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Fördertechnik

Gehört Seilrobotern die Zukunft?

| Redakteur: Bernd Maienschein

Parallele Seilroboter stellen eine Automatisierungslösung dar, die in punkto Arbeitsraum und Nutzlast neue Möglichkeiten eröffnet. Der größte existierende Seilroboter wurde jetzt in Dortmund vorgestellt.

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(Bild: Fraunhofer-IML)

Während der Informationsveranstaltung „Seilroboter in der mobilen Fabrik“ am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund, gewährte das Fraunhofer-Konsortium Atlas (Automatisierte Montage von Großanlagen mit krantechnischen Seilrobotern) Einblicke in die Seilrobotertechnik und deren Anwendungen. Am Beispiel eines Handhabungsprozesses demonstrierten die Fraunhofer-Wissenschaftler die Vorteile der Technik, die insbesondere bei der Errichtung von Großanlagen wie beispielsweise einem Solarkraftwerk zum Einsatz kämen. So mache es der bisher größte existierende Seilroboter „Ipanema 3“ möglich, große Lasten mit hoher Geschwindigkeit zu transportieren und in der Montage große Arbeitsräume zu überspannen. Im Rahmen der Veranstaltung war das erstmalig eine Fläche von 120 m².

Effizientes Zugprinzip bietet maximale Beweglichkeit

Vor der Praxisdemonstration erläuterte Dr. Adreas Pott, Leiter des Konsortiums, die Notwendigkeit und die Chancen der Technik: Während Industrieroboter momentan an die Grenzen ihres Potenzials gelangten, böten Seilroboter dank des effizienten Zugprinzips maximale Beweglichkeit bei minimalem Materialeinsatz. Industrieroboter erreichen gewöhnlich etwa eine zweifache Erdbeschleunigung, der Seilroboter hingegen schaffe bis zu 10 g. „Für große Strukturen wir Flugzeuge, Lager oder Schiffe gibt es heutzutage nur sehr teure Technik. Für die Montage in diesen Bereichen ist der Seilroboter optimal geeignet“, so Pott. Er fasst die Vorteile der Technik in drei Punkten zusammen: mehr Arbeitsraum, mehr Dynamik und mehr Nutzlast.

Zur Live-Vorführung gehörte auch die Interaktion des Seilroboters mit einem Schwarm von zellularen Transportfahrzeugen. Mit ihrem großen Raum entpuppte sich die Halle für zellulare Fördertechnik (ZFT) als idealer Demonstrationsraum. Der Aufbau der mobilen Fabrik dauerte laut IML lediglich zwölf Tage; am Abend der Veranstaltung wurde die Einrichtung dann wieder abgebaut. „Wir haben mit Aufbau, Inbetriebnahme und Abbau einen Lebenszyklus von zwei Wochen demonstriert – das war das Ziel“, zeigte sich Semhar Kinne vom Fraunhofer-IML zufrieden. Denn ein entscheidender Vorteil der mobilen Fabrik sei die Möglichkeit, sie in kürzester Zeit an anderen Standorten wiederzuverwenden.

Seilroboter bei der Hochregallager-Inspektion

Einen weiteren Einsatzbereich für den Seilroboter präsentierte Dr. Frank Ryll: Der Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF), Magdeburg, erforscht die Inspektion von Hochregalen mit Hilfe des neuen Systems. Demnach sei es möglich, in dem Roboter ein Datenaufnahme-Tool zu integrieren und eine Vorbewertung von Prüfmerkmalen an Hochregalen vornehmen zu lassen. Eine 3D-Auswertung erkenne dann, ob etwa die Stützen des Hochregals von den Sollmaßen abweichen oder überständige Paketlagen vorlägen.

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