Metav 2022

Fachmesse Metav präsentiert energieeffizientere Metallbearbeitung

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Forschung: Mit kleinen Maßnahmen viel Energie sparen

Transparenz herzustellen und Denkanstöße zu geben, ist auch das Ziel praxisnaher Forschungsprojekte. Dazu gehört auch wieder ETA-Solutions, eine Ausgründung des Instituts für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstadt. Dort entstand 2016 etwa die interdisziplinäre Forschungsgruppe ETA (Energietechnologien und Anwendungen in der Produktion) mit dem Forschungslabor ETA-Fabrik. Und das Bundeswirtschaftsministerium finanzierte das Projekt ETA-Transfer. Mit namhaften Unternehmen wie Trumpf und Bosch-Rexroth wurden im Rahmen dieses Projekts konkrete Energieeffizienzmaßnahmen in ihren Auswirkungen analysiert und dokumentiert. In so genannten Maßnahmensteckbriefen zu Themen wie der Schaltschrank-, Maschinen- und Anlagenkühlung oder der Wärmerückgewinnung wurden Einsparungen von 25 bis 85 Prozent nachgewiesen. Die Steckbriefe sind unter online zugänglich und beschreiben jeweils die einzelnen Maßnahmen, beziffern die nachgewiesene Einsparung und Amortisationszeit und geben zusätzlich an, welche Fördermöglichkeiten dafür in Anspruch genommen werden können.

ETA-Solutions empfiehlt auch, Abwärme von Maschinen zur Gebäudetemperierung zu nutzen. Wie das geht, wissen die Experten auch.
ETA-Solutions empfiehlt auch, Abwärme von Maschinen zur Gebäudetemperierung zu nutzen. Wie das geht, wissen die Experten auch.
(Bild: ETA-Solutions)

In Zukunft werden Maschinen an sich „energiebewusster“

Ob Wissenschaftler oder Facharbeiter – bei ETA-Transfer zeigten am Ende viele überrascht, wie sich schon mit kleinen und nicht-investiven Veränderungen erstaunliche Effekte erzielen lassen, wie es weiter heißt. Es reichte mitunter aus, selbst ein kleines Gerät auszutauschen oder die Maschine in Bearbeitungspausen konsequent abzuschalten, um Erfolg zu haben. Um die eigene Energieeffizienz zu steigern, sollte der Schwerpunkt eben nicht nur auf entsprechenden Maschinen und Komponenten liegen, sondern auch ein organisatorisch energiebewusster Maschineneinsatz bedacht werden. Es lohne sich, die Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren, dass eine Maschine bei Schichtende oder über das Wochenende hinweg abzuschalten ist. Vorausgesetzt, dass sich dies mit dem Hochlaufverhalten der Maschine vereinbaren lässt, wohlgemerkt. In Zukunft sollten Maschinen das allerdings selbst organisieren können, meint Schraml. Dann schaltet sich die Maschine samt Nebenaggregaten über die Anlagensteuerung automatisiert in den Energiesparmodus – auch in Bearbeitungspausen, wie zum Beispiel bei einem von der Beladeeinheit gemeldeten Teilemangel.

Energieeffizienz in Unternehmensstruktur und -kultur verankern

Zu ETA-Solutions kommen, wie es weiter heißt, viele Unternehmen, die der Pflicht zum Energieaudit unterliegen, so Schraml. Darüber hinaus gebe es aber auch kleine und mittelständische Unternehmen, die aus eigener Überzeugung sparsamer werden wollen, oder sogar den Weg zu einer CO2-neutralen Fabrik anstreben. „Das sind uns die Liebsten“, gesteht der Experte. Der Weg zu mehr Energieeffizienz und einer CO2-neutralen Produktion ist aber keineswegs abhängig von der Unternehmensgröße, sondern eher von der Unternehmensstruktur und -kultur, betont Schraml. Es zeige sich demnach schnell, ob das Thema konzeptionell in eine solide Nachhaltigkeitsstrategie eingebettet sei, die auch die Beschäftigten überzeuge. Denn nur dann genieße der Weg zur CO2-Reduzierung oder gar zur klimaneutralen Fabrik in der Regel eine hohe Priorität in der Unternehmensleitung, um als Beitrag zum Klimaschutz konsequent umgesetzt zu werden.

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