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FTS sichert 24-h-Betrieb

| Redakteur: MM

Laser steuert fahrerlose Transportfahrzeuge zielgenau von Station zu Station Lasergesteuerte Fahrzeuge mit magazinähnlichen Aufbauten übernehmen den - jeden Schaden ausschließenden - Transport...

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( Archiv: Vogel Business Media )

Laser steuert fahrerlose Transportfahrzeuge zielgenau von Station zu StationLasergesteuerte Fahrzeuge mit magazinähnlichen Aufbauten übernehmen den - jeden Schaden ausschließenden - Transport palettierter Flaschentrays bei dem Traditionsunternehmen Perrier. Ein zentraler FTS-Leitrechner bestimmt die Transporte zwischen Flaschenproduktion, Abfülllinien und Hochregallager, je nach Füllungsgrad der Staustrecken an den Abfülllinien oder Produktionsprogramm. Da keine personelle Überwachung dieser Betriebsabläufe verlangt ist, erfüllt das FTS die wichtige Voraussetzung für den mannlosen Nachtbetrieb.Produktionseinheiten zum Lager transportierenZwar verläuft der günstigste Weg für die so zugeführten Flaschengebinde, was leicht nachvollziehbar ist, von den Produktionsbereitstellbahnen direkt zu den Abfülllinien, und, sofern möglich, wird er auch genutzt. Aber zusätzlich sind die bereitgestellten Produktionseinheiten zum Hochregallager zu transportieren. Und schliesslich verlangt die Hauptversorgung, palettierte Leerflaschen aus dem Hochregallager zeitgenau an die jeweiligen Pufferplätze der Abfülllinien zu übergeben.Diese Förderanteile insgesamt lieferten leistungsspezifische Daten und alle weiteren Planungsvorgaben für die Realisierung einer Netzstruktur. In Verbindung mit der Vorgabe, diesen Förder- oder Materialfluss zu automatisieren, um so die bekannten wirtschaftlichen Vorteile zu nutzen und gleichzeitig die Sicherheit für jede einzelne der mit leeren Glasflaschen beladenen Paletten während des Betriebs zu erhöhen, führte dies zur Konzeption des fahrerlosen Transportsystems. Raumsparend in der Abfüllhalle angeordnet, bildet der Streckenverlauf für die lasergesteuerten FTS-Fahrzeuge eine winkelförmige Struktur. Am Ende des einen Schenkels, der überwiegend aus einer Vor- und Rücklaufstrecke besteht, ist über einen Ringstreckenbereich das automatische Hochregallager angebunden. Der zweite, hauptsächlich aus drei parallelen Strecken gebildete Schenkel integriert den Übergabebereich der Flaschenproduktion und vor allem die vier Abfülllinien. Zudem besteht so die günstige Voraussetzung für einen späteren Ausbau. Von den ersten Planungsschritten bis zur Klärung aller konstruktiven Details standen die Sicherheitsbelange für Lasteinheiten mit im Zentrum der Diskussion. Die vorgesehenen FTS-Fahrzeuge hatten eindeutig die Voraussetzung zu erfüllen, um beim Umschlag und Transport der mit Glasflaschen beladenen Paletten jeden Schadensverlust zu vermeiden. Nach diesen Anforderungen und der Förderleistung wurden in dem geplanten und ausgeführten fahrerlosen Transportsystem fünf Fahrzeuge aus der modularstandardisierten ,,Cartura-Baureihe" eingesetzt. Zu ihren technischen Merkmalen gehören zwei gesteuerte Antriebsräder in getrennter Anordnung, im vorderen und hinteren Fahrzeugbereich also, um die erforderliche Bodenhaftung sicherzustellen. Zusätzliche schwenkbare Räder stabilisieren die Bewegungsmechanik bei den üblichen Vorwärts- und Rückwärtsfahrten, aber auch bei den im Winkel zur Hauptrichtung verlaufenden kurzen Ausschleusfahrten zu den Übergabestationen. Kettenförderer in die Fahrzeuge integriertVon den fünf FTS-Fahrzeugen wird verlangt, 80 Paletten pro Stunde zu transportieren. Gewählt wurde eine Fahrzeugausführung mit zwei integrierten Kettenförderern in Parallelanordnung zur Aufnahme von je einer 1000 kg schweren Glasflaschen-Palette. Für den gesamten Palettenumschlag müssen die fünf FTS-Fahrzeuge demnach in einer Stunde 40 Fahrten ausführen.Die Absicherung der palettierten Glasflaschenstapel während des Transports, die obenan stehende Forderung für den FTS-Betrieb, verlangte eine sachgerechte Ausrüstung der Fahrzeuge. Swisslog entwickelte dafür einen magazinähnlichen Aufbau mit zwei mechanisch beweglichen Seitenwänden. Nach der Übernahme der Paletten durch den Kettenförderer des Fahrzeugs werden die zwei Seitenwände an den Glasflaschenstapel angelehnt und erfüllen so, bei leichtem Druck, die Funktion einer Klemmvorrichtung.Normalerweise werden mit jeder Fahrt zwei Paletten transportiert. Ist der Beladevorgang beendet, nach dem Schließen der Seitenwände also, wird die Fahrt zur Zielstation freigegeben. Durch die Sicherungseinheit ist gewährleistet, dass während der Fahrt nicht einmal eine einzelne Glasflasche von der Palette fallen kann. Eine weitere Besonderheit des fahrerlosen Transportsystems ist das eingesetzte Fahrzeug-Energie- und Ladekonzept. Vor einiger Zeit entwickelt, hat sich das zeitsparende Prinzip bereits vor dem Perrier-Einsatz im Dauerbetrieb bei mehreren ausgeführten Systemen bewährt. Im Kern geht es darum, spezielle Bleibatterien in wenigen Sekunden bei hohem Stromfluss (200 A) aufzuladen. Mit dieser so genannten Taktladung lassen sich Stillstände reduzieren und somit die Einsatzdauer der Fahrzeuge wesentlich erhöhen. Die FTS-Fahrzeuge bei Perrier werden lasergesteuert. Über Funk erfolgt die Kommunikation mit dem Leitrechner. Es handelt sich um ein Stand-alone-System, ein Host-Rechner ist also nicht vorhanden. Höchste Verfügbarkeitswerte sind einzuhalten, denn zumindest während der drei Sommermonate läuft ein unterbrechungsfreier Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Der Rationalisierungserfolg gründet sich in erster Linie auf die Automatisierung des Materialflusses und die damit einhergehende Personalkosteneinsparung im Vergleich zum Gabelstaplerbetrieb. Besonders deutlich wird dieser Sachverhalt beim mannlosen Betrieb während der Nachtschichten.