Private Equity Für Investitionen stehen weiter hohe Mittel bereit

Redakteur: Jürgen Schreier

Die Finanzkrise verschärft die Finanzierungsbedingungen für den Mittelstand. Auch die Beteiligungsbranche muss erhebliche Einschnitte hinnehmen, weil kreditgestützte Übernahmen kaum noch finanzierbar sind. Dennoch planen deutsche Private-Equity-Gesellschaften drei bis fünf neue Engagements in diesem Jahr, wie eine Befragung von Rödl & Partner ergab.

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Wolfgang Kraus, geschäftsführender Partner von Rödl & Partner. „Mittelständische Unternehmer stehen Finanzinvestoren heute viel offener gegenüber. Doch die weitere Entwicklung wird davon abhängen, ob der Markt für Transaktionen und Börsengänge wieder in Gang kommt, damit die Investoren auch eine Möglichkeit zum Ausstieg aus den Beteiligungen haben.“
Wolfgang Kraus, geschäftsführender Partner von Rödl & Partner. „Mittelständische Unternehmer stehen Finanzinvestoren heute viel offener gegenüber. Doch die weitere Entwicklung wird davon abhängen, ob der Markt für Transaktionen und Börsengänge wieder in Gang kommt, damit die Investoren auch eine Möglichkeit zum Ausstieg aus den Beteiligungen haben.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Finanzierungsverhalten der Banken wird von 91% der Befragten als restriktiver bewertet. Die deutschen Beteiligungsunternehmen sind dennoch zuversichtlich, dass sie gestärkt aus der Krise hervor. Nach wie vor stehen unverändert hohe Mittel zur Verfügung, um den Eigenkapitalbedarf der mittelständischen Wirtschaft zu bedienen. 58% der befragten Private-Equity-Gesellschaften planen drei bis fünf neue Engagements in diesem Jahr. Für die Studie wurden im Frühjahr 2009 rund 300 in Deutschland tätige Beteiligungsgesellschaften befragt, die vorwiegend in mittelständische Unternehmen investieren.

Eine echte Alkternative zur „klassischen“ Mittelstandsfinanzierung

„Die Aufnahme von Beteiligungskapital entwickelt sich zu einer der bedeutendsten Alternativen für die Mittelstandsfinanzierung“, erklärt Wolfgang Kraus, geschäftsführender Partner des Nürnberger Wirtschaftsprüfungsunternehmens Rödl & Partner. „Mittelständische Unternehmer stehen Finanzinvestoren heute viel offener gegenüber. Doch die weitere Entwicklung wird davon abhängen, ob der Markt für Transaktionen und Börsengänge wieder in Gang kommt, damit die Investoren auch eine Möglichkeit zum Ausstieg aus den Beteiligungen haben.“

„Die Beteiligungsbranche wird die Jahre 2009/2010 dazu nutzen, ihre Engagements zu konsolidieren“, betont Björn Stübiger, Leiter Corporate Finance bei Rödl & Partner. „Aber Optimismus ist berechtigt. Die restriktive Kreditvergabe der Banken treibt die mittelständische Wirtschaft in die Arme der Finanzinvestoren. Wenn es diesen gelingt, ihre Reputation weiter zu verbessern, werden Private-Equity-Investitionen bald zum Normalfall.“

Einwerbung von Kapital wird schwieriger

Als wichtigster Grund für die Aufnahme von Beteiligungskapital benennen 56% der Unternehmen den Wunsch nach mehr Unabhängigkeit von den Banken. 30% lösen die Unternehmensnachfolge über die Aufnahme eines Finanzinvestors. „Die Finanzkrise hat eine Vertrauenskrise gegenüber den Kreditinstituten ausgelöst. Viele Mittelständler sehen Beteiligungen heute als Rettungsanker und nicht mehr als Bedrohung an“, so Stübiger.

Die Finanzkrise wirkt sich erheblich auf das Fundraising der Beteiligungsgesellschaften aus. 68% der Private-Equity-Gesellschaften sehen grundsätzlich Probleme bei der Einwerbung von Kapital. Allerdings sind auch die Unternehmenswerte aus der Sicht von 88% der Befragten gesunken. Nachdem unverändert hohe Mittel für Investitionen in die mittelständische Wirtschaft zur Verfügung stehen, könnten dadurch sogar zusätzliche Engagements möglich werden.

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