs- und echtzeitfähigen Kommunikationsstandard, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Eine wichtige Voraussetzung für Industrie 4.0 ist die Echtzeitkommunikation. Das Roboter- und Automatisierungsunternehmen Kuka fordert dazu bereits seit längerem einen neuen, leistungs- und echtzeitfähigen Kommunikationsstandard, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.
(Bild: Kuka Roboter GmbH)

Eine wichtige Voraussetzung für Industrie 4.0 ist, dass verschiedene Maschinen, Objekte und Services nahtlos miteinander kommunizieren können – und zwar auch in Echtzeit. Das Roboter- und Automatisierungsunternehmen Kuka fordert dazu bereits seit längerem einen neuen, leistungs- und echtzeitfähigen Kommunikationsstandard, um diesen Anforderungen gerecht zu werden – und wird dabei von führenden Playern der Automatisierungsbranche maßgeblich unterstützt.

Kommunikationsstandard OPC UA

Im März lud Kuka die Vertreter von 15 namhaften Herstellern der deutschen sowie der US-amerikanischen Produktionsautomatisierungsindustrie ein. Ziel des Treffens war es, den sich für Industrie 4.0 abzeichnenden Kommunikationsstandard OPC UA (IEC 62541) um die für den Maschinenbau wichtige Echtzeiteigenschaft zu erweitern. Dies soll jedoch nicht – wie in der Vergangenheit üblich – durch eine weitere proprietäre Lösung geschehen, sondern durch Verwendung eines anderen, sich anbahnenden neuen Standards, des IEEE 802.1 TSN (Time Sensitive Networks).

OPC-UA-Arbeitsgruppe

Die internationalen Firmenvertreter begrüßten diese Kuka-Initiative und sagten mehrheitlich ihre aktive Unterstützung der weiteren Zusammenarbeit im Rahmen einer OPC-UA-Arbeitsgruppe innerhalb der OPC Foundation zu. Ausdrückliches Ziel der Echtzeiterweiterung von OPC UA um TSN ist es nicht, herkömmliche Feldbusse zu ersetzen. Diese sind als interne oder lokale Maschinen- beziehungsweise Anlagenbusse für I/O- beziehungsweise Antriebskommunikation unabdingbar und es bleibt der Entscheidung des Maschinen- beziehungsweise Anlagenherstellers überlassen, welche Technik er lokal hierfür einsetzen möchte.

Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation

Die Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation (Peer-to-Peer) als wichtiger Teil von Industrie 4.0 kann jedoch nicht mehr wie bisher üblich über einzelne Bits und Bytes eines Feldbusses abgewickelt werden. Service Oriented Architecture (SOA) lautet die Devise bei Industrie 4.0, auch bei der Echtzeitkommunikation. Mit herkömmlichen Feldbussen ist das weitestgehend nicht möglich. Aber auch die bei herkömmlichen Feldbussen notwendigen statischen Konfigurationen der Kommunikationsbeziehungen und die fehlende Möglichkeit von mobilen und ad hoc Kommunikationsbeziehungen verlangen nach einer neuen Lösung.

OPC UA ist eine gute Basis

„Industrie 4.0 ist im Zentrum der Kuka Strategie", bekräftigte Dr. Christian Schlögel, CTO Kuka Group und Mitglied der Geschäftsführung von Kuka Roboter während seiner Begrüßungsrede. „Und dafür sind weltweite, herstellerübergreifende Standards notwendig. OPC UA ist eine gute Basis für ein offenes Kommunikationsprotokoll, notwendig ist aber eine Erweiterung dieses Standards mit Echtzeiteigenschaften."

Gemeinsam mit Kuka unterstützen unter anderen die folgenden Unternehmen und Verbände die Initiative, die Kombination von OPC UA mit TSN zu evaluieren: ascolab, B&R, Beckhoff Automation, Bosch Rexroth AG, Deutsche Telekom, Festo, Harting, Hirschmann Automation & Control, National Instruments, OPC Foundation, Sigmatek, Trumpf, TTTech Computertechnik AG.

Beitritt zu Industrial Internet Consortium und der OPC Foundation

Im Rahmen der Veranstaltung gab Kuka bekannt, dem Industrial Internet Consortium (IIC) und der OPC Foundation beitreten zu wollen. Beim IIC handelt es sich um eine offene, internationale Non-Profit-Organisation, die das Internet der Dinge als ihren Tätigkeitsschwerpunkt ansieht. Für Kuka ist die Teilnahme am Konsortium eine ideale Ergänzung zum eigenen Engagement: „Außerdem kann uns das IIC als Plattform dienen, um die in Deutschland erarbeiteten Standards auch international bekannt zu machen", erklärte Dr. Christian Schlögel den Beitritt. MM

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