Bioenergie

Forscher warnen vor Klimarisiken durch Energie aus Biomasse

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Auf der anderen Seite behandelten viele ökonomische Szenarien zum Klimaschutz Bioenergie als CO2-neutral. Dabei unterstellten sie, dass Maßnahmen zum Waldschutz ergriffen werden und dass technischer Fortschritt eine höhere Ausbeute von Bioenergie pro Hektar erlaubt.

Abschätzungen des Bioenergie-Potenzials schwanken extrem

Ob diese Annahmen eintreffen, sei schwer vorherzusagen. Abhängig von solchen Annahmen schwankten aber die Abschätzungen des Potenzials von Bioenergie um den Faktor Zehn.

Eine umfassende Beurteilung der Chancen und Risiken des Einsatzes von Bioenergie sollte das ganze Spektrum möglicher Entwicklungen darzustellen versuchen und systematisch Auswirkungen auf Märkte erfassen, folgern die Forscher laut Mitteilung. Die Szenarien müssten systematischer auch die Effekte der Nutzung von Bioenergie in einer nicht perfekten Welt abschätzen, in der es beispielsweise nur einen begrenzten Fortschritt von politischen Regelungen und Technologie gibt. Um hier die Debatte voran zu bringen, sei eine viel engere fächerübergreifende Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen mit Bioenergie befassten Forschungsrichtungen nötig.

Bioenergie-Projektionen abhängig von Werturteilen

„Dies ist eine zentrale Herausforderung für kommende wissenschaftliche Sachstandsberichte“, sagt Edenhofer. „Berechnungen zur Wirkung des Einsatzes von Bioenergie in der Zukunft sind von Natur aus mit Ungewissheiten belastet, und hierauf muss man an der Schnittstelle von Politik und Wissenschaft reagieren. Die Projektionen sind teils abhängig von Werturteilen – diese betreffen Energiesicherheit, Klimaschutz, Ernährungssicherheit und den Schutz der Artenvielfalt.“

Wenn es der Wissenschaft gelänge, alle zugrundeliegenden Annahmen und Unsicherheiten den politischen Entscheidungsträgern verständlich zu machen, so Edenhofer, „dann kann das ein Start sein für die wichtige Diskussion, wo wir als Gesellschaft hinwollen, und welche Risiken wir hierbei in Kauf nehmen.“

Die Analyse wurde von der Michael Otto Stiftung und dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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