Abwasserpumpen Fertigteilpumpstation sorgt für sichere, kostengünstige Abwasserentsorgung

Autor / Redakteur: Maik Wötzel / Stéphane Itasse

Zeit ist knapp, das gilt auch für Kommunen oder öffentliche Betriebe. Bauleiter, die mit der Durchführung von Baumaßnahmen beauftragt sind, wissen es zu schätzen, wenn sie für derartige Projekte nur einen Ansprechpartner haben. Schnittpunkte zwischen den einzelnen Gewerken gibt es in diesem Fall nicht mehr, was neben Zeit vor allem auch Kosten spart. Werden zudem noch Fertigteile verbaut, die die Gesamtbauzeit deutlich verkürzen, um so besser!

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Zeit ist Geld: Grundfos-Pumpstationen sind bau- und anlagentechnisch ausgereift, ermöglichen ein hohes Maß an Betriebssicherheit – und sparen dem Betreiber Zeit und Kosten.
Zeit ist Geld: Grundfos-Pumpstationen sind bau- und anlagentechnisch ausgereift, ermöglichen ein hohes Maß an Betriebssicherheit – und sparen dem Betreiber Zeit und Kosten.
(Bild: Grundfos, Fotolia [M]-Sahlmüller)

Viele Kommunen stehen heute vor der Entscheidung, die örtliche zentrale Kläranlage auf den technischen Stand zu bringen, wie es der Gesetzgeber vorschreibt, oder aber das Abwasser in große Zentralanlagen abzugeben. Vor dieser Entscheidung standen auch die Gemeinden Hohen- und Niederaltheim in Bayern.

Anschluss an Zentralkläranlage war kostengünstigste Variante

Das aus beiden Gemeinden anfallende Abwasser wurde bis Anfang 2013 auf der Kläranlage in Hohenaltheim behandelt. Dort befand sich eine mechanisch-biologische Anlage, die auf Basis des Tropfkörperverfahrens arbeitete. Als Vorbehandlungsstufe war ein Emscherbecken mit integrierter Schlammstapelung integriert. Ein Absetzbecken im Trichter des Tropfkörpers diente als Nachklärung. Abgesehen von der heute nicht mehr zeitgemäßen Abwasserbehandlung, war die Gesamtanlage ebenfalls sanierungsbedürftig.

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Nach Abwägen der Möglichkeiten und Ermittlung der Kosten entschlossen sich die beiden betroffenen Gemeinden, auf die Sanierung beziehungsweise den Neubau einer eigenen Zentralkläranlage zu verzichten. Statt dessen plante man den Anschluss an die Kläranlage in Nördlingen. Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, waren entsprechende Überlegungen vorgenommen worden. Die Baumaßnahmen konnten bis August 2013 abgeschlossen werden.

Neukonzeption der Abwasserbehandlung

Da die Abwasserbehandlung auf der Kläranlage in Nördlingen erfolgen sollte, war die Verlegung einer Druckrohrleitung erforderlich. Diese hat ihren Ausgangspunkt auf dem Gelände der Altanlage in Hohenaltheim. Die Tropfkörperanlage wurde rückgebaut, einige Komponenten der Altanlage konnten in das neue Konzept integriert werden.

Der Weg des Abwassers sieht nun wie folgt aus: Das häusliche Abwasser und das Oberflächenwasser aus Hohen- und Niederaltheim fällt als Mischwasser an.

Durch ein bereits vorhandenes Rohrsystem wird es zunächst über ein Trennbauwerk mit Beckenüberlauf geleitet. Im Falle eines Starkregenereignisses wird das Regenwasser über den Überlauf in ein Regenüberlaufbecken eingeleitet und später nach und nach abgegeben. Direkt im Anschluss an das Trennbauwerk wurde eine Kompakt-Pumpstation mit angeschlossenem Messschacht errichtet. Beide Komponenten wurden als Betonfertigteile angeliefert und angeschlossen.

Grundfos erhält Auftrag für schlüsselfertige Gesamtanlage

Die Fertigteilpumpstation verfügt über eine Vorkammer mit Pumpensumpf. Hierin wird das anfallende Abwasser vom Trennbauwerk beziehungsweise Regenüberlaufbecken eingespeist. Die beiden in der Hauptkammer trocken aufgestellten Abwasserpumpen SEV 80.80 fördern das Medium in die bereits angesprochene, neu verlegte Druckrohrleitung. Über eine weitere Pumpstation gelangt das Abwasser schließlich in die Kläranlage Nördlingen.

