Werkzeugmaschinen Gildemeister und Mori Seiki schließen Kooperationsvertrag

Redakteur: Stéphane Itasse

Die Werkzeugmaschinen-Hersteller Gildemeister AG, Bielefeld, und Mori Seiki Co. Ltd., Nagoya, haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Die Zusammenarbeit umfasst die Produktion, den Einkauf, die Entwicklung von Maschinen sowie Vertrieb und Service in ausgewählten Märkten, wie Gildemeister am Montag mitteilt. Eine Über-Kreuz-Beteiligung soll die Partnerschaft untermauern.

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„Wir werden unsere Ressourcen bündeln, um gemeinsam Effizienzvorteile zu realisieren“, begründet Gildemeister-Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Kapitza die Allianz mit Mori Seiki. Bild: MM-Archiv
„Wir werden unsere Ressourcen bündeln, um gemeinsam Effizienzvorteile zu realisieren“, begründet Gildemeister-Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Kapitza die Allianz mit Mori Seiki. Bild: MM-Archiv
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit dieser strategischen Partnerschaft ergänzen beide Unternehmen ihr Leistungsportfolio, heißt es zur Begründung. Das Ziel dieser Partnerschaft laute für beide Seiten, Synergien von rund 15 Mio. Euro pro Jahr zu erzielen.

Werkzeugmaschinen-Hersteller stellen sich global auf

„Dies ist eine globale Partnerschaft, denn die Welt der Werkzeugmaschinen ist global geworden“, erläuterte der Gildemeister-Vorstandsvorsitzende Dr. Rüdiger Kapitza in einer Telefonkonferenz. Die Kraft der beiden Unternehmen ergebe auch im Weltmaßstab eine ordentliche Relation. Zudem seien starke Allianzen erforderlich, um die Herausforderungen der Wirtschaftskrise anzugehen.

„Viele Synergien liegen auf der Hand“, sagte Dr. Kapitza weiter. Beide Werkzeugmaschinen-Hersteller könnten sich in Randbereichen ihrer Produktpalette abstimmen und gegenseitig von den Erfahrungen des anderen profitieren. Beispielsweise könnte Gildemeister bei großen Maschinen im 5- bis 7-m-Bereich auf der Basiskonstruktion von Mori Seiki aufbauen, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Gemeinsame Finanzierungsangebote für Werkzeugmaschinen

Ergänzungen gebe es zudem bei den Steuerungen oder beim wechselseitigen Einsatz von Komponenten. Auch werde es gemeinsame Finanzierungsangebote geben. „In drei bis sechs Monaten können Sie die ersten Ergebnisse sehen“, kündigte Dr. Kapitza an.

Gemeinsame Entwicklungen sind allerdings ausdrücklich nicht geplant. „Wir bleiben Wettbewerber“ wies der Gildemeister-Vorstandsvorsitzende allerdings Spekulationen über ein engeres Zusammenrücken der Werkzeugmaschinenbauer zurück. Die beiden Marken DMG und Mori Seiki blieben erhalten. Die Überschneidungen beim Kunden liegen nach Auskunft von Dr. Kapitza aber deutlich unter 10%.

Werkzeugmaschinen-Hersteller vereinbaren gegenseitige Beteiligung

Zur Stärkung der Allianz haben Gildemeister und Mori Seiki zudem eine Über-Kreuz-Beteiligung vereinbart. Die Beteiligung von jeweils 5% der Aktienanteile bestätigt den langfristigen Charakter der Kooperation. Gildemeister hat bereits 2 Mio. Mori-Seiki-Aktien erworben und wird auf bis zu 4,4 Mio. (5%) aufstocken.

Mori Seiki erwirbt 2,3 Mio. (5%) Gildemeister-Aktien, die aus einer Grundkapitalerhöhung des genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts stammen, und wird damit größter Einzelaktionär von Gildemeister. Zudem ist eine gegenseitige Vertretung in den Aufsichtsgremien geplant.

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