Digitale Transformation Es ist Zeit, umzusteigen

Autor / Redakteur: Arjan van Staveren / Simone Käfer

Man braucht die richtigen Daten, die richtige Analyse und jemanden, der sich darum kümmert. Aber dann hat man die Basis für seine Smart Factory und neue Geschäftsmodelle.

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(Bild: ©freshidea - stock.adobe.com)
  • Nur wer seine Daten richtig interpretiert, schafft die Basis für eine automatisierte und digitalisierte Produktion.
  • Es gibt auch rechtliche Aspekte, sich genau mit den Daten seiner Produktion zu befassen.
  • Datenaustausch mit weiteren Teilnehmern führt zu wesentlich mehr Erkenntnissen und neuen Geschäftsmodellen.

Egal ob intern zwischen den einzelnen Abteilungen oder extern mit Kunden und Geschäftspartnern: Starre, ältere Systeme verhindern in vielen Unternehmen noch immer den Austausch von Daten. Wenig Raum für Flexibilität und die fehlende technologische Grundlage sind Gründe dafür. Doch dadurch sind wertvolle Informationen in voneinander abgetrennten Silos gefangenen. Daran muss sich unbedingt etwas ändern, denn der richtige Zeitpunkt, um den Wert von Daten zu erkennen, ist jetzt. Dabei ist es allerdings ebenso wichtig, zu verstehen, dass längst nicht mehr die Unternehmen am erfolgreichsten sind, die es schaffen, einen möglichst großen Pool an Informationen anzulegen. Viel wichtiger ist es, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, um so datenbasierte Entscheidungen treffen zu können. Nur so schafft man die Basis, um auf eine automatisierte und digitalisierte Produktion umzustellen. Um damit aber nicht nur auf kurze Sicht, sondern vor allem auch langfristig die besten Ergebnisse zu erzielen, braucht es sowohl auf organisatorischer als auch auf kultureller Ebene einen umfassenden Wandel. Das bedeutet, dass die Arbeitgeber und IT-Verantwortlichen einerseits die entsprechende Technologie bereitstellen müssen. Andererseits müssen sie aber ebenso dafür sorgen, dass bei den Mitarbeitern ein Grundverständnis für die Wichtigkeit von Daten für den Erfolg des Unternehmens vorhanden ist – und zwar über alle Abteilungen, Positionen und Altersgrenzen hinweg.

Gemeinsam den Fehler schneller beheben

Fakt ist: Alle müssen an einem Strang ziehen, um das volle Potenzial aus den vorliegenden Daten herauszuholen. Damit das gelingen kann, ist es unbedingt notwendig, dass alle abteilungsübergreifend auf die verfügbaren Informationen zugreifen können. Bisher zogen sich die Grenzen der Datensilos jedoch häufig durch das gesamte Unternehmen. Die Folge: Die Abteilungen arbeiteten nebeneinander her, oft mit doppelten Aufwand und schlechteren Ergebnissen. So wurde zum Beispiel häufig zunächst der verantwortliche Projektingenieur über etwaige Produktionsfehler in Kenntnis gesetzt. Können jedoch direkt alle beteiligten Abteilungen auf die Information zugreifen, kann in der Fertigung schneller reagiert und ein Fehler schnellstmöglich behoben werden. Das spart Zeit und Geld sparen, und ihren Kunden können Unternehmen zusätzlich deutlich schneller eine Alternativlösung anbieten. Doch die Win-Win-Situation, die sich daraus ergibt, geht noch weit darüber hinaus. Findet nämlich ein kontinuierlicher Datenfluss zwischen allen Abteilungen und Kooperationspartnern statt, lassen sich völlig neue Erkenntnisse daraus generieren, die letztlich der gesamten Produktivität des Unternehmens zugutekommen.

Data Stewards – Sicherheit und Qualität unter Beobachtung

Die bestehenden Datensilos zu überwinden, ist eine der zentralen Aufgaben, die auf dem Weg zu einer datengetriebenen Produktion gemeistert werden müssen. Dabei muss man sich zuallererst diese Fragen stellen:

  • Über welche Daten verfügt das mein Unternehmen?
  • Wo liegen diese ab?
  • Wer hat Zugriff und für welche Zwecke werden sie regelmäßig verwendet?

Diese Antworten zu kennen, hat nicht nur einen organisatorischen Zweck. Es ist auch aus rechtlicher Sicht äußerst wichtig. Regelungen wie die DSGVO oder ePrivacy verlangen, dass sich Daten von der Quelle bis zur Löschung nahtlos zurückverfolgen lassen, ebenso wie Informationen darüber, wer Zugang zu ihnen hat und wie und wo sie verwendet werden. Um hier immer auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, sogenannte „Data Stewards“ anzustellen. Als Datenexperten können sie erkennen, wenn Daten fehlerhaft, ungenau oder veraltet sind oder sie losgelöst vom ursprünglichen Kontext zur Analyse herangezogen werden. So muss sich man sich nicht nur weniger Sorgen um rechtliche Konsequenzen machen. Man stellt darüber hinaus auch sicher, dass die verwendeten Daten stets in bester Qualität vorliegen.

Datenaustausch mit anderen Akteuren bieten ungeahnte Potenziale.

Hat ein Unternehmen all diese Hürden überwunden, lohnt es sich, auch einen Blick über den eigenen Tellerrand zuwerfen. Kooperationen, die den Datenaustausch auch mit anderen Akteuren – egal ob aus der eigenen oder in anderen Branchen – ermöglichen, bieten ungeahnte Potenziale. Denn viele Erkenntnisse lassen sich erst dann gewinnen, wenn die Informationen des eigenen Unternehmens in einen größeren Kontext gesetzt werden. So können einerseits Produktionsprozesse auf der Grundlage eines noch größeren und vielseitigeren Datenpools optimiert werden. Andererseits ergeben sich daraus aber auch zusätzliche Einnahmequellen und ganz neue Geschäftsmodelle. Vor allem dann, wenn ein Unternehmen sich ein weiteres Standbein aufbauen, aber nicht zuerst in den Aufbau einer eigenen Datenbank investieren möchte, macht es Sinn, auf externe Anbieter zurückzugreifen. So lassen sich neue Geschäftsfelder und Innovationen schneller und günstiger vorantreiben, als es ohne den Zugriff auf Daten anderer jemals möglich wäre.

Von Augmented Reality über Data Analytics bis Internet of Things: Das neue Industriezeitalter hält eine ganze Reihe von Innovationen bereit, die neue Produktionsmöglichkeiten versprechen. Für Unternehmen, die daraus maximal profitieren möchten, ist es Zeit, auf eine datengetriebene Produktion umzusteigen. Der Weg in diese Zukunft ist mit einigen Stolpersteinen gepflastert und vor allem die ersten Schritte, die darin bestehen, sich einen Überblick zu verschaffen und für einen umfassenden Kulturwandel zu sorgen, sind alles andere als leicht – aber sie lohnen sich. Denn wer den ersten Grundstein gelegt hat, für den werden sich schon bald alle Anstrengungen bezahlt machen.

* Arjan van Staveren, Country Manager Germany bei Snowflake in 80807 München, www.snowflake.com

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