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Zwischen dem Ausgangspunkt Hohenaltheim und dem angesprochenen Pumpwerk liegt noch ein abgelegenes Gehöft, der so genannte Schellenhof. Über eine Hauspumpstation, die mit einer Schneidwerkpumpe SEG 40.40 ausgestattet ist, wird das hier anfallende Abwasser in die Druckrohrleitung eingespeist. Da sich auch weitere Gemeinden (Ederheim, Hürnheim und Schmähingen) entschlossen hatten, den gleichen Weg zu wählen, wird auch das hier anfallende Abwasser zur bereits angesprochenen Pumpstation Schmähingen geleitet. Mit der Errichtung der Gesamtanlage Hohenaltheim wurde das Unternehmen Grundfos in Form einer schlüsselfertigen Lösung beauftragt.

Fertigteilpumpstationen: platzsparend und variabel

Die Errichtung einer Pumpstation in Ortbeton benötigt Zeit und beeinträchtigt während der Bauphase Anwohner und den fließenden Verkehr. Eine Alternative bieten schlüsselfertige Pumpstationen. Sie sind werksseitig vormontiert und können ohne Verzögerung vom Lkw abgenommen und abgesetzt werden. Lediglich die Anschlüsse müssen noch hergestellt werden.

Da der monolithische Baukörper eine Gesamtheit bildet, kann er auch in einem Arbeitsgang aufgestellt werden. Im Gegensatz zu der sonst üblichen Verfahrensweise, in der Bodenplatte, Seitenteile und Decke einzeln zur Baustelle transportiert und vor Ort montiert werden müssen, reduziert diese Vorgehensweise Bauzeit, Lärmbelästigungen und Verkehrsbeeinträchtigungen deutlich. Bauschutt fällt hingegen gar nicht an.

Grundfos-Pumpstationen sind bau- und anlagentechnisch ausgereift und ermöglichen ein hohes Maß an Betriebssicherheit. Die benötigte Technik kann individuell abgestimmt werden. Auch eine Anpassung an vorhandene Anlagen oder Systeme ist problemlos möglich. Dank der kompakten Bauweise und der platzsparenden Anordnung wird nur so viel Platz wie unbedingt nötig eingenommen. Da Pumpstation, Gebäude für Steuerungstechnik, Pumpen und Montageleistung aus einer Hand kommen, reduziert sich die zeitliche Belastung für Bauleitung und Bedienpersonal. Es gibt nur einen Ansprechpartner mit dem alle Abstimmungen vorgenommen werden.

Auch mit dem Pumpwerk in Ederheim wurde Grundfos beauftragt, es befindet sich zurzeit im Bau.

Leistungsstarke Abwasserpumpen nutzen Energie optimal

Die Förderung von Abwasser ist nicht zuletzt wegen des immer weiter steigenden Anteils von Trockensubstanz, einhergehend mit einem abnehmenden Wasserverbrauch, äußerst anspruchsvoll. Abwasserpumpen müssen Flüssigkeiten, große Feststoffpartikel und langfaserige, sich verzopfende Bestandteile zuverlässig und mit höchstmöglicher Effizienz fördern, ohne dabei zu verstopfen.

Die SEV-Pumpen von Grundfos können sowohl für die Nass- als auch für die Trockenaufstellung vorgesehen werden. Die leistungsstarken Abwasserpumpen mit IE3-Komponenten und einer neuen Pumpenhydraulik ermöglichen eine optimale Energieausnutzung. Sie können mit einem austauschbaren Spaltring oder dem patentierten Smart-Trimm-System ausgerüstet werden.

Beide Ausführungen behalten den für die Förderleistung optimalen Laufraddichtspalt über die gesamte Lebensdauer der Pumpe bei. Überschüssige Wärme wird über das aus einem Stück gefertigte Statorgehäuse mit integrierten Kühlkanälen und dem Graugussflansch an das Fördermedium abgegeben. Damit sind die Pumpen für den Dauerbetrieb auch bei Trockenaufstellung geeignet.

Dank eines einfach zu lösenden Spannbandes ist kein Werkzeug für die Trennung der Pumpeneinheit vom Motor bei anstehenden Wartungs- und Reparaturarbeiten erforderlich. Das für diesen Einsatzfall ausgewählte Freistromlaufrad garantiert eine optimale und vor allem wirtschaftliche Förderung des anfallenden Abwassers.

Die in der Hauspumpstation Schellendorf eingesetzte Abwasserpumpe SEG verfügt über ein vorgeschaltetes Schneidwerkzeug. Sie wurden speziell für den Einsatz in Druckentwässerungssystemen entwickelt. Die im Abwasser enthaltenen Feststoffe werden so weit zerkleinert, dass diese auch durch Rohrleitungen mit einem geringen Durchmesser kostengünstig und zuverlässig gefördert werden.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem MM-Schwesterportal Process.

* Maik Wötzel ist Gebietsrepräsentant der Grundfos GmbH in 40699 Erkrath, Tel. (02 11) 9 69 29-0

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