Walzprofilieren Gipfel präsentiert wechselndes Profil

Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Insgesamt rund 120 Teilnehmer trafen sich auf Einladung der Data M GmbH zu einem wahren Gipfeltreffen der Walzprofilierer auf dem Wendelstein. Sie kamen aus Asien, Nord- und Südamerika sowie aus ganz Europa. Belohnt wurden sie mit den neuesten Entwicklungen und Trends im Walzprofilieren. Einer davon ist das so genannte Flex-Form.

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Durch Walzprofilieren hergestellte Kaltprofile sind fast in allen Bereichen der Technik zu finden. Insbesondere im Fahrzeug- und Anlagenbau – besonders auch im Hinblick auf den Leichtbau – sowie in der Bauindustrie kommen stabförmige, offene und geschlossene Profile aus Stahl und Nichteisenmetallen mit den unterschiedlichsten Querschnittsformen zur Anwendung.

Verschiedene Querschnitte über die Bauteillänge

„Bislang wahr es nicht möglich, dass diese Profile mit über die Bauteillänge sich verändernden Querschnitten wirtschaftlich gefertigt werden konnten, da bisher das entsprechende Verfahren fehlte“, konstatiert Dipl.-Ing. Albert Sedlmaier, Geschäftsführer Data M Software und Engineering. „Jetzt können wir mit unserem Flex-Form-System eine ausgefeilte Lösung zur Verfügung stellen, die dies ermöglicht“, meint er weiter.

„Flex-Form“, erläutert, Dipl.-Ing. Andreas Bachtaler, Geschäftsführer der Data M Engineering GmbH, „Damit ist ein flexibles Walzprofilieren möglich, das Profile erzeugt, die über ihre Länge unterschiedliche Querschnitte aufweisen können. Der Formvorgang findet dabei im kontinuierlichen Prozess statt“, erklärt Bachthaler.

Flexibles Walzprofilieren bietet Vorteile im Vergleich zum Tiefziehen

Im Vergleich mit anderen Verfahren wie etwa dem Tiefziehen, bietet das flexible Walzprofilieren eine hohe Flexibilität bei gleichzeitig niedrigem Investitionsumfang. So ist es möglich, ganze Profilfamilien mit einer Anlage herzustellen, da es sich hierbei um einen NC-gesteuerten Umformprozess handelt.

Was die Profildesigns angeht, bietet Flex-Form dem Walzprofilierer viele neue Möglichkeiten, vor allem in der Automobil- und Zulieferindustrie, aber auch in der Baubranche. Damit kann so manches Tiefziehteil durch Walzprofilieren hergestellt werden – schon allein durch die Flexibilität, welche die Werkzeugkosten enorm senkt. Das Flex-Form-System ist insbesondere durch seine kompakte Bauweise gekennzeichnet; es bietet zwei Bewegungsachsen, eine translatorische und eine rotatorische, die synchron miteinander arbeiten.

Dennoch kann in beide Richtungen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gefahren werden. Flex-Form ist nicht nur für Neuanlagen geeignet, sondern lässt sich auch in bestehenden Anlagen problemlos nachrüsten. Durch die einfache und robuste Bauweise ist das System nahezu wartungsfrei. Das so genannte Bi-Pod-Konzept, ähnlich einem Tripod- oder Hexapod-System, sorgt für die entsprechenden operativen Bewegungsformen.

Flex-Form arbeitet mit etwa 30 kN senkrecht zur Umformrichtung und mit 40 kN in Umformrichtung und besitzt ein Drehmoment von 6 kNm. Der Aktionsradius erstreckt sich auf 235, 200, 183, 166 und 150 mm Hub sowie 0, 10, 15, 20 und 25 ° in der Drehbewegung. Beachtlich ist das Gewicht von 750 kg. Gesteuert wird das Ganze druch Flex-Form-Control auf PC-Basis mit Windows XPe und Real Time Extension in 32 Achsen pro PCI-Slot. Die Befehle werden per Touchscreen oder über die Tastatur eingegeben. Eine direkte Anbindung zur Profilentwicklung und der Produktionsplanung sind ebenfalls gegeben.

Für die Profilentwicklung und -herstellung bietet Data M mit Copra RF eine Softwarelösung an. MM

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