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BDI, DIHK und BDB

Gemeinsame Erklärung zum Besuch von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan

| Redakteur: Melanie Krauß

Auch in politisch schwierigen Zeiten sieht die Mehrheit der Unternehmen laut BDI das große Potenzial des türkischen Marktes. Voraussetzungen für das Vertrauen in diesen Markt seien jedoch unter anderem Stabilität, Rechtsstaatlichkeit und Reformmaßnahmen in der Wirtschaftspolitik.

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„Demokratische Strukturen sind maßgeblich, um das Vertrauen der Investoren wieder zurückzugewinnen“, sagt BDI-Präsident Dieter Kempf.
„Demokratische Strukturen sind maßgeblich, um das Vertrauen der Investoren wieder zurückzugewinnen“, sagt BDI-Präsident Dieter Kempf.
(Bild: Christian Kruppa)

Anlässlich des Roundtable mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sowie deutschen und türkischen Unternehmen haben der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband deutscher Banken (BDB) eine gemeinsame Erklärung abgegeben.

Für deutsche Unternehmen hätten gute Wirtschaftsbeziehungen zur Türkei einen sehr hohen Stellenwert. Mehr als 6500 Unternehmen mit deutscher Beteiligung seien am türkischen Markt aktiv und würden dort mehr als 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. In Deutschland leben mehr als 3 Mio. türkischstämmige Menschen – darunter viele Unternehmerinnen und Unternehmer. Beide Länder sind somit eng miteinander verflochten, heißt es. Die Verbindungen zwischen Deutschland und der Türkei seien an vielen Stellen so stark, dass es unbedingt notwendig sei, den Dialog aufrechtzuerhalten und sogar wieder zu intensivieren.

Das gelte gerade auch in politisch schwierigen Zeiten.„Für uns ist eine stabile Türkei wichtig. Die Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit ist neben Reformmaßnahmen in der Wirtschaftspolitik zwingend“, so BDI-Präsident Dieter Kempf.

Auch wenn deutsche Unternehmen in ihrem Türkeigeschäft aktuell Verunsicherungen spüren, sei doch die überwiegende Mehrheit der Betriebe vom großen Potenzial des türkischen Marktes überzeugt. Um das Vertrauen in diesen Markt zu stärken und deutsche Unternehmen wieder vermehrt zu Neuinvestitionen zu ermutigen, müssen den Verbänden zufolge ein hohes Maß an Rechtssicherheit sowie die Unabhängigkeit der Zentralbank gewährleistet sein.

„Wir sind sehr daran interessiert, trotz der politischen Spannungen den Gesprächsfaden zwischen beiden Seiten wieder enger zu knüpfen. Dabei dürfen Probleme nicht zugedeckt werden, sondern müssen offen angesprochen und dann im gegenseitigen Respekt voreinander auch gelöst werden“, sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer.

Auch die Einhaltung der Regelungen der seit 1996 bestehenden Zollunion sei ein wichtiger Faktor. Maßnahmen wie die jüngsten Dekrete zur Konvertierung von Exporterlösen in türkische Lira wirken den Verbänden zufolge leider als zusätzlicher Hemmschuh bei der Wiederherstellung von Vertrauen ausländischer Investoren.

„Das Vertrauen in eine stabilitätsorientierte Geldpolitik ist das wichtigste Kapital einer jeden Notenbank. Die privaten Banken in Deutschland erwarten verlässliche Signale der türkischen Regierung für eine politisch unabhängige und an der Geldwertstabilität orientierte Zentralbank“, so BDB-Hauptgeschäftsführer Andreas Krautscheid.

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