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Lagertechnik

Fit durch den Austausch der Steuerung

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Die Lagersteuerung hat Stopa von Siemens S5 auf Siemens S7 umgestellt. Kern der S7 ist ein Industrie-PC mit integrierter Realtime-Soft-SPS. Der Industrie-PC übernimmt die Anlagenbedienung und visualisiert die Anlagenzustände. Die Realtime-Soft-SPS steuert die Systemkomponenten. Zudem steht ein ergonomisches Anlagenbedienpult bereit, das mit einem 12"-TFT-Display ausgerüstet ist.

Höger bittet den Bediener, auf dem Bildschirm die Grafik mit der Draufsicht des Anlagenlayouts zu öffnen und danach die permanenten Statusanzeigen des RBG in Klartext aufzurufen. „Eine wesentliche Stärke der Stopa-Software ist, dass sie hardwareunabhängig arbeitet. Sie befindet sich auf einem Server und ist ohne zusätzliche Installationen auf Windows-PC einsetzbar. Dadurch können wir unsere Clients frei wählen und sehr einfach austauschen. Abgesehen davon ist es nun möglich, die Software auch mit der Maus zu steuern.“

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Auf 189 Paletten lagern verschiedene Blechwerkstoffe

In dem 12 m hohen sowie knapp 22 m langen und 4,5 m breiten Blechlager liegen auf 189 Paletten Tafeln in Dicken von 0,3 bis 12 mm. Hefter bevorratet Bleche aus Stahl, Aluminium, Edelstahl, Kupfer und Messing. Hinzu kommen Kunststoffe, mit Folien beklebte Tafeln, beschichtete Materialien sowie Aluminium-Kunststoff-Kombinationen in Dicken von sechs bis 60 mm. Höger geht zur Einlagerstation, die wie alle Stationen mit einem neuen Bedienterminal ausgestattet ist. „Wir möchten eine optimale Raumnutzung erreichen und lagern deshalb chaotisch.“ Insofern muss Höger keine Plätze für bestimmte Beladehöhen reservieren, die eventuell nicht genutzt werden. Restbleche werden bei Hefter teilweise auf speziell dafür eingerichteten Paletten gelagert. Die entsprechenden Daten werden manuell eingegeben. „Wir lagern auch Stückgut und Stanzwerkzeuge. Halbfertigteile transportieren wir dagegen gleich zur folgenden Produktionsstufe, beispielsweise zum Biegen“, sagt Höger.

An das Blechlager, das im Zwei-Schicht-Betrieb an fünf, teilweise an sechs Tagen in der Woche arbeitet, sind zwei Stanz-Laser-Maschinen, eine Laserschneidanlage und eine Säge angebunden. Für jede Station kann der Betreiber mehrere Vorlagerungen als Liste eingeben. Nach einer Rücklagerung lagert das System automatisch die nächste Palette vor. Ferner ist es möglich, Blechtafeln von der Einlagerstation direkt zu einer anderen Station zu transportieren, ohne den Ladungsträger zwischenzeitlich in sein Fach einzulagern.

Die Versorgung der Maschinen steuert man über Prioritäten, wobei ein Eilauftrag immer Vorrang hat und normale Materialvorlagerungen vor Wiegevorgängen auszuführen sind. Christian Stocker deutet auf die Wiegeanzeige, die über das Gewicht der vom RBG aufgenommenen Systempalette informiert. Dies ist zu beachten, da man die mit einer nutzbaren Fläche von 3300 mm × 1350 mm ausgestatteten Paletten mit maximal 3000 kg Material beladen darf. „Bei Rücklagerungen sind alle Ladungsträger zu wiegen. Stückgut kann man davon ausschließen. Im Rahmen des Retrofit hat Stopa das Auswertegerät der Wiegeeinrichtung ausgewechselt, weil die alte Wiegeeinheit das Gewicht nicht mehr lesen konnte.“

Auch die Spaltkontrollen auf der Traverse sind neu. Mit ihrer Hilfe überwacht die Steuerung auf beiden Seiten des jeweiligen Lagerfaches, ob das RBG die Palette korrekt einlagert. Außerdem hat Stopa eine Gabelmittenkontrolle in die Traverse integriert, die prüft, ob die Palette beim Einlagern richtig im Fach liegen bleibt. Ebenfalls Teil des Retrofit ist eine Palettenmittenkontrolle, die abfragt, ob sich der Ladungsträger mittig auf den Gabeln befindet. Ein Punkt, mit dem Hefter früher immer wieder Probleme gehabt hat.

In dreieinhalb Wochen war das überholte Lager wieder fit

Stocker fährt mit einem Finger über den Ausdruck eines Zeitplans. „Stopa hat das Retrofit, wie vorgesehen, innerhalb von dreieinhalb Wochen zum Jahreswechsel 2012/2013 durchgeführt und unsere Bediener gleich nach der Modernisierung und erneuten Inbetriebnahme des Blechlagers zwei Tage lang an der Anlage geschult.“ Höger ergänzt, dass man Stopa wegen der Kompetenz und des stimmigen Preis-Leistungs-Verhältnisses beauftragt habe. Mitentscheidend sei der gute Eindruck gewesen, den die Lagerverwaltungssoftware bei der Besichtigung einer Referenzanlage gemacht habe, die bei Krones, einem Hersteller von Getränkeabfüllanlagen, steht.

Durch das Retrofit hat Stopa das Blechlager von Hefter zukunftsweisend optimiert. Das RBG bietet jetzt eine höhere Präzision beim Positionieren der Paletten und somit eine entsprechende Prozesssicherheit. Auch aus dem Steuerungsumbau resultiert eine Reihe von Vorteilen. Dazu zählen unter anderem eine hohe Systemverfügbarkeit und, darauf basierend, mehr Produktivität und wiederum mehr Prozesssicherheit. Darüber hinaus profitiert der Betreiber von geringeren Instandhaltungskosten, einer auf Jahre gewährleisteten Ersatzteilversorgung und einer kostengünstigen Ersatzteilbeschaffung. Außerdem sind die Diagnosemöglichkeiten, beispielsweise durch Fernwartung, sowie die Visualisierungen der Abläufe und die Bedienerverwaltung besser geworden.

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