LASYS meets Audi Geballte LASYS-Informationen aus dem Audi Forum in Neckarsulm

Redakteur: Peter Königsreuther

Die 5. LASYS, die internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung im Mai/Juni rückt näher. Was es dort alles zu erleben gibt, haben die Macher der Messe beim Gastgeber Audi in Neckarsulm verraten. Anbei auch viele Impressionen des namhaften Premium-Autobauers.

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Das passt ja gut zur LASYS-Fachpressekonferenz: In den windschnittigen, hochglanzpolierten Aluminiumflächen dieses Audi-Flitzers vom Typ R8 Quattro spiegelt sich die Ursprungsform einer revolutionären Werkzeugalternative: Licht! Das in gebündelter Form, ein hochflexibler Helfer in Sachen berührungslos Schneiden, Messen, Fügen und Oberflächenbearbeiten ist. Nicht zuletzt ist das Audi Forum ein guter Platz für die laserfokussierte Konferenz, denn Audi hat es mit dem Partner Precitec außerdem jüngst geschafft, das Laser-Remoteschweißen auch auf Aluminium zu übertragen, und spart damit über 90 % an Kosten und 47 % der Energie ein.
Das passt ja gut zur LASYS-Fachpressekonferenz: In den windschnittigen, hochglanzpolierten Aluminiumflächen dieses Audi-Flitzers vom Typ R8 Quattro spiegelt sich die Ursprungsform einer revolutionären Werkzeugalternative: Licht! Das in gebündelter Form, ein hochflexibler Helfer in Sachen berührungslos Schneiden, Messen, Fügen und Oberflächenbearbeiten ist. Nicht zuletzt ist das Audi Forum ein guter Platz für die laserfokussierte Konferenz, denn Audi hat es mit dem Partner Precitec außerdem jüngst geschafft, das Laser-Remoteschweißen auch auf Aluminium zu übertragen, und spart damit über 90 % an Kosten und 47 % der Energie ein.
(Bild: Königsreuther)

Auch zur fünften Ausgabe der internationalen Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung LASYS, wollen die Veranstalter wieder einen Fels in der Brandung eines recht dynamischen Marktes machen, wie Gunnar Mey, Abteilungsleiter Industrie beim LASYS-Veranstalter Messe Stuttgart, im Rahmen einer Pressekonferenz vergangenen Donnerstag beim Audi Forum in Neckarsulm deutlich machte.

Vom 31. Mai bis 2. Juni treffen sich also wieder Laserinteressierte, die rund 80 % aller wichtigen Industriezweige vertreten. Nicht zu vernachlässigen ist, dass beim letzten Mal 77 % mit festen Kaufabsichten auf die LASYS gekommen sind. 200 Aussteller werden heuer in der Halle 4 am Stuttgarter Messegelände alle Einsatzfelder der Lasertechnik präsentieren – vom reinen Fertigungssystem bis zu den laserspezifischen Subkomponenten streckt sich das Spektrum der Exponate, ergänzte Mey.

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Mikrobearbeitung bleibt LASYS-Top-Thema

Diesmal will man außerdem auch auf die generative Fertigung einen Fokus legen, wie Mey betont. In Zusammenarbeit mit der Messe Erfurt werde man deshalb, wie bereits auf der Moulding Expo 2015 geschehen, auch auf der LASYS eine Rapid Area installieren.

Ein “Solution Center - Meet the experts“, das Event „Lasers in Action“ sowie die neunte Auflage der Stuttgarter Lasertage (SLT), sollen zusätzlich für noch intensiveren Lasergenuss und Wissenszuwachs bei den Besuchern sorgen, wie es heißt. Zu den besonderen LASYS-Trendthemen zählte Mey die Mikrobearbeitung via Laser, Fügeprozesse im Automobilbau und das Schneiden von spröden und transparenten Werkstoffen.

