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Bioabbaubare Beschichtung Forscher wollen Biokunststoffe mit bioOrmoceren veredeln

| Redakteur: Peter Königsreuther

Kunststoffprodukte für den Verpackungsbereich geraten immer wieder ins Visier der Öffentlichkeit, weil sie angeblich die Umwelt schädigen oder für Müllberge sorgen. Bioabbaubare Polymere könnten den "Druck im Kessel" verringern – noch besser gelingt das jetzt vielleicht mit bioabbaubaren Veredelungsschichten auf Silicatbasis.

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Bioabbaubare Barriereschichten aus Fraunhofer-Schmiede, sollen der bioabbaubaren Kunststoffverpackung den Weg in die gesellschaftliche Akzeptanz ebnen.
Bioabbaubare Barriereschichten aus Fraunhofer-Schmiede, sollen der bioabbaubaren Kunststoffverpackung den Weg in die gesellschaftliche Akzeptanz ebnen.
(Bild: Fraunhofer-ISC)

Ende Januar informierte das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in einem Workshop interessierte Hersteller und Anwender aus der Lebensmittel-, Pharmazie- und Kosmetikbranche über seine neue, biologisch abbaubare Materialklasse der sogenannten bioORMOCERe. Daraus entwickelte bioabbaubare Lacke sollen nun zur Veredelung von kommerziell erhältlichen bioabbaubaren Kunststoffen eingesetzt werden, um Barriereeigenschaften gegen Wasserdampf, Sauerstoff, Aromen und Weichmachern zu bilden, die, wie es weiter heißt, mit konventionellen Verpackungsmaterialien vergleichbar sind. Damit würde bioabbaubaren Verpackungen der Weg in den Markt vereinfacht.

Workshops als konstruktive Diskussionsplattformen

Funktionsschichten auf bioORMOCER-Basis bieten nach Angaben von Frau Dr. Sabine Amberg-Schwab, Leiterin Barriere- und Multifunktionsschichten am ISC, eine zeitlich steuerbare biologische Abbaubarkeit. Darüber hinaus könnten die Schichten mit einem antimikrobiellen Wirkstoff, der erst bei Kontakt der Beschichtung mit Feuchtigkeit freigesetzt wird, ausgerüstet werden. Sowohl die Dauer als auch die Freigabemenge der antimikrobiell wirksamen Additive können durch spezifische Lackanpassungen eingestellt werden, so Amberg-Schwab.

In seinen Workshops biete das Institut in Würzburg regelmäßig eine Plattform für kritisch-konstruktive Dialoge. Die Hersteller und Anwender nutzen diese Gelegenheiten intensiv, wie es heißt, um sich über die neuen Entwicklungen zu informieren und um Perspektiven für die Übertragbarkeit in die jeweiligen industriellen Prozesse auszuloten. MM

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