Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Lasertechnologie

Glasbearbeitung per Laser

| Redakteur: Beate Christmann

Laserbohren von chemisch vorgespanntem Displayglas: Eine neue Bohrtechnik des Laser Zentrums Hannover vermeidet Kantenausbrüche.
Laserbohren von chemisch vorgespanntem Displayglas: Eine neue Bohrtechnik des Laser Zentrums Hannover vermeidet Kantenausbrüche. (Bild: LZH)

Firma zum Thema

Das Laser Zentrum Hannover (LZH) hat im Rahmen eines Workshops über aktuelle Entwicklungen bei der Laserbearbeitung von Glaswerkstoffen informiert. So hat es eine Laserbohrstrategie für Dünnglas entwickelt, die Kantenausbrüche komplett vermeiden soll.

Die Zukunft der Glasbearbeitung rückte das Laser Zentrum Hannover (LZH) bei einem Workshop am 6. Dezember 2016 in den Fokus. Denn auch wenn die Laserbearbeitung von Glaswerkstoffen in vielen Industriebereichen bereits Stand der Technik ist, sehen die Wissenschaftler dennoch Entwicklungspotenzial: Fortschritte in der Prozesstechnik und Automatisierbarkeit eröffnen in ihren Augen viele neue Perspektiven – sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

Eine vielsversprechende Weiterentwicklung beispielsweise präsentierte Philipp von Witzendorff, Gruppenleiter am LZH. Sein Team hat für die Optimierung des Laserbohrens von Dünnglas, zum Beispiel für Smartphone-Displays, eine neuartige Bohrstrategie entwickelt: „Unser Ziel war es, Kantenausbrüche komplett zu vermeiden. Dazu kombinieren wir Einzelpulse mit verschiedenen Pulsdauern.“

Niedrigere Stückkosten dank Lasertechnik

„Die heute vorgestellten Neuerungen und Weiterentwicklungen in der laserbasierten Glasbearbeitung liefern für den chemischen Apparatebau, die Telekommunikation und viele weitere Branchen Impulse“, bentonte Dr. Oliver Suttmann, Leiter der Abteilung Produktions- und Systemtechnik am LZH. Beispielsweise ließen sich Bearbeitungsergebnisse heute mittels numerischer Simulation immer genauer vorhersagen.

Auch die Wirtschaftlichkeit der Laserbearbeitung wurde unter die Lupe genommen. „Kommerziell erhältliche Lasersysteme zum Glasschneiden bieten gegenüber mechanischen Verfahren nicht nur Qualitätsvorteile: Sie ermöglichen zudem eine signifikante Produktivitätssteigerung durch weniger Prozessschritte“, erklärte Christian Meyer von Coherent. Denn sogar beim Vergleich mit dem Wasserstrahl liege der Laser vorne: Bis zu 4 mm dicke Gläser ließen sich damit pro Stück 3 Cent günstiger bohren.

Automatisierung für hohe Prozesssicherheit

Eine weitere Erkenntnis des Workshops: Die Kombination von Lasern und Robotern ermöglicht vollautomatisierte Prozesse mit einer hohen Prozesssicherheit, kürzeren Prozesszeiten und ohne Werkzeugverschleiß. Dass die fortschreitende Automatisierung und der Lasereinsatz in der Herstellung komplexer Hohlgläser die Unternehmen wirtschaftlich stärkt, bestätigte ebenfalls Jörg Zander von der Aachener Quarz-Glas Technologie Heinrich. In einem mittelständischen Betrieb hatte er die Ergebnisse aus einem Projekt mit dem LZH umgesetzt und so ein manuelles Verfahren automatisiert. Dadurch kann der Betrieb nun im Wettbewerb mit der Konkurrenz aus Asien bestehen.

Zum Ultrakurzpuls-Laserschweißen (UKP-Schweißen) wurde der Zusammenhang zwischen Wellenlänge und Schweißnahtqualität dargestellt. Und bei den trennenden Verfahren erwiesen sich hybride Ansätze mit Laser- und Plasmastrahlung als vielversprechendes Zukunftsthema. Rund 70 Hersteller, Anwender und Wissenschaftler nahmen an der gemeinsam mit dem Bayerischen Laserzentrum (blz) organisierten Veranstaltung teil.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44435818 / Oberflächentechnik)

Themen-Newsletter Produktion abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Gut zu wissen

Der Business-Knigge

Wohin kommt die Serviette? Wer sitzt wo im Dienstwagen? Und darf ich eigentlich Notizen auf eine fremde Visitenkarte machen? Wir haben die Antworten. lesen

Marktübersicht

Die Top-100 Automobilzulieferer des Jahres 2018

Das Jahr 2018 überraschte mit hohen Wachstumsraten und neuen Rekordumsätzen. Allerdings zeigten sich auch kräftige Bremsspuren: Viele Unternehmen wurden mit rückläufigen Margen konfrontiert. lesen