Auftragseingänge Dezember Gelungener Jahresabschluss für den deutschen Maschinenbau

Redakteur: Robert Horn

Der deutsche Maschinenbau hat das Jahr 2017 mit einem deutlichen Plus beendet. Im Dezember zogen vor allem die Inlandsbestellungen an.

Firmen zum Thema

Im Jahr 2017 stiegen die Aufträge für deutsche Maschinenbauer um 8 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Bestellungen aus dem Ausland konnten um 10 % zulegen, während Inlandsorders um 5 % zunahmen.
Im Jahr 2017 stiegen die Aufträge für deutsche Maschinenbauer um 8 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Bestellungen aus dem Ausland konnten um 10 % zulegen, während Inlandsorders um 5 % zunahmen.
(Bild: gemeinfrei/chuttersnap on Unsplash / CC0 )

Die Auftragseingänge im Maschinenbau in Deutschland sind im Dezember um real 7 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Auslandsbestellungen verbuchten ein Plus von 5 %. Dabei kamen die Impulse allein aus den Nicht-Euro-Ländern (plus 10 %). Die Bestellungen aus den Euro-Partnerländern lagen um 8 % unter der Vorjahresbasis, die allerdings ungewöhnlich hoch ausgefallen war. „Besonders erfreulich ist, dass die Nachfrage aus dem Inland erneut mit einem zweistelligen Zuwachs von 11 % dabei ist“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Gute Voraussetzungen also, damit 2018 zum Rekordjahr für Maschinenbauer werden kann.

Im Gesamtjahr 2017 konnte der Maschinenbau die Auftragsbücher mit einem Plus von 8 % erfolgreich schließen. Allerdings ist die Schere zwischen Inlands- und Auslandsnachfrage noch immer groß. Während die Bestellungen aus dem Ausland um 10 % zulegen konnten, wuchsen die Inlandsorders nur um 5 %. „Die künftige Bundesregierung ist gefordert, mit Hilfe einer wachstumsfreundlichen Politik dafür zu sorgen, dass sich Deutschland seine Zukunft nicht wegen zu geringer Investitionen verbaut“, betont Wiechers.

Im Drei-Monatsvergleich Oktober bis Dezember 2017 legten die Bestellungen insgesamt um real 10 % zum Vorjahr zu. Das Inland verbuchte ein Orderplus von 13 %, das Ausland von 9 %, wobei die Euro-Länder um 6 % und die Nicht-Euro-Länder um 10 % zulegten.

Gute Zahlen aus dem Ländle

Der baden-württembergische Maschinen- und Anlagenbau schließt das Gesamtjahr 2017 mit einem Zuwachs von 13 % gegenüber Vorjahr ab. Die Entwicklung bei den Auftragseingängen wird maßgeblich vom Ausland getragen. Die Orderzuwächse aus den Nicht-Euro- und aus den Euro-Ländern belaufen sich auf 16 %. In der Gesamtjahresbetrachtung fällt das Wachstum aus dem Inland mit 6 % dagegen schwächer aus.

In der reinen Monatsbetrachtung Dezember kommt das Inland mit einem Wachstum von 18 % gegenüber Vorjahresmonat endlich aus der Deckung. Die Nicht-Euro-Länder dagegen schließen mit einem Minus von 2 % ab – allerdings auf Basis eines überproportional starken Wachstums im Vorjahr. Die Euro-Länder sind mit 10 % klar im Plus. Insgesamt wird im Dezember ein Wachstum von 6 % gegenüber Vorjahresmonat erzielt.

Mit Blick auf die heutige Tarifeinigung in der Metall- und Elektroindustrie kommentiert der Geschäftsführer des VDMA Baden-Württemberg, Dr. Dietrich Birk: „Vor dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung ist es für uns ein wichtiges Signal, dass Betriebe mit deutlich mehr Beschäftigten 40-Stunden-Verträge abschließen können. Damit werden Kapazitäten bei Bedarf erweiterbar. Nach unserer Erfahrung ist das auch im Sinne der Arbeitnehmer. Die Möglichkeit zur Mehrarbeit wird aus finanziellen Gründen oftmals gerne angenommen.“

Die Entgelterhöhung von 4,3 % sei dagegen für viele Maschinenbauer nicht leicht zu schultern, sagt Birk weiter. Die Mehrbelastung bremse die Investitionskraft der Betriebe und stelle damit eine Gefahr für das gerade erstarkte Inlandswachstum dar.

VDMA Bayern zufrieden mit Jahresergebnis

Der Auftragseingang im bayerischen Maschinen- und Anlagenbau lag im Dezember 2017 um real 19 % über dem Ergebnis des Vorjahres. Das Inlandsgeschäft verzeichnete dabei ein Plus von 18 %. Das Auslandsgeschäft verbesserte sich um 19 %, wobei die Impulse dabei allein aus den Nicht-EURO Ländern kamen (plus 29 %), teilte der VDMA Landesverband Bayern mit.

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Oktober bis Dezember 2017 ergab sich in Bayern insgesamt ein Plus von 11 %, die Inlandsaufträge stiegen um 15 %, die Auslandsaufträge verzeichneten ein Plus von 9 %.

„Die Bestellungen im bayerischen Maschinen- und Anlagenbau zeigten sich im Dezember im Vergleich zum Vorjahr verbessert, allerdings gemessen an einem äußerst negativen Vorjahresniveau. Das ganze Jahr 2017 war in Bayern hinsichtlich der Auftragseingänge insgesamt schwach. Die Inlandsnachfrage ermöglichte 2017 ein moderates Wachstum von 5 %, während die Bestellungen aus dem Ausland lediglich um 1 % wuchsen. Im Gesamtjahr 2017 verzeichnete der Maschinen- und Anlagenbau in Bayern damit insgesamt ein sehr moderates Plus von gerade mal real 2 %,“ sagte Elgar Straub, Geschäftsführer des VDMA Bayern.

(ID:45126593)