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Kunststoff-Megatrends

Globale Entwicklungen spornen die Kunststoffbranche an

| Autor/ Redakteur: Peter Königsreuther / Jürgen Schreier

Die Roland-Berger-Stiftung identifizierte vor einiger Zeit eine Anzahl sogenannter Megatrends, die unser Leben umfassend verändern werden. Die meisten Industriebranchen – darunter auch der Kunststoffsektor – sind mehr oder weniger davon betroffen und müssen reagieren, um für die Zukunft fit zu sein.

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Auch die Entscheider aus der Kunststoffbranche kommen ins Grübeln, wenn es darum geht, die Chancen durch globale Veränderungen zu nutzen oder den Risiken zu begegnen.
Auch die Entscheider aus der Kunststoffbranche kommen ins Grübeln, wenn es darum geht, die Chancen durch globale Veränderungen zu nutzen oder den Risiken zu begegnen.
(Bild: © Nomad_Soul - Fotolia)

Kasein war der erste Kunststoff, den der Benediktinerpater Seidel um 1530 als Ersatz für tierisches Horn hergestellt hat. So begann der Siegeszug neuer Werkstoffklassen, die auch umstritten, aber aus fast keinem Industrieprodukt mehr wegzudenken sind. Trotz der Erfolgsbilanz, müssen sich der Kunststoffmaschinenbau sowie die Verarbeiter von Polymeren aber auch gewissen Veränderungen der Neuzeit stellen, ihre Vorteile daraus ziehen oder dagegen steuern, um erfolgreich zu bleiben.

Das bezieht sich etwa auf die Energieversorgung der Zukunft in einer zusehends urbanisierten Massengesellschaft. Auch der starke Fokus auf E-Mobilität und Leichtbau kann als eine Folge von mehreren Megatrends gewertet werden. Der Einsatz von Kunststoffen ist ein Schlüssel, um den Veränderungen zu begegnen und neuen Ideen den Weg zu bahnen.

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Der demografische Wandel verändert die Fachkräftesituation

Trotz einer insgesamt anwachsenden Weltbevölkerung, überaltert die Gesellschaft besonders in der westlichen Hemisphäre, wo die hoch spezialisierte Industrie viele Fachkräfte und Wissenschaftler benötigt, um das Niveau zu halten sowie den technischen Fortschritt zu sichern. Das Interesse daran, eine technische Laufbahn einzuschlagen, sinkt bei jungen Menschen jedoch spürbar ab. Ein deutlich zu registrierender Bildungsnotstand verstärkt den Kampf um die wenigen qualifizierten Mitarbeiter zwischen den einzelnen Industriezweigen.

Wie der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) vermeldet, bleibt die Zahl der ausgebildeten Verfahrensmechaniker und Techniker im Kunststoffbereich immer noch hinter dem Bedarf der Industrie zurück – trotz guter Konjunktur! Der Bundesverband der Personalmanager prognostiziert etwa, dass bis 2020 für alle Branchen rund 2,4 Mio. Arbeitskräfte fehlen werden.

Das kann fatal werden, wenn der Personalmangel die Erfüllung der Aufträge behindert oder gar unmöglich macht. „Die Branche muss sich dabei mit zwei Entwicklungen auseinandersetzen: Einerseits verlassen in den nächsten Jahren immer mehr bewährte Fachkräfte die Unternehmen in Richtung Ruhestand, andererseits sinkt die Anzahl der Schulabgänger mit mittlerem Bildungsabschluss rapide“, bemerkt Ralf Olsen, Geschäftsführer des Industrieverbandes pro-K Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. und im GKV verantwortlich für den Bereich Bildungspolitik und Berufsbildung.

Kunststoff so früh wie möglich ins Bewusstsein der Schüler rücken

Olsen weist auf eine spezielle Ausbildungsinitiative des Verbandes hin, welche die Möglichkeiten und die Bedeutung der Kunststoff verarbeitenden Industrie bekannter sowie die Chancen, die sich für junge Menschen dort bieten, noch deutlicher machen soll. Parallel werden Unternehmen auch bei der Suche nach Fachkräften unterstützt.

Bei der Sicherung von Fachkräften hilft es, die Kunststoffe als eine der wichtigsten Werkstoffklassen unserer Zeit so früh wie möglich ins Bewusstsein der Schüler zu rücken und im Zuge dessen auch das Image von Polymeren durch fundiertes Wissen aufzupolieren und so manches Vorurteil sowie Berührungsängste aus der Welt zu schaffen. Pfiffiges Lehrmaterial kann diese Absicht unterstützen. So bietet der Wirtschaftsverband Plastics-Europe etwa den Experimentierkoffer Kunos coole Kunststoffkiste an, mit dessen Hilfe bereits Grundschüler die Eigenheiten von Polymeren spielerisch kennenlernen können.

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