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VDW / Metav

Ganzheitliche Fertigungskonzepte für die Medizintechnik

| Redakteur: Frauke Finus

Alternde Gesellschaften, höhere verfügbare Einkommen, bessere medizinische Versorgung und gleichzeitig steigender Kostendruck im Gesundheitswesen charakterisieren das Umfeld für die Medizintechnik. Alle diese Entwicklungen versprechen jedoch eins: Der Markt für medizintechnische Produkte bleibt attraktiv. Er wird weiter wachsen und mit ihm die Herausforderungen.

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Auf der Metav-Sonderschau „Metal meets Medical“ wird unter dem Motto „Smart Solutions – More Efficiency“ präsentiert, wie moderne Produktionstechnik zu mehr Effizienz und Präzision in der Medizintechnik beiträgt.
Auf der Metav-Sonderschau „Metal meets Medical“ wird unter dem Motto „Smart Solutions – More Efficiency“ präsentiert, wie moderne Produktionstechnik zu mehr Effizienz und Präzision in der Medizintechnik beiträgt.
(Bild: Messe Düsseldorf)

„In der Medizintechnik wird mit sehr unterschiedlichen Losgrößen gefertigt“, erläutert Simon Voit, Produktmanager Medizintechnik, Marketing, Steuerungen für Werkzeugmaschinen bei der Dr. Johannes Heidenhain GmbH in Traunreut, eine der Aufgaben, mit denen Medizintechnikhersteller täglich konfrontiert sind. „Während im Dentalbereich die Fertigung von Unikaten den Alltag bestimmt, führt bei chirurgischen Instrumenten die Variantenvielfalt zu kleinen Losen. Hüft- und Kniegelenke hingegen entstehen in einer kosteneffizienten, prozessorientierten Serienfertigung. Unabhängig von der Losgröße sind zudem die regulatorischen Anforderungen an die NC-Programme sehr hoch“, so Voit weiter.

Sonderschau „Metal meets Medical“

Heidenhain ist einer von über 20 Teilnehmern der Sonderschau „Metal meets Medical“ auf der Metav 2014. Unter dem Motto „Smart Solutions – More Efficiency“ präsentieren sie, wie moderne Produktionstechnik zu mehr Effizienz und Präzision in der Medizintechnik beiträgt. Mit dabei sind unter anderem 3D Laser, AHC Oberflächentechnik, Agie Charmilles, Citizen, DMG Mori, FIT – Fruth Innovative Technologien, Forecreu, Fuchs, Paul Horn, Renishaw, Sandvik, Siemens, SolidCAM, Trumpf, Zapp sowie die Forschungsinstitute FEP aus Dresden, IFW, IW, IFUM und das Laserzentrum aus Hannover.

„Gefragt sind flexiblere und effizientere Fertigungslösungen bei gleichbleibend hohem Qualitätsstandard und gewährleisteter Produktionssicherheit“, sagt Claus Bieder, Senior Manager Business Development bei Siemens, Erlangen. Effizienz bedeute dabei vor allem Geschwindigkeit. Schnelleres Umsetzen spezifischer Anforderungen in digitale Produktprototypen, schnelles Erstellen von CNC-Programmen, schnelles Einrichten und Umrüsten der Maschinen bei unterschiedlichen Losgrößen und nicht zuletzt das zügige Bearbeiten in der Maschine seien die wesentlichen Herausforderungen im Produktionsprozess.

Generative Fertigungsverfahren erweitern Produktpalette in der Medizintechnik

Weitere zentrale Themen sind die eingesetzten Werkstoffe, wie Chrom-Kobalt, rostfreie Stähle, Keramiken, Kunststoffe oder Magnesium, die teilweise schwer zerspanbar sind, strenge Hygienerichtlinien, höchste Präzision im µ-Bereich und Beschichtungen aus Metall, Kunststoff oder Keramik, die gleichzeitig hauchdünn und dennoch robust sein müssen. Lösungen dazu präsentiert die Metav in Halle 15 anhand der gesamten Prozesskette von der Maschine über Werkzeuge und Komponenten bis hin zur Messtechnik für die Dentaltechnik, Implantate, chirurgische Instrumente und den Formenbau.

Darüber hinaus setzt die Metav 2014 erstmals auch einen Fokus auf die so genannten generativen Verfahren, die immer wichtiger für die industrielle Massenfertigung und damit auch für die Herstellung medizintechnischer Produkte wird. „Generative Verfahren ermöglichen Bauteile mit neuen Funktionen, die auf konventionellem Weg mittels Zerspanung nicht herstellbar sind. Solche Verfahren erweitern die Möglichkeiten der Bauteilproduktion“, beschreibt Dr. Matthias Luik, Leiter Forschung und Entwicklung bei Paul Horn, Tübingen, das Potenzial.

Im Rahmen der Kooperation zwischen der Messe Erfurt und dem Metav-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) wird die Sonderschau zur Medizintechnik daher um Aussteller aus dem Segment generative Fertigung ergänzt. Dabei geht es sowohl um die Darstellung generativ gefertigter Medizinprodukte, wie Implantate, OP-Schablonen oder Prothesen, als auch um Fortschritte beim Umgang mit 3D-Schichtbildern, Rekonstruktionsmethoden, (Bio-)Materialien und deren Verarbeitung. In generativen Fertigungsverfahren steckt ein enormes Potenzial für eine schnellere, wirtschaftlichere und nachhaltigere Fertigung in der Medizintechnik.

Metav 2014, Halle 15, Stand F11

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