International Federation of Robotics Für die Roboterindustrie ist die Zukunft rosarot

Redakteur: Jürgen Schreier

Eine glänzende Perspektive für die Roboterindustrie rund um den Globus sieht die International Federation of Robotics (IFR). So wird der weltweite Roboterabsatz 2013 um rund 2 % steigen. Zwischen 2014 und 2016 will die Branche noch einen Zahn zulegen.

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Schutzgas-Schweißzellen sind bei klassischen Stahl-Stahlverbindungen ebenso im Einsatz wie bei anspruchsvollen Aluminiumverbindungen.
Schutzgas-Schweißzellen sind bei klassischen Stahl-Stahlverbindungen ebenso im Einsatz wie bei anspruchsvollen Aluminiumverbindungen.
(Bild: Kuka)

„Die Robotik Industrie blickt in eine rosige Zukunft“, erklärte IFR-Präsident Dr. Shinsuke Sakakibara anlässlich der Veröffentlichung der Studie „World Robotics 2013 – Industrial Robots“. „2013 wird der globale Roboterabsatz um rund 2 % auf 162.000 Stück steigen. Das IFR Statistical Department erwartet zwischen 2014 und 2016 einen weltweiten Anstieg des Roboterabsatzes von durchschnittlich 6 % pro Jahr. In 2016 wird ein Jahresabsatz von mehr als 190.000 Industrierobotern erwartet.“

Nachfrage variiert nach Regionen und Branchen

Das Jahr 2013 ist von folgenden Faktoren geprägt:

  • Die Nachfrage der Automobilindustrie wird sich auf bestimmten Märkten verlangsamen nachdem drei Jahre in Folge die Roboterinstallationen in den traditionellen Märkten und in den Wachstumsmärkten kräftig gestiegen waren.
  • Die Elektro- und Elektronikindustrie wird vermehrt in Roboter investieren, um ihre Produktion zu automatisieren oder für neue Produktionsprozesse umzurüsten.
  • Ein weiterer Anstieg der Roboternachfrage wird außerdem seitens der pharmazeutischen Industrie, der Lebensmittelindustrie sowie der Metall- und Maschinenbauindustrie erwartet.

Der Verband geht davon aus, dass Nordamerika, Brasilien, Südkorea, China, in den meisten anderen südostasiatischen Märkten sowie in fast allen zentral- und osteuropäischen Märkten und in der Türkei wird der Roboterabsatz zuelegen wird. In Japan hingegen dürften die Verkäufe aufgrund der weiterhin schwachen heimischen Elektro- und Elektronikindustrie schrumpfen.

Rückgang des Roboterabsatzes in Deutschland „eher wahrscheinlich“

Auch in Deutschland ist ein Rückgang des Roboterabsatzes eher wahrscheinlich nach drei Jahren erheblicher Roboterinvestitionen im Automobilbereiche. Großbritannien ist in einer ähnlichen Situation und wird auch eine Verringerung des Roboterabsatzes in 2013 spüren.

Aufgrund der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Situation in Italien, Frankreich und Spanien, werden die Verkäufe navch Einschätzung der IFR-Statistiker zurückgehen sinken oder stagnieren. Durch mehr komplexere Robotersysteme, die den Markt erobern, könnte die wertmäßige Umsatzentwicklung wie auch schon 2011 und 2012, besser sein.

Vielversprechende Aussichten für 2014 bis 2016

Das IFR Statistical Department erwartet für die Jahre 2014 bis 2016 einen weiteren Anstieg der Roboterinstallationen von durchschnittlich 6 % im Jahr. „Das Wachstum basiert auf dem gewaltigen Potential in den Industriebereichen wie Elektronik oder Nahrungsmittel und der anhaltenden Industrialisierung der Entwicklungsländer. Aber es gibt in der Zukunft noch mehr Wachstumsmöglichkeiten, wenn man die atemberaubenden hochentwickelten und innovativen technischen Entwicklungen betrachtet“, erklärt Dr. Andreas Bauer, Vorsitzender der IFR Industrial Robot Suppliers Group. „Diese Technologien öffnen die Türen für vollkommen neue Roboteranwendungen. Beeindruckend sind für mich die Entwicklungen der Mensch-Roboter-Kooperation und die Möglichkeiten in neuen Bereichen der Automation, in denen bislang keine Roboter benutzt werden.“

Die Herausforderungen und Chancen sind:

  • Kosteneffiziente Anforderungen treiben den Grad der Automatisierung weltweit an.
  • Energie-Effizienz und neue Materialien, wie z.B. Karbonfasern, erfordern ein Umrüsten der Produktionslinien.
  • Wachsende Konsumentenmärkte erfordern die Steigerung der Produktionskapazitäten.
  • Verkürzte Produktzyklen und eine erhöhte Produktvielfalt benötigen flexible Automationslösungen.
  • Technische Weiterentwicklungen von Industrierobotern steigern den Einsatz in der General Industry und in kleinen und mittleren Unternehmen, z.B. leicht zu bedienende Roboter für einfache Anwendungen oder die Zusammenarbeit von Robotern mit Menschen.
  • Verbesserte Qualität erfordert anspruchsvolle und hochentwickelte Robotersysteme.
  • Roboter erhöhen die Arbeitsqualität, indem sie gefährliche, eintönige und schmutzige Arbeiten übernehmen.

