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KION und Dematic

Gemeinsam zum Weltkonzern

| Autor: M. A. Benedikt Hofmann

Einige Wochen nach Abschluss der Übernahme des Intralogistikspezialisten Dematic durch die KION Group haben sich Vertreter der beiden Unternehmen der Presse gestellt und die gemeinsamen Zukunftspläne dargelegt. Dabei kommt Nordamerika eine besondere Rolle zu.

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Die Pressekonferenz fand im Tech-Center von Dematic statt.
Die Pressekonferenz fand im Tech-Center von Dematic statt.
(Bild: Hofmann/MM LOGISTIK)

Gordon Riske, CEO der KION Group, bringt es mit wenigen Worten auf den Punkt: „Die Übernahme von Dematic bedeutet eine neue Ära für KION!“ Ein kurzer Blick in die Zahlen macht deutlich, was damit gemeint sein könnte: KIONs Umsatz betrug im Jahr 2015 5098 Mio. Euro. Durch den Zukauf von Dematic steigt dieser Wert um 2000 Mio. Euro auf insgesamt 7098 Mio. Euro – ein Anstieg von 39,23 %. Und es gibt weitere Zahlen, die klar machen, warum die Übernahme für KION so bedeutend ist. Momentan stammt der Umsatz des Konzerns zu 83 % aus der EMEA-Region und nur 5 % entfallen auf die Americas, während Dematic dort 66 % seines Umsatzes erwirtschaftet. Gerade in Nordamerika ist der Intralogistikspezialist, der dort mittlerweile seinen Hauptsitz hat, besonders stark. „Wir bekommen durch Dematic einen sehr guten Zugang zum Markt in Nordamerika und hoffen natürlich, dass sich das auch auf unser Staplergeschäft auswirkt. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass auch Dematic von unserer Marktpräsenz, beispielsweise in China und Brasilien, profitieren kann“, erklärt Christian Harm, Head of Strategy & Business Development bei KION.

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Die Gruppe wird zukünftig in drei Segmente unterteilt: „Industrial Trucks and Services“ wird die Hersteller von Flurförderzeugen, wie Linde Material Handling, Still, Baoli und Fenwick, umfassen. „Supply Chain Solutions“ ist der Überbegriff für die Automatisierungsexperten Dematic und Egemin. Das dritte Segment ist der Bereich „Corporate Services“. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, unsere Kunden vom einfachen Staplereinsatz bis zur Automation immer die richtige Lösung zu bieten“, so Harm. Er ist außerdem davon überzeugt, dass dieses Wachstums KION ermöglichen wird, in der Entwicklungsarbeit auf allen Bereichen eine Marktführende Position einzunehmen.

Wachstumschancen in China und Europa

Auch John Baysore, der neue CEO von Dematic, ist sicher, dass die Übernahme durch KION der richtige Schritt für sein Unternehmen war. Trotz eines jährlichen Wachstums von etwa 12 % seit 2013, gab es immer wieder Spekulationen um Dematic und dessen Zukunft. Diese Zweifel sind jetzt ausgeräumt. Als Teil von KION sieht Baysore außerdem weitere Wachstumschancen für sein Unternehmen – gerade auch außerhalb der USA, die bisher für den größten Teil des Wachstums verantwortlich waren. „Mit Blick auf die Automatisierung ist Europa weltweit derzeit die klare Nummer eins und China ist das Schlusslicht unter den interessanten Märkten. Wir rechnen allerdings damit, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird, was große Chancen für uns mit sich bringt“, so der CEO. „Allerdings darf man Europa, trotz seines bereits hohen Automatisierungsgrades nicht außer Acht lassen. Vor allem im E-Commerce ist die Entwicklung hier noch lange nicht zu Ende.“

Aus der Kombination des umfassenden Vertriebs- und Servicenetzes von KION mit der großen installierten Basis von Dematic soll sich zudem Potenzial für weiteres Umsatzwachstum aus dem Geschäft mit Software, Dienstleistungen und der Nachrüstung von Systemen ergeben. Die Betriebswirte des Konzerns werden sich außerdem darüber freuen, dass die Führungsriege mit Kostensynergien rechnet.

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M. A. Benedikt Hofmann

M. A. Benedikt Hofmann

Chefredakteur, MM MaschinenMarkt