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Stromübertragung

Essener Supraleiter funktioniert seit 180 Tagen problemlos

| Redakteur: Jürgen Schreier

In Essen ist die Freude groß über den 180 Tage dauernden störungsfreien Betrieb des weltweit längsten Supraleiterkabels.
In Essen ist die Freude groß über den 180 Tage dauernden störungsfreien Betrieb des weltweit längsten Supraleiterkabels. (Bild: RWE)

180 Tage oder 4300 Stunden - so lange steht der Essener Supraleiter nun unter Strom. RWE hat am 27. Oktober 2014 mit seinen Projektpartnern eine positive Zwischenbilanz bei Ampacity gezogen.

So hat das weltweit längste Supraleiterkabel die Erwartungen, wie es heißt, bei Weitem erfüllt. Der Supraleiter transportiert fünfmal so viel Strom wie ein herkömmliches Kupferkabel und das nahezu verlustfrei. Seit der Inbetriebnahme am 30. April 2014 hat RWE über das einen Kilometer lange Kabel rund 20 Mio. kWh geliefert, was dem Anschluss von etwa 10.000 Essener Haushalten entspricht.

Keramikkabel wird bei minus 200 °C zum Supraleiter

Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) hatten das mittlerweile weltweit beachtete Vorzeigeprojekt Ampacity ermöglicht. „Die Energiewende braucht mutige Innovationen, um das

Energiesystem von morgen effizient und sicher zu gestalten. Daher haben wir dieses exzellente Projekt bewusst für die Förderung durch unser Energieforschungsprogramm ausgewählt", sagte Uwe Beckmeyer, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister für Wirtschaft und Energie, während seines Besuchs in Essen.

So steuerte das BMWi 5,9 Mio. Euro zu den insgesamt 13,5 Mio. Euro Projektkosten bei, die RWE und seine Partner in das Vorhaben investierten. Diese sind der Kabelhersteller Nexans und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Nexans konstruierte neben dem Supraleiter auch einen supraleitenden Kurzschlussstrom-Begrenzer für den Testbetrieb. Das KIT hat den Feldversuch wissenschaftlich begleitet.

Die Hochtemperatur-Supraleitung und damit der Stromtransport bei minus 200 statt bei minus 270 °C geht zurück auf die Forschung von Professor Alex Müller und Dr. Johannes Georg Bednorz, die dafür im Jahr 1987 den Physik-Nobelpreis erhielten. Durch die Eigenschaften des supraleitenden Materials, einer besonderen Keramik, und dessen Kühlung auf minus 200 °C wird das Kabel zu einem idealen elektrischen Leiter.

10.000-Volt-Supraleiterkabel ersetzt eine herkömmliche 110.000-Volt-Leitung

In Essen ersetzt das 10.000-V-Supraleiterkabel eine herkömmliche 110.000-V-Leitung. Dadurch wird es möglich, die Zahl der Umspannanlagen zu reduzieren und an den Rand von Städten zu verschieben. Auf diese Weise werden wertvolle Flächen in innerstädtischen Bereichen frei.

Nach 180 Tagen Betrieb haben die Projektpartner nun ein erstes Fazit gezogen. „Der Betrieb verläuft bisher reibungslos. Wir haben wertvolle technologische Erkenntnisse gesammelt, die uns dabei geholfen haben, das Gesamtsystem des Supraleiters weiter zu optimieren", sagte Dr. Joachim Schneider, Technikvorstand der RWE Deutschland.

So nahmen die Projektpartner Änderungen in der Systemüberwachung vor, um den Supraleiter optimal in das Schutzsystem des Essener Stromnetzes einzubinden. Zudem passten sie den Kühlkreislauf des Kabels den speziellen Anforderungen von Ampacity an.

Die technologischen Erkenntnisse des Projektes stoßen im In- und Ausland auf großes Interesse. So ließen sich Delegationen aus Frankreich, Ghana, den USA, China und Japan bereits die Technologie in Essen vor Ort erklären.

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