„Obwohl diese Herausforderungen nicht unerheblich sind, sind sie zu bewältigen. Tatsächlich haben unsere Branche und Regierungen weltweit bereits signifikante Fortschritte in der Realisierung dieser Herausforderungen erreicht. Das sind spannende Möglichkeiten für uns, die wir im vollen Umfang annehmen sollten“, betont Per Vegard Nerseth, Head of ABB Robotics.

Robotermarkt China boomt

In den Jahren 2005 bis 2012 ist der Industrieroboterabsatz in China durchschnittlich um 25 % jährlich auf 23.000 Stück im Jahr 2012 gestiegen. Diese Lieferungen beinhalten nicht die Verkäufe von chinesischen Roboterherstellern. Bei der gemeinsamen Veranstaltung von IFR und der Chinese Robot Industry Alliance (CRIA), dem IFR-CRIA CEO Round Table während der Ciros-Messe im Juli 2013 in Shanghai, wurde berichtet, dass lokale chinesische Roboterhersteller 2011 etwa 2000 und 2012 rund 3200 Roboter verkauft haben.

Die taiwanesische Firma Foxconn Electronics (zugehörig zum Konzern Hon Hai Precision) produziert Roboter, um sie in ihren eigenen Produktionsanlagen in China einzusetzen. Diese Roboter wurden in die Statistik nicht einbezogen, weil die Informationen über die Anzahl der sogenannten Foxbot-Roboter, die auf dem Festland in China installiert wurden, äußerst vage sind. Die Zahlen bewegen sich zwischen 10.000 und 30.000 Stück über die letzten Jahre.

Berücksichtigt man diese Angaben, beträgt die Anzahl der 2012 in China installierten Roboter zwischen 28.000 und 35.000 Stück. Demnach war China bereits in 2012 der größte Robotermarkt der Welt.

China muss Produktionsstätten modernisieren

China wird auch in den kommenden Jahren ein beachtliches Wirtschaftswachstum aufweisen. Davon sind die IFR-Volkswirte überzeugt. Die erheblichen Investitionen in Automatisierung werden sich fortsetzen, um die Produktivität zu erhöhen und umweltfreundlichere Produktionsprozesse einzuführen.

China ist einer der am stärksten expandierende und größten Konsumentenmärkte in der Welt. Eine wachsende Mittelschicht und eine erhöhte Nachfrage nach Konsumgütern, medizinische Versorgung und wachsender Lebensstandard, das sind das alles gute Gründe für die verarbeitende Industrie zu automatisieren.

Neben einer Modernisierung der vorhandenen Produktionsstätten, bauen einige Industrien neue Fabriken, um sich weitere Marktanteile in diesem riesigen Konsumentenmarkt zu sichern.

Roboterdichte in China ist noch sehr gering

Das Potenzial zur Automatisierung der chinesischen verarbeitenden Industrie ist immer noch immens. Im Vergleich zu bereits hoch automatisierten Ländern wie Japan, Korea und Deutschland, die eine Roboterdichte zwischen 270 und 400 Industrierobotern pro 10.000 Mitarbeitern in der verarbeitenden Industrie haben, ist die Roboterdichte in China mit rund 20 Robotern recht gering. Um das Niveau der hochautomatisierten Länder zu erreichen, müssten ungefähr 1 Mio. neue Roboter in den kommenden Jahren in China installiert werden.

In 2013 hat das stagnierende Wirtschaftswachstum in China die Roboterinvestitionen kaum beeinflusst. Die ausländischen Roboterhersteller werden ihren Absatz in 2013 um 5 bis 10 % auf 25.000 Stück steigern. Und von 2014 bis 2016 wird der Roboterabsatz weiter an Fahrt gewinnen. Mit einem jährlichen Wachstum von 15 % der Lieferungen der ausländischen Hersteller wird 2016 letztendlich eine Stückzahl von 38.000 Robotern erreicht.

Ausländische Hersteller werden mehr Roboter in China produzieren

Chinesische Roboterhersteller werden in naher Zukunft ihre Roboterproduktion erhöhen und ausländische Hersteller werden mehr Roboter in China produzieren. Wird berücksichtigt, dass China bereits einer der größten Märkte ist, aber sich noch in der Anfangsphase zum Gebrauch von Robotern befindet, bietet der chinesische Markt in den nächsten Jahren ein enormes Absatzpotenzial für in- und ausländische Roboterhersteller.

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