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GKV - Jahrespressekonferenz Fast doppelt so stark gewachsen als erwartet

| Redakteur: Peter Königsreuther

Die Kunststoff verarbeitende Industrie in Deutschland verzeichnet für das Jahr 2017 erneut einen Umsatzrekord. Der Branchenumsatz wuchs im vergangenen Jahr um 4,8 % auf 63,7 Mrd. Euro.

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Dirk E. O. Westerheide, Präsident GKV, zur aktuellen Geschäftslage in der Kunststoff verarbeitenden Industrie: „Das Jahr 2017 hat in ökonomischer Hinsicht unsere zunächst zu konservativen Erwartungen deutlich übertroffen! Statt den prognostizierten 2,5 % Wachstum, wurde ein Plus von 4,8 % erreicht.“
Dirk E. O. Westerheide, Präsident GKV, zur aktuellen Geschäftslage in der Kunststoff verarbeitenden Industrie: „Das Jahr 2017 hat in ökonomischer Hinsicht unsere zunächst zu konservativen Erwartungen deutlich übertroffen! Statt den prognostizierten 2,5 % Wachstum, wurde ein Plus von 4,8 % erreicht.“
(Bild: GKV)

Das Jahr 2017 hat in ökonomischer Hinsicht unsere Erwartungen deutlich übertroffen, freut sich Dirk E. O. Westerheide, Präsident des Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV) im Rahmen der alljährlich am Aschermittwoch stattfindenden Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main. „Vor einem Jahr hatten wir noch mit einem Umsatzwachstum von circa 2,5 % gerechnet. Unsere Prognose hat sich gleichwohl im Jahresverlauf als zu konservativ herausgestellt.“ Ab dem zweiten Quartal 2017, so Westerheide, verzeichnete die Kunststoffverarbeitung in Deutschland ein dynamischeres Wachstum, was sich mit einem Umsatz von 63,7 Mrd. Euro zu Buche schlägt und ein Plus von 4,8 % gegenüber dem Vorjahr – das bereits ein Rekord war – bedeutet.

Gute Stimmung bei den Kunststofflern

Laut Westerheide sind im letzten Jahr 14,7 Mio. t Kunststoff verarbeitet worden. Das seien 4,6 % mehr als zuvor. Auch die Zahl der Beschäftigten liegt im Vergleich zu anderen Industriesektoren mit 320.000 Mitarbeitern um 2 % höher als im Geschäftsjahr 2016, betont der GKV-Präsident. Die Impulsgeber verortet Westerheide im Maschinenbau und in der Automobilindustrie. Aber auch der private Verbraucher leiste seinen Beitrag zum Aufschwung. Diese Trends werden sich laut Westerheide fortsetzen. Das einziges Manko stelle der Preisanstieg bei technischen Kunststoffen dar, die von den Kunststoffverarbeitern nur zum Teil an die Kunden hätten weiter gegeben werden können.

Strategisch gesehen bildet außer der Automobilbranche auch die Elektromobilität einen zukunftsträchtigen Part für die deutsche Kunststoffindustrie, wie Westerheide anmerkt. Der Grund sei der Umbruch im Automotivesektor in Richtung E-Mobilität, getrieben durch die Megatrends Urbanisierung, Umweltschutz und generellem Wandel im individuellem Verhalten in puncto Mobilität an sich. Hinzu komme die EU-Forderung nach einer CO2-Senkung für Pkw von 130 g/km (Stand 2015) auf 95 g/km ab 2012.

Verbrennungsmotor bleibt auf Kurs

Bis 2030 soll der Ausstoß um weitere 30 % gesenkt werden. Das zwingt zur Neu- und Weiterentwicklung von Antrieben, wie bei der E-Mobilität und anderen Alternativen, wie Hybridfahrzeugen. Viele Kunststoffverarbeiter treibe deshalb immer noch die Angst um, dass mit der E-Mobilität die Zahl der Kunststoffteile im Fahrzeug abnehme. Westerheide merkt an, dass das zwar bei reinen E-Fahrzeugen gilt, aber sich schnell relativiert, wenn man die mittelfristigen Planungen der OEMs betrachtet, die in keinster Weise radikale Änderungen beinhalten. Weiterhin, so Westerheide, wird in den kommenden Jahren der klassische Verbrenner in hohen Stückzahlen das Straßenbild prägen, zusammen hybrid angetriebenen Pkw. Die Achillesferse der E-Mobilität sei immer noch die Unterversorgung mit Batteriespeichern.

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