Automobiler Leichtbau Fraunhofer kooperiert mit polnischer TU

Redakteur: Rebecca Vogt

In einem gemeinsamen Projekt wollen das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) und die Technische Universität (TU) Opole an Entwicklungen im automobilen Leichtbau forschen. Geht es darum, besonders ressourcenschonend und effizient zu fertigen, zählt der Leichtbau in der Automobilindustrie zu den großen technischen Herausforderungen.

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In einem Memorandum of Understanding wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik und der Technischen Universität Opole im Bereich der Erforschung und Entwicklung des automobilen Leichtbaus besiegelt.
In einem Memorandum of Understanding wurde die Zusammenarbeit zwischen dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik und der Technischen Universität Opole im Bereich der Erforschung und Entwicklung des automobilen Leichtbaus besiegelt.
(Bild: Politechnika Opolska/Technische Universität Opole)

Um dem Ziel einer solchen Fertigung einen Schritt näher zu kommen, haben sich das IWU und die polnische TU zusammengetan. In einem Memorandum of Understanding (MoU) wurde die Zusammenarbeit im Bereich der Erforschung und Entwicklung des automobilen Leichtbaus besiegelt. Unterzeichnet wurde das Memorandum von Prof. Marek Tukiendorf, Rektor der TU, Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, und Prof. Dirk Landgrebe, Institutsleiter am IWU.

Die gemeinsame Erklärung für das „Polish-German Fraunhofer Research Center for Automotive Lightweight Construction (ALC)“ bestimmt die Ziele des Projekts, nennt konkrete Arbeitsbereiche und legt Spielregeln für die Nutzung von Patenten fest. In Kürze soll aus der Kooperation ein Fraunhofer-Project-Center entstehen.

Aufbau einer innovativen Stadt

TU-Rektor Tukiendorf erklärt: „Die Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft ist für die Technische Universität Opole nicht nur eine außerordentliche Chance für die Zukunft, sondern auch eine besondere Verpflichtung für mich und die ganze akademische Gemeinschaft. Ohne Zweifel ist es aber ein Meilenstein in der Entwicklung unserer Universität. Die Initiative ergänzt gleichzeitig die Ziele und Handlungen der Stadtregierung in Richtung des Aufbaus einer 'Innovativen Stadt'.“

Deutsch-polnische Zusammenarbeit

Der Polnische Minister für Finanzen und wirtschaftliche Entwicklung hob die Bedeutung der Kooperation für die wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen hervor. „Das ist ein guter Tag für die polnisch-deutsche Zusammenarbeit. Das Projekt ist ein Motor für unsere engen, freundschaftlichen Beziehungen in Wirtschaft und Forschung. Durch die Kooperation wird ein produktiver Transfer von Erkenntnissen und Know-how in Gang gesetzt und es werden innovative Lösungen für die Industrie geschaffen. Davon profitieren die Menschen in beiden Ländern“, so der Minister.

Wissenstransfer und Innovationskraft fördern

Fraunhofer-Präsident Neugebauer betont, dass Spitzenforschung heute von fachübergreifender Zusammenarbeit und internationaler Kooperation lebe. „Deshalb freue ich mich besonders auf die Zusammenarbeit mit unseren polnischen Partnern. Das Fraunhofer IWU verfügt über viel Erfahrung im Leichtbau und wird sein Know-how im Umgang mit modernen Werkstoffen einbringen. Die Forscher der Technischen Universität Opole bringen ihre Stärken ein, beispielsweise bei der Simulation von Verfahrenstechnik und Prozessen. So können wir gemeinsam Mehrwerte schaffen, den Wissenstransfer intensivieren und die Innovationskraft der Unternehmen stärken.“

Auch nichtmetallische Werkstoffe stehen im Fokus

„Basierend auf unserer Jahrzehnte langen Erfahrung im Automobilbau, angefangen von den Bauteilen über Prozesse und komplexe Maschinensysteme bis hin zur ganzen Fabrik, liegt der Fokus unserer Forschungsarbeit auch auf nichtmetallischen Werkstoffen – insbesondere Kunststoffe und Faserverbunde. Die Kooperation mit der Universität Opole erweitert auch unsere Möglichkeiten und umso mehr freue ich mich, dass wir im Interesse aller beteiligten Partner etwas zur Entwicklung der Technischen Universität Opole und darüber hinaus für die ganze Region beitragen können“, ergänzt Prof. Landgrebe vom IWU.

Die Unterzeichnung fand im Rahmen eines ganztägigen Kolloquiums an der TU in Opole statt. An der Veranstaltung nahm auch Tower Automotive teil, ein internationaler Hightech-Zulieferer von Karosserieteilen. Das Unternehmen werde als Projektpartner eng in die Kooperation eingebunden.

Zusammenführen getrennter Prozesse in der Fertigung

Das Fraunhofer-Research-Center für „Automotive Lightweight Construction (ALC)“ verbindet die Grundlagenforschung der TU mit der angewandten Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Fusion der Technologien im Leichtbau ermögliche beispielsweise das Zusammenführen bisher getrennter Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffe – wie Metalle, Kunststoffe und technische Textilien. Automobile könnten dann kostengünstig, energieeffizient und umweltschonend produziert werden. Davon profitiere letztlich auch die europäische Automobilindustrie.

Schlüsseltechnologie Leichtbau

Und nicht nur diese: „Alle Branchen, in denen Leichtbau- und Mehrkomponenten-Bauweisen zum Einsatz kommen, können die neuen ressourcenschonenden Fertigungstechnologien erproben. Sie leisten damit einen Beitrag zum Klimaschutz“, erklärt Neugebauer. Das Forschungsfeld Leichtbau gilt bei Experten als zukunftsweisende Schlüsseltechnologie.

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