Studie EU beschert Automatisierern Wachstum in Osteuropa

Redakteur: Stéphane Itasse

Nachdem der westeuropäische Markt für Automatisierungs- und Steuerungssysteme (ACS) sein Reifestadium erreicht hat, eröffnen sich in Osteuropa bedeutende neue Wachstumschancen. Impulse dafür liefert die Europäische Union, die die neuen Mitgliedsstaaten mit Investitionen bei der Umsetzung der EU-weiten Standards unterstützen will, wie die Unternehmensberatung Frost & Sullivan am Mittwoch mitteilt.

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Entsprechend prognostiziert die Unternehmensberatung in der Studie „Automation and Control Solutions Market in Eastern Europe“ dem osteuropäischen Automatisierungs-Markt eine Umsatzsteigerung von 597,8 Mio. US-Dollar im Jahr 2008 auf 844,9 Mio. Dollar im Jahr 2015. Die Studie deckt folgende Anwenderindustrien ab: Energieerzeugung, Chemie, Öl und Gas, Lebensmittel und Getränke, Pharma, Pulpe und Papier, Wasser und Abwasser sowie Metall und Bergbau, Zement und Glas und Textilien.

Osteuropas Industrie muss dringend automatisieren

Die Entwicklung ihrer vorhandenen Automatisierungs- und Steuersysteme habe für die Anwenderindustrien höchste Priorität, sagt Katarzyna Owczarczyk, Research Analystin bei der Unternehmensberatung: „Bei ihrem Angebot zielen die Automatisierungsanbieter darauf ab, die Bestimmungen der EU und anderer Standardisierungsgremien zu erfüllen, die spätestens seit dem EU-Beitritt für die Region gelten.“

Konkret gehe es dabei beispielsweise um Vorschriften der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (OSHA), der US-Umweltschutzbehörde EPA, der US-Arzneimittelbehörde FDA oder auch um die Reach-Regelung der EU (Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe). Entsprechende Anreize zur Implementierung einer adäquaten Produktionsstruktur lieferten die EU und diverse Behörden in Form regionaler Projekte in unterschiedlichen Sektoren.

Automatisierungssysteme müssen kompatibel sein

Als größte Herausforderung im osteuropäischen Automatisierungsmarkt nennen die Berater die Kompatibilität der neuen Systeme mit bereits Vorhandenen. In Osteuropa müsse die Technik nahezu in allen Fabriken überholt werden. Die Nachfrage der Kunden konzentriere sich auf die Aufrüstung ihrer alten Automatisierungssysteme, so Owczarczyk. Der Hauptgrund für die verzögerte Einführung sei dabei die Skepsis bezüglich der Kompatibilität, erläutert die Analystin: „Wer in diesem Punkt das Vertrauen der Endanwender gewinnen kann, hat schon viel gewonnen.“

Kompatible Automatisierungssysteme mit offener Architektur seien auch deshalb so interessant für die Anwenderindustrien, weil sie die Nutzung eines breiten Angebots von unterschiedlichen Herstellern ermöglichten und so individuelle Bedürfnisse abgedeckt werden könnten. Zudem ließen sich durch die Standardisierung Zeit und Kosten für Service und Mitarbeiterschulung senken. Auch dies sei ein Verkaufsargument.

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