Suchen

Arbeitsschutz Gezielte Wahl von Schutzkleidung verbessert die Sicherheit

| Autor/ Redakteur: Silvia Mertens und Wolfgang Quednau / Mag. Victoria Sonnenberg

Multinormkleidung erfüllt bis zu zehn Normen und impliziert damit, ihre Trägergegen ebenso viele Gefährdungen zu schützen. Doch diese 1:1-Übertragung ist riskant. Eine Schutzkleidung muss immer auf die individuelle Tauglichkeit für den jeweiligen Tätigkeitsbereich des Trägers geprüft werden.

Firmen zum Thema

Der Einsatz vor Ort zählt: Wer seinen Mitarbeitern den richtigen Schutz anziehen will, kommt nicht darum herum, am Arbeitsplatz vorhandene Risiken in einer Gefährdungsbeurteilung zusammenzustellen und zu bewerten.
Der Einsatz vor Ort zählt: Wer seinen Mitarbeitern den richtigen Schutz anziehen will, kommt nicht darum herum, am Arbeitsplatz vorhandene Risiken in einer Gefährdungsbeurteilung zusammenzustellen und zu bewerten.
(Bild: Mewa)

Manchmal sind es nur Details, die aus einer gut geeigneten Schutzkleidung, eine perfekt passende machen. Denn bei persönlicher Schutzausrüstung, kurz PSA, passt das Prinzip „Viel hilft viel“ nicht ohne Wenn und Aber. Vielmehr gilt ganz besonders im produzierenden Bereich das konsequente „Wenn-dann-Vorgehen“.

Risiken und Bedarf an Schutzkleidung genau ermitteln

Um den passenden Schutz auszuwählen, müssen vorab die real am Einsatzort existierenden Risiken ermittelt und eingegrenzt werden. Dennoch hat sich bei der Auswahl von Schutzkleidung in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Entwicklung vollzogen: Während in allen Märkten und Bereichen die Spezialisierung zunimmt und sich der Generalist auf dem Rückzug befindet, wird zunehmend Schutzkleidung angeboten, die damit wirbt, acht Normen und mehr zu erfüllen.

Sie erweckt den Anschein, einmal angeschafft und angezogen, ihren Träger rundherum gegen Hitze, Wind und Wetter, Chemikalien und mehr zu schützen und darüber hinaus noch als Warnschutzkleidung für eine gute Sichtbarkeit des Mitarbeiters zu sorgen. Diese Multinormkleidung kann als Präventionsmaßnahme geeignet sein, doch es ist vor ihrer Anschaffung kritisch zu prüfen, ob sie tatsächlich dem realen Bedarf vor Ort entspricht.

Mitarbeiter sind Schutzbefohlene ihres Arbeitgebers

Verantwortlich für die Sicherheit seiner Mitarbeiter ist der Arbeitgeber. Er hat dafür zu sorgen, dass sie von Kopf bis Fuß zweckmäßig gekleidet sind und – bei Bedarf – Schutzkleidung tragen. Grundlage hierfür ist die Richtlinie 89/656/EWG vom 30. November 1989 für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Benutzung persönlicher Schutzausrüstung durch Arbeitnehmer bei der Arbeit. Sie wurde in Deutschland umgesetzt mit dem Arbeitsschutzgesetz von 1996.

Wie ein Arbeitgeber eine geeignete persönliche Schutzausrüstung zusammenstellt, ist ihm überlassen. Allerdings ist das Spektrum der Gefährdungen in der produzierenden Industrie ebenso groß wie die Vielfalt der dort ausgeführten Tätigkeiten und der hergestellten Produkte. In vielen Bereichen sind Sicherheitsschuhe und Schutzhandschuhe bereits ausreichend. Schweißen, der Umgang mit Chemikalien, die Exposition bei Strahlungshitze oder der Aufenthalt in Hallen und auf Werkhöfen, in denen Flurförder- oder Kraftfahrzeuge unterwegs sind, fordern dagegen eine entsprechende textile Ausstattung.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 34054430)