Schichtkoordinatoren-Modell Für mehr Führungskompetenz an der Basis sorgen

Autor / Redakteur: Marcus Mogk und Frank Müller / Claudia Otto

Gute Führung gewerblicher Mitarbeiter ist für Produktionsbetriebe ein zentraler Erfolgsfaktor. Ein Qualitätsflachstahl-Hersteller hat dies erkannt und sich dazu entschlossen, seine Schichtkoordinatoren in einem speziellen Programm fit für ihre Führungsaufgabe im Werk zu machen.

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Im Seminar lernen die Schichtkoordinatoren unter anderem, wie sie sich in Konfliktsituationen als Führungskraft richtig verhalten.
Im Seminar lernen die Schichtkoordinatoren unter anderem, wie sie sich in Konfliktsituationen als Führungskraft richtig verhalten.
(Bild: Festo)

In Führung gehen“ sollen Vorgesetzte aller Hierarchiestufen der Thyssen-Krupp Steel Europe AG in Duisburg. Unter diesem Motto rollt der Hersteller seit Herbst 2011 unternehmensweit ein Qualifizierungsprogramm für seine gesamte Führungskaskade aus. Damit reagiert der Vorstand auf die Ergebnisse der letzten Mitarbeiterbefragung, in der beispielsweise Frust über häufige Führungswechsel oder unzureichend erklärte organisatorische Veränderungen zum Ausdruck kommt.

Als Konsequenz will die Unternehmensleitung Vorgesetzte aller Ebenen dazu anhalten, stärker eigenverantwortlich zu handeln und die Belange der Mitarbeiter besser aufzunehmen. „In Führung gehen“ bedeutet auch, Informationsstrukturen sowie Feedback-Kultur zu verbessern und die Mitarbeiter stärker einzubinden.

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Veränderungsprozess startet bei den Schichtkoordinatoren

Den Veränderungsprozess startet das Unternehmen dort, wo es am meisten Potenzial und Nachholbedarf an Führungskompetenz sieht: bei den Schichtkoordinatoren (Schiko). Sie halten die Produktion rund um die Uhr am Laufen, ihr Führungsstil und ihr Kommunikationsverhalten wirken unmittelbar auf die rund 11.000 operativen Mitarbeiter. Die Schiko-Ebene entstand 2002 im Zuge der Teamorganisation. Damals entschied sich das Unternehmen für flache Hierarchien. Mitarbeiter bestimmter Teambereiche in der Produktion wurden mit Kollegen aus der Instandhaltung zusammengefasst und unter die disziplinarische Leitung eines Schiko gestellt.

Knapp die Hälfte der Schiko sind Industriemeister

So entstanden Führungsspannen von bis zu 50 Mitarbeitern, die Führungsaufgaben müssen von den Beteiligten teilweise on top zum Tagesgeschäft erfüllt werden. Knapp die Hälfte der Schiko sind Industriemeister, die anderen wurden als Vorarbeiter mit Facharbeiterausbildung – ohne tieferes Wissen zum Thema Führung – in die Aufgabe hinein befördert. Kenntnisse in Produktion und Instandhaltung sind von den Akteuren gleichermaßen gefragt.

Waren vor der Umorganisation noch viele Ingenieure disziplinarisch verantwortlich, teilweise sogar als Betriebsleiter, arbeiten diese heute als fachverantwortliche Experten des Teams neben beziehungsweise zwischen den Führungsebenen. Bei Anlagenstörungen etwa treffen sie tagsüber Entscheidungen, welche die Schiko von Spät- und Nachtschicht gegenüber ihren Werkern mittragen müssen.

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