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Cognitive Computing Forschungskooperation für künstliche Intelligenz

| Redakteur: Robert Horn

Die Bosch-Gruppe weitet ihre Forschungen in Richtung Deep Learning aus. Dazu hat das Technologieunternehmen eine Kooperation mit der Universität Amsterdam angekündigt. Bosch steckt 3 Mio. Euro in das Unterfangen.

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Der Forschungscampus von Bosch in Renningen. Von hier aus steuert das Unternehmen seine weltweiten Forschungsaktivitäten.
Der Forschungscampus von Bosch in Renningen. Von hier aus steuert das Unternehmen seine weltweiten Forschungsaktivitäten.
(Bild: Bosch)

Künstliche Intelligenz wird die Welt grundlegend verändern: In Zukunft werden Maschinen in der Lage sein, aus Erfahrungen zu lernen und auf dieser Basis zu handeln. Grundlage dafür ist Deep Learning. Die Universität Amsterdam und Bosch werden künftig auf diesem Feld eng zusammenarbeiten. Dazu haben beide die Forschungskooperation Delta Lab (Deep Learning Technologies Amsterdam) bekannt gegeben. Ziel der Partnerschaft ist ein regelmäßiger fachlicher Austausch und Wissenstransfer. In den kommenden vier Jahren wird das Unternehmen die Forschungsarbeit von zehn Doktoranden der Universität Amsterdam mit insgesamt drei Millionen Euro fördern.

Die Nachwuchswissenschaftler werden eng mit den Forschern des Bosch Center for Artificial Intelligence am Forschungscampus in Renningen zusammenarbeiten. Im Gegenzug entsendet Bosch Mitarbeiter zu gemeinsamen wissenschaftlichen Projekten an die Universität Amsterdam. „Industrielle Grundlagenforschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz profitiert vom engen Austausch mit akademischen Einrichtungen“, sagt Dr. Michael Bolle, Leiter der Forschung und Vorausentwicklung bei Bosch. „Auf die Zusammenarbeit mit Professor Max Welling und mit seinem Team von der Universität Amsterdam freue ich mich sehr. Er ist international einer der führenden Wissenschaftler im Bereich Deep Learning.“

Maschinen lernen aus einer Vielzahl von Daten

Vorbild für Deep Learning ist das menschliche Gehirn mit seinen neuronalen Netzstrukturen. Die Doktoranden werden in ihren Forschungsprojekten mathematische Modelle und Algorithmen entwickeln, die es Maschinen ermöglichen, aus Informationen und Erfahrungen zu lernen. Dazu werden sie mit einer großen Zahl an Daten versorgt, die von Sensoren und Kameras gesammelt werden. Ist die Lernphase abgeschlossen, kann ein automatisiert fahrendes Auto zum Beispiel ein spielendes Kind von einem über die Straße rollenden Ball unterscheiden und die Entscheidung treffen, zu bremsen.

„Auch im Zusammenhang mit Industrie 4.0 und intelligenten Assistenzsystemen gewinnt Deep Learning immer mehr an Bedeutung“, sagt Max Welling. „Forschungsergebnisse, die im Delta Lab entstehen, sollen in Anwendungen und Produkte münden, bei denen Bosch Weltmarktführer ist.“

Das Delta Lab ist bereits die zweite Forschungskooperation von Bosch und Partnern auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Ende des vergangenen Jahres hatte Bosch mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft das Cyber Valley in Baden-Württemberg ins Leben gerufen.

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