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Franken-Schock lässt Schweizer Industrie abstürzen

| Autor: Stéphane Itasse

Der Schock von der Schweizerischen Nationalbank kam am 15. Januar 2015 unerwartet, und er traf die Realwirtschaft hart. Innerhalb weniger Stunden mussten die Exporteure mit ansehen, wie sich ihre Produkte um etwa 20 % verteuerten.

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Wie lange kann die Schweizer Industrie ihre Produkte noch exportieren? Die Unternehmen beklagen einen massiven Wettbewerbsnachteil durch die Frankenaufwertung.
Wie lange kann die Schweizer Industrie ihre Produkte noch exportieren? Die Unternehmen beklagen einen massiven Wettbewerbsnachteil durch die Frankenaufwertung.
(Bild: Swissmem)

Zuvor hatte die Notenbank der Schweiz eine Aufwertung des Frankens verhindert und einen Mindestwechselkurs von 1,20 Franken je Euro an den Devisenmärkten durchgesetzt. Die Freigabe des Frankenkurses am 15. Januar pulverisierte jedoch alle Prognosen, auch für die Industrie, und einen Ausblick will noch niemand wagen. Erst jetzt werden allmählich die Folgen der Währungsaufwertung sichtbar: Die Umsätze in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) sind im ersten Quartal 2015 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 8,1 % gesunken, wie der Verband Swissmem mitteilt. Die Auftragseingänge seien sogar um 17,1 % eingebrochen.

Frankenstärke belastet Schweizer Unternehmen

Noch viel belastender für die Unternehmen ist laut Swissmem der massive Druck auf die Margen. Fast zwei Drittel der Unternehmen rechneten mit Margeneinbrüchen von mindestens vier Prozentpunkten. Für 31 % der MEM-Firmen bedeute das 2015 einen operativen Verlust.

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Damit bestätigen sich die Befürchtungen, dass die erneute Frankenstärke in der MEM-Branche sichtbare Spuren hinterlassen wird, wie der Verband mitteilt. Von den Auftrags- und Umsatzrückgängen seien Großunternehmen und KMU gleichermaßen betroffen. Nur die Kapazitätsauslastung sei aufgrund der guten Bestellungseingänge des vergangenen Jahres noch relativ hoch und habe im April 2015 bei 87,6 % gelegen, nur leicht unter dem Jahresdurchschnitt von 2014 (88,2 %).

Schweizer Industrieexporte nach Asien und in die USA wachsen

Die Exporte der MEM-Industrie reduzierten sich gemäß den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung im ersten Quartal 2015 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,4 % und erreichten einen Wert von 15,9 Mrd. Franken. Die wichtigsten Absatzregionen hätten sich sehr unterschiedlich entwickelt. Die Ausfuhren nach Asien (+9,7 %) und in die USA (+9,5 %) zogen laut Mitteilung kräftig an, konnten aber den deutlichen Exportrückgang in die EU (–4,9 %) nicht ganz kompensieren. Betrachte man die einzelnen Produktbereiche, so seien die Ausfuhren des Maschinenbaus substanziell gesunken (–8,5 %). Auch die Exporte von Metallen (–3,3 %) und Produkten aus dem Bereich Elektrotechnik/Elektronik (–2,4 %) seien zurückgegangen. Einzig die Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten hätten leicht zugenommen (+2,6 %).

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Stéphane Itasse

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, MM MaschinenMarkt