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Gewindetriebe Geschichte einer Gewindetechnologie

| Autor / Redakteur: Ursula Schädeli, Eichenberger Gewinde AG / Luca Meister

Das Original der steilen Gleitgewindespindel findet ihren Ursprung in den späten 80er-Jahren in Burg (Schweiz). Vor einem Vierteljahrhundert entstand sie, die gewalzte Steilgewindespindel „Speedy“, mit einem Durchmesser von 10 mm und einer Steigung von 50 mm.

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Gewinderollen im Durchlaufverfahren.
Gewinderollen im Durchlaufverfahren.
(Bild: Eichenberger)

Wir leben in der effizientesten Gesellschaft, die es je gegeben hat. Der Mensch setzt technologisch basierte Annehmlichkeiten voraus. Das wird auch in Zukunft so bleiben.

Bei Antriebssystemen achten Anwender heute vermehrt auf wirtschaftliche, energiesparende Gesamtlösungen mit niedrigen Betriebskosten und die Maschinenhersteller erwarten einen Technikvorsprung, der ihre Position im Wettbewerb stärkt. Deshalb nehmen die Anforderungen an automatisierte Bewegungsabläufe ungebremst zu. Diese Notwendigkeit zur Lösung praktischer Aufgaben belebt und fordert die Mechanik.

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Die Eichenberger Gewinde AG hat sich vornehmlich der Gewindetechnik verschrieben und rollt seit fünf Jahrzehnten kundenspezifische, höchst präzise und ausgeklügelte Bewegungsspindeln. Über die Jahre hat der Gewindespezialist eigene Prozesse erarbeitet. Mit großem Erfahrungsschatz und viel technischem Know-how unterstützt das Unternehmen seine Partner auf dem Weg zu ihren Innovationen. Moderne Antriebssysteme verbinden Mechanik, Elektrotechnik und Informatik. Dass die Anpassungsfähigkeit von mechanisch-dynamischen Funktionselementen erheblich zum Erfolg von Projekten in der Antriebstechnik beiträgt, dessen ist sich der Gewindespezialist aus Burg (Schweiz) bewusst. Das darin liegende Potenzial schöpft er seit geraumer Zeit in der Rolle als Vorreiter aus.

Erster kaltverformter Steilgewinde-Gleittrieb

Die Erfolgsgeschichte des europaweit „ersten kaltverformten Steilgewinde-Gleittriebes“ mit dem gewaltigen Steigungsverhältnis von 10 × 50 mm begann also Ende der 80er-Jahre. Eine Industriegesellschaft suchte eine sehr genaue und zuverlässige Antriebslösung für ein neuartiges Messsystem. Das Zentrum dieser hochmodernen Prüfanlage bildete der servohydraulische Linearverstärker. Die darin integrierte Automatisierungsfunktion bzw. die Positionier- oder Vorschubaufgaben sollte ein gefräster, exakt arbeitender Gewindegleittrieb managen. Die Fertigung war aber extrem teuer. Aus diesem Grund suchte der Kunde nach einer höchst genauen und zuverlässigen Gleitgewindespindel, die im kostengünstigen Gewinderollverfahren hergestellt werden konnte.

Beim Gewinderollen werden die Längsfasern des Materials, anders als beim Fräsen oder Drehen, nicht zerschnitten, sondern umgelenkt. Es entsteht eine komprimierte, glatt rollierte, äußerst belastbare Oberfläche. Die Unternehmung klopfte bei Eichenberger an – und es stellte sich heraus, dass ihre Dimensionsansprüche hochkarätig angesetzt waren: Durchmesser 10 mm mit fünffacher Steigung. Kaltumgeformte Gleitspindeln selber waren ja seit vielen Jahren bekannt, solch hohe gerollte Steigungen jedoch galten damals als revolutionär.

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