Die Internationalität der LASYS wird gestärkt

Entsprechend der Herkunft der Gäste aus mehr als 40 Ländern, versammelt ein „International Pavilion“ Unternehmen aus aller Welt, während ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderter Gemeinschaftsstand innovativen Newcomern aus Deutschland den Weg in den Markt ebnet. Unter dem Titel „ESPACE LASER s’invite sur LASYS“ ist erstmalig ein Gemeinschaftsstand mit rund 20 französischen Anbietern aus der Laserindustrie geplant. Er wird im Rahmen der Initiative „LASYS meets…“ aufgebaut. Mit jener stärkt die Messe Stuttgart das Thema Lasertechnologie auf globaler Ebene. In diesem Zuge kooperiert sie mit IREPA Laser, Veranstalter und Träger des französischen Kongresses mit begleitender Messe ESPACE LASER. Ebenso eröffnet sie Herstellern Zugang zum türkischen Markt. Dafür veranstaltet sie am 31. März 2016 einen Thementag „Automotive“ in Istanbul.

Mehrwert durch LASYS-Rahmenprogramm

„Gemeinsam mit dem Fachverband Laser- und Lasersysteme für die Materialbearbeitung im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der die Fachmesse als ideeller Träger begleitet, und weiteren internationalen Partnern wird Wissensaustausch auf Kongressniveau geboten – für alle Zielgruppen, vom Einsteiger bis zum Laser-Spezialisten“, kündigte Gunnar Mey an. So beteiligt sich das VDI-Technologiezentrum an der LASYS. Im Rahmen seiner Präsentation sind Exponate aus „Make Light“ – der Open-Photonics-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu sehen.

Im Zuge der Aktion „LASER LIVE“ werden gekennzeichnete Stände zum Schauplatz von Maschinen im praktischen Einsatz. Ein in der Tat hilfreiches Angebot beinhaltet das „Solution Center – Meet the experts“. Spezialisten des Bayerischen Laserzentrums, des Instituts für Strahlwerkzeuge der Universität Stuttgart, des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff und Strahltechnik sowie des Laserzentrums Hannover beantworten kostenlos und unabhängig Fragen von Anwendern. Wer zum Beispiel eine Aufgabe im Bereich der Laser-Materialbearbeitung zu lösen hat und nicht weiß, welches Verfahren geeignet ist, welches Material wie bearbeitet werden kann oder unsicher ist, ob der Laser das geeignete Werkzeug für ihn ist, der erhält hier Antworten.

Additive Fertigung jetzt im LASYS-Programm

Besonders große Aufmerksamkeit auf der LASYS 2016 erfährt das aktuelle Thema „generative Fertigung“: In Zusammenarbeit mit der Messe Erfurt ist eine Rapid Area geplant. Dieser Gemeinschaftsstand bringt Besuchern in Form Lösungsansätze für die Herausforderungen in der Materialbearbeitung angesichts immer kürzer werdender Produktlebenszyklen, individualisierter Bauteile, zunehmend komplexerer Geometrien und innerer Strukturen nahe.Daneben unterstützen angesehene Branchenvertreter mit ihrer Expertise Besucher des Fachforums „Lasers in Action“. Dieses findet unter Federführung von Laser Systems Europe und mit Beteiligung des Laser Institute of America direkt in der Messehalle statt. Täglich wird es ein informatives Vortragsprogramm zu Themen wie Mikrobearbeitung, Additive Fertigung, Strahlformung und den Marktchancen in Asien geben.

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Ein weiterer Garant für konstruktiven Wissensaustausch: die Stuttgarter Lasertage (SLT) des Instituts für Strahlwerkzeuge der Universität Stuttgart. Sie führen in Kombination mit der LASYS am 31. Mai und 1. Juni 2016 auf der Messe Stuttgart zum 9. Mal Laserexperten und Anwender zusammen. Die Veranstaltung findet im ICS – Internationales Congresscenter Stuttgart statt und gilt als zentrales Anwenderforum der internationalen Laserbranche. Die SLT zeigen Highlights sowie Innovationen aus der industriellen Anwendung der Lasertechnik.

Das LASYS-Info-Feuerwerk brennt weiter...

