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Fachkräftemangel Fachkräftezuwanderungsgesetz bringt Hoffnung

| Redakteur: Melanie Krauß

Deutschen Unternehmen entgehen durch den Fachkräftemangel etwa 10. Mrd. Euro Umsatz pro Jahr. Der Fachverband Bitkom und der VDMA fordern eine möglichst schnelle und praktikable Umsetzung des geplanten Fachkräftezuwanderungsgesetz.

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Der Versuch, ausländische Studienabschlüsse in eine weitgehende Vergleichbarkeit mit deutschen zu bringen, ist laut Bitkom nicht nur zeitaufwendig und teuer, sondern nicht mehr zeitgemäß und schlichtweg überflüssig.
Der Versuch, ausländische Studienabschlüsse in eine weitgehende Vergleichbarkeit mit deutschen zu bringen, ist laut Bitkom nicht nur zeitaufwendig und teuer, sondern nicht mehr zeitgemäß und schlichtweg überflüssig.
(Bild: Adobe Stock)

Der Fachverband Bitkom begrüßt das von der Bundesregierung geplante Fachkräftezuwanderungsgesetz. „Wir brauchen die klügsten Köpfe aus aller Welt, um die Digitalisierung in Deutschland zu gestalten, unsere Wirtschaft zu unterstützen und den Arbeitsmarkt zu stärken“, so Bitkom-Präsident Achim Berg.

Derzeit seien circa 55.000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt. Dadurch entgingen den Unternehmen in Deutschland etwa 10 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr. Doch wer Mitarbeiter aus Ländern außerhalb der EU einstellen wolle, werde immer noch von bürokratischem Aufwand gebremst. „Wir hoffen, dass es nicht wie in den vergangenen Legislaturperioden bei Absichtserklärungen bleibt und die Bundesregierung jetzt schnell Nägel mit Köpfen macht. In der Digitalisierung tickt die Uhr“, sagt Berg.

Bitkom begrüßt, dass die Bundesregierung grundsätzlich auf die Vorrangprüfung verzichten will. Unternehmen hätten ein Eigen­interesse, zunächst Bewerber aus dem deutschen Sprach- und Kulturraum zu rekrutieren, hier brauche man keine gesetzliche Vorschrift. Zudem müsse ein modernes Fachkräftegesetz berücksichtigen, dass sich die Notwendigkeit deutscher Sprachkenntnisse zwischen den Branchen unterscheide.

Auch der VDMA ist der Meinung, dass die Einigung auf ein Zuwanderungsgesetz überfällig war. VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann fordert für die Industrie ein verständliches und praktikables Gesetz. „Das neue Fachkräftezuwanderungsgesetz muss sowohl für die hiesigen Unternehmen als auch für potentielle Bewerber im Ausland transparent sein. Das Tohuwabohu, das Unternehmen bei der Ausbildung junger Flüchtlinge in einigen Bundesländern erleben mussten, darf sich nicht wiederholen“, so Brodtmann.

Wichtig sei auch, dass die Bundesregierung möglichst bald ein schlüssiges Konzept entwickelt, wie Fachkräfte in Drittstaaten erfolgreich angeworben werden können. Der Maschinenbau, der wie keine zweite Industrie weltweit aktiv sei, biete der Politik hierbei seine Expertise und Unterstützung an. „Denn klar ist: Wir sind nicht die einzige Industrienation, die unter wachsendem Fachkräftemangel leidet. Der Wettbewerb um die besten Köpfe ist längst überall entbrannt“, sagt Brodtmann.

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