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Fachkräftemangel

Fehlende Fachkräfte bremsen Boom in der Kunststoffverarbeitung

| Redakteur: Stéphane Itasse

Nach einem deutlichen Umsatzeinbruch von rund 14% im Krisenjahr 2009 ist die Kunststoff verarbeitende Industrie mit ungeahntem Tempo wieder auf ihren bisherigen Wachstumskurs zurückgekehrt. Mit einem Zuwachs von rund 15% in den ersten acht Monaten des Jahres 2010 trägt die Branche nachhaltig zum wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland bei. Die Branche sorgt sich jedoch darum, wie sie zukünftig ihren Bedarf an Fachkräften decken soll.

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Die Kunststoffverarbeiter in Deutschland finden weniger Auszubildende, als sie brauchen. Bild: GKV
Die Kunststoffverarbeiter in Deutschland finden weniger Auszubildende, als sie brauchen. Bild: GKV
( Archiv: Vogel Business Media )

Bereits heute hat laut einer Umfrage des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV) nahezu ein Viertel der Unternehmen Schwierigkeiten, qualifizierte Bewerber für die freien Ausbildungsplätze für den Branchenberuf Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik zu finden. Diese Entwicklung wird sich nach Einschätzung der Experten in den kommenden Jahren zu einer Gefahr für die boomende Industrie ausweiten, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes weiter.

Kunststoffverarbeiter finden keine Auszubildenden

Jährlich werden in der Kunststoff verarbeitenden Industrie zwischen 2000 und 2500 Ausbildungsplätze zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik angeboten. Für das Ausbildungsjahr 2010/2011 konnten viele der offenen Stellen jedoch nicht besetzt werden, heißt es.

Rund 80% der betroffenen Unternehmen nannten die geringe Eignung der Bewerber für die anspruchsvolle Tätigkeit des Verfahrensmechanikers als Hauptgrund hierfür. Verfahrensmechaniker steuern und richten Maschinen ein, die unterschiedliche Erzeugnisse aus Kunststoff wie Kunststoff-Fensterrahmen, Einwegverpackungen oder Zulieferteile für die Automobilindustrie produzieren.

Besseres technisches Verständnis von Schulabgängern gefordert

Der Beruf des Verfahrensmechanikers setzt dabei vor allem sehr gute Kenntnisse in naturwissenschaftlichen Disziplinen wie Mathematik, Physik und Chemie sowie technisches Verständnis voraus. Der GKV fordert die Politik daher auf, sich verstärkt damit zu beschäftigen, wie Schulabgänger besser auf eine Tätigkeit in technischen Berufen vorbereitet werden können.

Laut GKV wird sich der Mangel an geeigneten Bewerbern auf die Kunststoff verarbeitende Industrie stärker als auf andere Branchen auswirken. Schließlich würden die Experten für diesen Industriezweig ein enormes Wachstum erwarten, da Kunststoff in immer mehr Bereichen zu einem wichtigen Werkstoff werde.

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