Ebenfalls im ICS vermittelt der Short Course „Basiswissen Laser und Laser-Materialbearbeitung“ der Wissenschaftlichen Gesellschaft Lasertechnik e.V. am 1. und 2. Juni Einblicke, Grundwissen und einen Überblick über die Laser-Materialbearbeitung. Gunnar Mey fasste zusammen: „Ob Laser-Schweißen, -schneiden oder -bearbeiten, Lasersystemtechnik oder Laserstrahlquellen – Neueinsteigern wird aufgezeigt, was alles mit dem Laser möglich ist.“ Bei einem „Einsteiger-Workshop 4.0 im Werkzeugbau“ des Verbandes Deutscher Werkzeug- und Formenbauer können sich Unternehmen am 1. Juni im ICS das Grundlagenwissen für ein Industrie-4.0-Projekt aneignen.

Das Seminar informiert über Hintergründe, Historie und Fallbeispiele. Die Teilnehmer erfahren, worum es geht, wenn von Industrie 4.0 die Rede ist, nehmen praktische Anregungen mit, wie sie ein kleines oder mittelständisches Unternehmen auf die vierte industrielle Revolution vorbereiten und erfahren, wie sie den Einstieg in Industrie 4.0 schaffen.

Darüber hinaus öffnet am 1. Juni der Stuttgart Laser Marketplace unter Regie von Optech Consulting: Die Veranstaltung im ICS wendet sich an Entscheidungsträger und Manager in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Entwicklung der gesamten Laserindustrie, von der Komponentenherstellung über die Laser- und Systemproduktion bis zu Endanwendern, Forschungseinrichtungen und Investoren. Ihnen präsentieren führende Experten ihre Sicht auf die Märkte, Technologien und Anwendungstrends in der Laser-Materialbearbeitung.

Zusätzlichen Mehrwert bieten die in Kombination mit der LASYS stattfindenden Automotive‐Messen des britischen Veranstalters UKIP sowie die O&S – Internationale Fachmesse für Oberflächen & Schichten – und die parts2clean – Internationale Leitmesse für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung.

Außerdem lohnt sich ein Besuch des Stellenmarktes der LASYS. Über www.jobboadring.de finden Unternehmen, die Mitarbeiter suchen, sowie Studenten, Absolventen, Fach- und Führungskräfte, die sich nach einem Job umsehen, zusammen.

Positive VDMA-Zahlen zum Lasermarkt

Die Laseranlagen-Produktion am Standort Deutschland ist nach strammer Vorgabe aus dem Referenzjahr (2014: 11 % Plus) in 2015 erneut um mehr als 9 Prozent gewachsen. Erreicht wird ein Volumen von 932 Mio. EUR, wie Gerhard Hein von der VDMA Arbeitsgemeinschaft Laser und Lasersysteme für die Materialbearbeitung berichtete.

Der von Lasersystem-Herstellern in Deutschland gebuchte Auftragseingang 2015 überschreitet das nachfragestarke, erstmals wertmäßig über einer Milliarde Euro notierende Vorjahresergebnis (20 Prozent Plus) um satte 8 Prozent auf 1,13 Mrd. EUR. Die weltweite Konsolidierung der Laserproduktion ergibt ein Plus von knapp 6 Prozent gegenüber der hoch gelegten Messlatte im Referenzjahr sowie einen sehr moderaten „Internationalisierungszuschlag“ in Höhe von gut 1 % gegenüber Ausbringung 2015 am Standort Deutschland. Der Wertanteil von Anlagen mit Festkörperlasern steigt von 54 % in 2014 auf markante 65 Prozent im aktuellen Berichtsjahr. Gesunken sind dabei die Absatzzahlen für CO2-Laser, wie es heißt.

Deutsche Lasertechnik international vorne

Das Top-Ergebnis im Export 2015 von Laseranlagen signalisiert mit 21 % Wachstum auf über 800 Mio. EUR und sehr hohem Ausfuhranteil von 86 %, gemessen am Produktionswert, eine starke Position im Feld der weltweiten Konkurrenz. Hinsichtlich der Ausfuhr-Struktur nach Bestimmungsländern geben Westeuropa, Mittel-/Osteuropa und das „Sonstige Asien“, sprich: der asiatische Großraum ohne die direkt ausgewiesen Destinationen China und Japan, in mittleren bzw. niedrigem einstelligem Bereich auf 29 % bzw. jeweils rund 15 % Anteil am Gesamt-Exportergebnis nach. Gleichzeitig legen die USA und China (hoch von reichlich 9 % im Referenzjahr!) auf jeweils 15 % Anteil zu. Japan steigert seine Aufnahmefähigkeit auf 7 % Partizipation.

