Blechfertigung Flexibel und offen für alles, was mit Blechen und Rohren zu tun hat

Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Die Seeger Lasertechnik GmbH in Lorsch sieht sich in erster Linie als Dienstleister und Partner für die Bearbeitung von Blechen und Rohren. Vom einfachen Laserteil bis hin zu komplexen Baugruppen werden alle Kundenwünsche erfüllt. Vor etwa einem Jahr bezog das Unternehmen in Lorsch einen neuen Standort, der abgesehen von der Infrastruktur dem Unternehmen weitere Fertigungs- und Wachstumsmöglichkeiten bietet.

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„Gehen wir gleich mal in die Fertigung“, sagt Roland Kiefer, geschäftsführender Gesellschafter der Seeger Lasertechnik GmbH im südhessischen Lorsch. Und die Besucher hören daraus, dass Kiefer gerne die verschiedenen Fertigungsmöglichkeiten präsentiert. Der 1991 aus kleinsten Anfängen heraus gegründete Fertigungsbetrieb wurde 2006 von Roland Kiefer übernommen, ja er hat ihn einfach gekauft.

Vom Banker zum Blechbearbeiter

Das ist an und für sich ja nichts Außergewöhnliches, wenn jemand ein Unternehmen kauft. Doch bei Kiefer liegen die Dinge etwas anders. Er ist eigentlich gelernter Bankkaufmann. „Nach der Banklehre war ich eine Zeit lang dort beschäftigt, später bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft“, verrät Kiefer seinen beruflichen Werdegang kurz.

In logischer Folge drängt sich da doch die Frage auf: „Was will denn ein Bankkaufmann mit einem Fertigungsbetrieb? Einem Betrieb, der sich so ganz abseits von Kugelschreiber und Formularen mit rauen Materialien und Halbzeugen wie Blech und Rohren befasst?“ Danach gefragt, erklärt Roland Kiefer seine Lust auf Technik.

„So ganz fremd ist mir die nicht, denn ich bin ja in einem Kieswerk, das meinen Eltern gehörte, groß geworden“, konstatiert er, „und da habe ich schon immer etwas mit Technik zu tun gehabt. Und wenn man aus einer Unternehmerfamilie kommt, dann hat man da so seine eigenen Vorstellungen, man möchte selbst auch was unternehmen.“ Das klingt plausibel und erklärt voll und ganz das große Engagement, mit dem er seinen Betrieb führt.

Unternehmer sorgt für kräftiges Wachstum

Der Start als selbstständiger Unternehmer ist ihm wohl nicht so schwer gefallen. Schließlich hatte er ja von der Pike auf gelernt, wie man mit Geld und Banken umgeht. Und was er in nur drei Jahren daraus gemacht hat, ist nicht nur die neue Betriebsstätte im Lorscher Industriegebiet Daubert.

„Als ich Seeger übernommen habe“, erklärt Kiefer, „gab es 10 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 1,8 Mio. Euro. Aktuell beschäftige ich inklusive Leiharbeiter über 40 Mitarbeiter, die für einen Umsatz von derzeit über 6 Mio. Euro stehen“, sagt Kiefer mit verständlichem Stolz und Selbstbewusstsein.

Und selbst das Krisenjahr 2009 hat das Unternehmen unbeschadet überstanden. „Wir hatten auch einen zweistelligen Auftragsrückgang, aber den konnten wir gut überstehen“, meint Kiefer. Dennoch hat ihn dieses Jahr darin bestärkt, dass er seinen Vertrieb weiter ausbauen möchte und dort kräftig investiert.

Seeger setzt klar auf Trumpf-Lasermaschinen

In der Fertigungshalle angekommen, stößt man unweigerlich auf die Laseranlagen. „Wir haben drei solcher Anlagen bei uns in Betrieb, über die vierte Maschine wird gerade verhandelt“, vermerkt Kiefer. Es handelt sich dabei um Laserflachbettmaschinen Trulaser 5040 der Marke Trumpf.

