Arbeitsgemeinschaft Qualitätsguss Frühe Einbindung des Zulieferers lohnt sich bei Gusskonstruktionen

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Dass sich die Einbindung des Zulieferers in die Produktplanung lohnt, wird bei einem Gespräch mit Ulrich Becker, Leiter der Arbeitsgemeinschaft Qualitätsguss e. V. (AGQ), Haunsheim. Anhand eines Ölabscheidergehäuses für einen Schraubenverdichter verdeutlicht er die Vorteile einer frühen, engen Zusammenarbeit zwischen Gießer und Kunde.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Dieses Gehäuse wurde von einer Schweiß- auf eine Gusskonstruktion umgestellt. Das war nicht einfach. Schließlich muss das Gehäuse bei einem Innendruck von 28 bar dicht sein und einen Berstdruck von 140 bar standhalten. Aufgrund der gemeinsamen Erarbeitung der Gusskonstruktion wurde die Herausforderung gemeistert. Die Lösung lag im Gusswerkstoff. So besteht das heutige Abscheidergehäuse aus Gusseisen mit Kugelgrafit (EN-GJS 400-18 LT/Ferrocast). Dieser Werkstoff entspricht den Anforderungen der EU-Richtlinien für Druckgeräte.

Außerdem bietet er laut Becker eine hohe Sicherheit gegen Gasundichtigkeit. Darüber hinaus wurde die Geräuschdämpfung des Werkstoffs untersucht. Die Geräuschentwicklung ist ein wichtiges Anwendungskriterium für Schraubenverdichter.

Aufgrund der Grafitausscheidungen hat Gusseisen mit Kugelgrafit eine bessere Geräuschdämpfung als Stahl. Das ist allgemein bekannt. Was jedoch fehlte, war die Höhe der Geräuschdämpfung bei der erarbeiteten Konstruktion.

Gusseisen mit Kugelgrafit senkt Verdichtergeräusche

So wurde eine Eigenfrequenzanalyse vorgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verdichtergeräusche bei Verwendung des Gehäusewerkstoffs Gusseisen mit Kugelgrafit um 4 bis 6 dB(A) gesenkt wurden.

Im Rahmen der Zusammenarbeit wurde die gießtechnische Machbarkeit der erarbeiteten Konstruktion überprüft. Die Ergebnisse flossen in den Formenbau und die Gießtechnik ein. Als problematisch stellte sich dabei die Kernlagerung heraus. Denn aufgrund der Dichtigkeitsanforderungen ist die Verwendung von Kernstützen nicht möglich.

Diese Schwierigkeit, so Becker, habe man formtechnisch sehr gut gelöst. Sehr hilfreich sei dabei die frühzeitige Einbindung des Gießers gewesen.

Arbeitsgemeinschaft Qualitätsguss e.V., Halle 3, Stand B26

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