Laseranlagen erfolgreich eingekoppelt

Während nämlich dort die Produktion 2015 in Deutschland rund 4 % zulegt und bei 1 % Minus aus dem Vorjahr aufsetzt, punkten Lasersysteme 2014 und 2015 überproportional mit bereits erwähnten 11 % bzw. 9 % Plus. Auch der 2015 im Werkzeugmaschinenbau bescheiden um 1 Prozent angestiegene Auftragseingang (4 % Plus im Vorjahr) wird von Lasersystemen mit genannten 20 % Plus (Referenzjahr) bzw. nochmals 8 % Plus im aktuellen Berichtsjahr getoppt.

Auch die Strahlquellen zeichnen am Gesamtbild

Addiert man zu 932 Mio. EUR Systemproduktion anteilig die Ausbringung im Laserstrahlquellen-Bereich im Wert von 505 Mio. EUR, resultiert stabil ein Satz von etwa 10 % gemessen am Produktionsvolumen der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie ohne Berücksichtigung von Dienstleistungen.

Reichlich Umsatzdeckung durch Auftragseingang im Laseranlagen-Geschäft signalisiert auch höheres Wachstumspotenzial in 2016 gegenüber der Referenz des Werkzeugmaschinenbaus, wo die Prognose mit 1 % Zuwachs notiert.

Echte Laser-Anwendungs-Revolution aus der Audi-Schmiede

Dr. Jan-Philipp Weberpals, Verantwortlicher für Technologieentwicklung Fügen Leichtbau, Laserstrahltechnologie/Sensorik bei der Audi AG, gab im Rahmen der LASYS-Fachpressekonferenz einen kurzen Gesamtüberblick, über die Einsatzfelder des Lichtwerkzeugs bei der Audi-Produktion.

Ist für Audi das Laser-Remoteschweißen von Stahl schon Usus, hat man jetzt eine Revolution erreicht: Zusammen mit dem Partner Precitec konnte man diese Art der Laseranwendung jetzt erfolgreich auf Aluminium übertragen. Audi spare nun 95 % der vorherigen Kosten in der laufenden Produktion ein und konnte den Energieaufwand für das reine Bauteil um knapp 50 % senken, wie Weberpals betonte. „Von der Steckdose“ ab gesehen, profitiert Audi von einer Energieeinsparung von rund 25 %. Denn mittels Strahlmodulierung und optischer Kniffe gelingt so die exakte Positionierung des Strahls. Die Wärmebelastung kann kontrolliert erfolgen, die Heißrissanfälligkeit sinkt und weil es weder Schutzgas noch Zusatzwerkstoffe braucht, erhöht sich die Effizienz bei Aluminiumfügen. Ein Multisensorkonzept sorge außerdem für eine flexible Online-Prozessüberwachung.

Typische Anwendungen des Lasers bei Audi sind daneben auch etwa das Laserstrahl-Hartlöten zweiteiliger Heckklappen mittels Diodenlaser und dem Lotwerkstoff CuSi mit taktiler Führung. So gelingt Audi das Fügen im direkten Sichtbereich in Class-A-Qualität, wie Weberpals berichtete.

Audi setzt außerdem das Abtragprinzip cleanLaser zur partiellen Reinigung von Aluminiumbauteilen ein, um Fette, Öle und Trennmittel sicher zu entfernen. Weil die Aluminiumoberfläche die Strahlen besser reflektiert, platzt nur das stärker absorbierende unerwünschte Material ab.

Beim Schweißen von Kehl- und I-Nähten an Türen nutzt der Autohersteller das taktile Laserstrahlschweißen mittels Diodenlaser unter Argon-Schutzgas.

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