„Sehen sie da oben diese Kühlaggregate?“, fragt Kiefer. „Das sind Wärmetauscher, die mit unserem Geothermie-System gekoppelt sind. Damit können wir energiesparend und -effizient im Sommer kühlen und im Winter heizen. Für die drei Laseranlagen benötigen wir nur die Energie für zwei.“ 40 Bohrungen sind es, die bis 40 m in den sandigen Boden bei Lorsch ragen und die bereits vor dem Neubau, verkehrsgünstig direkt an der Autobahn A67, angelegt wurden.

Unternehmen auf Laserschneidteile spezialisiert

Mit den unter den Wärmetauschern stehenden Laserflachbettmaschinen macht Seeger den meisten Umsatz. Denn Laserschneidteile sind die Spezialität des Unternehmens. Dabei spielt es keine Rolle, ob Einzelteile oder Serienteile geschnitten werden.

Die Trulaser 5040 unterstützen Seeger durch die hohe Produktivität und den zuverlässigen Dauerbetrieb, der damit möglich ist. Dafür sorgen neben der Ein-Schneidkopf-Strategie die sicheren Schneidprozesse.

Gefüttert werden die Laserschneidanlagen mit den unterschiedlichen Blechformaten und Blechdicken, die aus einem riesigen Stopa-Lager kommen. „Das“, sagt Kiefer, „ist eine Investition für weiteres Wachstum. In der alten Halle hatten wir nur ein manuelles Storemaster-Schubladensystem.“

Laserschneiden bis 4 m Länge aus Stahl oder Aluminium

Was geschnitten wird, das erhält Kiefer von seinen Kunden vorgegeben. Dabei reicht es in vielen Fällen schon, wenn der Kunde eine Handskizze mitbringt. Und geschnitten wird alles bis 4 m Länge, was aus Stahl und Aluminium ist bis Blechdicken von 15 mm bei Alu und 25 mm bei Stahl und Edelstahl.

Wenn auch das Laserschneiden das starke Standbein bei Seeger ist, beherrscht man dennoch auch andere Fertigungstechniken aus dem effeff: „Stück für Stück haben wir unsere Möglichkeiten und Kompetenzen der Metallbearbeitung ausgebaut“, sagt Kiefer, „und können unseren Kunden heute genauso das Abkanten bis 4 m Länge, Biegen und Schweißen anbieten. Ja, wir fertigen mittlerweile sogar komplette Baugruppen für die verschiedensten Branchen, wie erneuerbare Energien, Medizintechnik, Fahrzeugbau oder Baumaschinen.“

Laserbearbeiter expandiert in die Umformtechnik

Trotz aller Erfolge, die der Jungunternehmer Kiefer mit der Seeger Lasertechnik GmbH erreicht hat, hat er die Bodenhaftung nicht verloren. Mittlerweile hat er auch noch einen kleinen Betrieb für Umformtechnik mit Stanzen, Ziehen und Drücken dazugekauft und er hat diesbezüglich noch weitere Pläne: „Hier sind wir ja im Hessischen“, sagt er, „aber ich möchte gerne noch einen Betrieb in Baden-Württemberg haben.“ Wen oder was er wo dabei im Auge hat, darüber wollte der agile Unternehmer verständlicherweise noch nicht sprechen.

Mit seinem Unternehmen ist Kiefer auch Mitglied im Verband deutscher Laseranwender – Blechbearbeitung (VdLB). Diese Gemeinschaft schätzt er sehr, „weil man dort mit Gleichgesinnten über ähnlich gelagerte Probleme reden und diskutieren kann“. Zusammenarbeit und Dialog mit den Kollegen im VdLB findet Kiefer äußerst fruchtbar. Der Wissens- und Problemaustausch ist für ihn durch nichts anderes zu ersetzen.

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