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Frauenförderung

Frauen erweisen sich als Glücksfall im Unternehmen

12.03.2008 | Autor / Redakteur: Ulrike Gloger / Ulrike Gloger

Ergebnis einer Umfrage, an der sich beim Hannover-Messe-Kongress Womenpower 2007 rund 300 Frauen beteiligten. Quellen: Deutsche Messe, Helga-Stödter-Stiftung
Ergebnis einer Umfrage, an der sich beim Hannover-Messe-Kongress Womenpower 2007 rund 300 Frauen beteiligten. Quellen: Deutsche Messe, Helga-Stödter-Stiftung

Frauen sind rar im deutschen Maschinenbau und der Fachkräftemangel ist groß. Viele Unternehmen wollen nicht mehr auf die Kompetenz des weiblichen Geschlechts verzichten, fördern Frauen gezielt und schaffen familienfreundliche Arbeitsbedingungen – mit Erfolg, wie unsere Serie zeigt.

Welcher Hut ist groß genug, um Karriere und Familie darunter unterzubringen? Diese Frage prangt auf dem Internetportal der VDI-Ingenieurinnen.

Dass ein Kind nicht unbedingt das Karriereaus für eine Frau bedeuten muss, lebt Alexandra Laufer ihren Mitarbeitern nicht nur tagtäglich vor, sie ermutigt sie vielmehr, es ihr gleichzutun. Die Geschäftsführerin der AP&S International GmbH ist Mutter von drei Kindern und leitet zusammen mit ihrem Geschäftspartner Horst Hall das Unternehmen.

Am Standort Donaueschingen werden mit rund 70 Mitarbeitern Nassprozessanlagen für die Herstellung hochleistungsfähiger Mikrochips entwickelt und gebaut. Darüber hinaus gibt es Niederlassungen in Shanghai und Singapur.

Die Ausbildungsquote liegt bei 14,5 und die Frauenquote bei 11%. „Absolut arbeiten jedoch noch mehr Frauen bei AP&S, weil wir flexible Arbeitsmodelle, Home-Office und Job-Sharing verwirklicht haben“, sagt Alexandra Laufer. Mehr als die Hälfte der Belegschaft könne mit einem Laptop aufs Firmennetzwerk zugreifen.

Förderung auch für Halbtagskräfte

Bewusst und gegen den Trend werden Halbtagskräfte beschäftigt und gezielt Förderprogramme durchgeführt. Dafür sind das Unternehmen und seine Inhaber schon mehrfach ausgezeichnet worden.

Gerne würde Alexandra Laufer auch einen Betriebskindergarten einrichten, aber bei einem Kleinbetrieb ist der Bedarf nicht so groß; und ein Versuch, mit umliegenden Firmen einen gemeinsamen Betriebskindergarten zu gründen, scheiterte. Doch das Unternehmen gewährt Kindergartenzuschüsse und hilft bei der Vermittlung von Tagesmüttern.

Was für kleine Unternehmen schwierig ist, kann ein Großkonzern leichter stemmen: So ergänzt der Autoriese Daimler sein Angebot an Betriebskindergärten jetzt sogar um ein Betreuungsangebot für Kinder unter 3 Jahren. Günther Fleig, Daimler-Personalvorstand: „Wir wollen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine hochflexible und betriebsnahe Kinderbetreuung mit einem pädagogisch und qualitativ anspruchsvollen Konzept bieten.“

Großkonzern Daimler bietet umfassende Kinderbetreuung

Das Konzept ist so anspruchsvoll, dass sich zur Eröffnung der ersten Kinderkrippe sogar Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen einfand. So früh es geht, spätestens aber ab dem Kindergartenalter, legt das Betreuungskonzept Schwerpunkte auf die Förderung von Sprachen und Interesse an Naturwissenschaft und Technik, Musik, Kunst und Bewegung sowie den Umgang mir fremden Kulturen. Ferner will man mit einem eigens entwickelten Ernährungskonzept den Grundstein für ein gesundes Ernährungsverhalten der Kinder legen.

Das Angebot soll den Anteil von Frauen in der Belegschaft und in Führungspositionen steigern sowie den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern. „Gelingt jungen Müttern der Spagat zwischen Kind und Job, so ist das für Unternehmen ein Glücksfall; denn die nachwachsende Frauengeneration ist bestens qualifiziert“, so das Resümee einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln.

Daimler-Personalchef Fleig wird das Förderkonzept vorstellen, wenn er als Hauptredner auf dem Kongress Womenpower am 25. April auf der Hannover-Messe auftritt. Der inzwischen schon zum fünften Mal stattfindende Kongress erwartet in diesem Jahr rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Themen wie Karriereplanung, Netzwerke, Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Familienbewusste Personalpolitik wird Wettbewerbsfaktor

Noch längere Tradition hat das vor 10 Jahren von der Hertie-Stiftung initiierte Audit „berufundfamilie“. Inzwischen haben mehr als 500 Unternehmen das Audit durchlaufen, manche wurden schon zum zweitenmal zertifiziert.

„Jeder unserer Mitarbeiter muss grundsätzlich die Möglichkeit haben, Aufgaben im familiären Umfeld mit den unternehmensspezifischen Anforderungen in Einklang zu bringen“, sagt Dr. Friedrich Voss, Personaldirektor bei Xerox. Das IT-Unternehmen gehörte 2007 zu den Zertifizierten.

„Es sind neue Zeiten angebrochen – familienfreundliche Zeiten“, so Ursula von der Leyen. „Immer mehr Unternehmen erkennen, dass eine familienbewusste Personalpolitik ein Erfolgsfaktor für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit ist.“

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