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Ingenieure Fachkräftemangel wird sich dramatisch verschärfen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Köln (js) – Der bestehende Fachkräftemangel in Deutschland droht sich aufgrund der demografischen Entwicklung weiter zu verschärfen. So werden nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft bis zum Jahr 2010 jährlich etwa 37000, nach 2015 sogar 43000 Ingenieure altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Pro Jahr schließen aber nur etwa 40000 junge Leute ihre ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge ab – diese decken somit gerade einmal den Ersatzbedarf der Unternehmen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Internationale Daten der OECD bestätigen das Problem. Danach steht hierzulande aktuell weniger als ein Ingenieur im Alter zwischen 25 und 34 Jahren zur Verfügung, um einen 55- bis 64-jährigen Ingenieur zu ersetzen, wenn dieser in den Ruhestand geht. In Schweden, Portugal und Irland dagegen gibt es für jeden älteren Ingenieur mehr als vier Nachwuchskräfte; Frankreich und Großbritannien kommen immerhin auf etwa zwei Nachrücker je Senior-Ingenieur.

Oft müssen die Renter wieder ran

Die gute Konjunktur, der Strukturwandel hin zu einer forschungs- und wissensintensiven Gesellschaft, aber auch die alternde Bevölkerung sind wichtige Gründe dafür, dass Unternehmen verstärkt nach hochqualifizierten Mitarbeitern Ausschau halten. Personalchefs müssen beispielsweise die Stellen ihrer pensionierten Beschäftigten wiederbesetzen. Auch die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie braucht kluge Köpfe. Und Forschungs- und Entwicklungsabteilungen benötigen Personal, das mit seinen innovativen Ideen das Unternehmen fit für den globalen Wettbewerb hält.

Doch es gibt zu wenige diese Fachkräfte – besonders mangelt es an technisch Versierten. Bereits im Jahr 2006 konnten etwa 165000 Stellen für Hochqualifizierte nicht besetzt werden. Der Löwenanteil davon entfiel auf Jobs für Ingenieure, Techniker und Co. Betriebe mussten daher nicht nur teure Überstunden zukaufen, sondern häufig auch Aufträge absagen – mit entsprechenden Konsequenzen: Insgesamt entgingen der deutschen Wirtschaft im Jahr 2006 dadurch Fachkräfteengpass 18,5 Mrd. Euro an Wertschöpfung. Das waren 0,8 Prozent des erwirtschafteten Bruttoinlandsprodukts.

Studienabgänger decken gerade einmal den Ersatzbedarf an Ingenieuren

Vorerst wird sich die Lage vorerst nicht bessern, wie die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigen. So kamen im Februar des laufenden Jahres auf 4628 arbeitslos gemeldete Maschinen- und Fahrzeugbauingenieure 5154 offene Stellen, 3503 arbeitslosen Maschinenbautechnikern standen 3749 freie Jobs gegenüber – und dabei wird der BA nach eigenen Angaben bestenfalls jede zweite bis dritte offene Stelle auch tatsächlich gemeldet.

Bis zum Jahr 2010 werden jährlich etwa 37000, nach 2015 sogar 43000 Ingenieure in den Ruhestand gehen. Jährlich schließen aber nur etwa 40000 Absolventen ihre ingenieurwissenschaftlichen Studiengänge ab. Diese decken somit gerade einmal den Ersatzbedarf der Unternehmen.

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